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Millionär Peter Buser musiziert in St.Urban: Der Lebemann und sein Flügel

Multimillionär Peter Buser spielt am Mittwoch zusammen mit einem top Ensemble im Kloster St. Urban. Buser, der nach eigenen Angaben sechs Freundinnen hat, verdiente sein Geld auch als Goldschmuggler.
Thomas Heer
Bleibt auch mit 82 Jahren ein Paradiesvogel: der ehemalige Goldschmuggler, Vermögensverwalter und Musiker Peter Buser. (Bild: Urs Bucher/Tagblatt, Triesen, 19. Februar 2019)

Bleibt auch mit 82 Jahren ein Paradiesvogel: der ehemalige Goldschmuggler, Vermögensverwalter und Musiker Peter Buser. (Bild: Urs Bucher/Tagblatt, Triesen, 19. Februar 2019)

Als Peter Buser diese Woche den Gast aus Luzern in seiner Ferienwohnung im liechtensteinischen Triesen empfängt, trägt er ein schwarzes T-Shirt der Rockband Guns ’n’ Roses. Um wen es sich bei dieser Formation handelt, davon hat der 82-Jährige keine Ahnung, und das interessiert ihn auch nicht. Peter Buser sagt:

«Das Shirt gefällt den Mädchen»

Mit Mädchen meint er seine sechs Freundinnen, mit denen er nicht nur in platonischer Verbindung steht, wie er durchblicken lässt.

Peter Buser ist ein vielseitig interessierter Mensch. Angezogen fühlt er sich auch von der klassischen Musik. Über seine Res Ubique Foundation finanziert und organisiert er Konzerte, die unter dem Label Conlydras laufen. Am Mittwoch ist es wieder soweit. Zusammen mit international bekannten Künstlerinnen und Künstlern wie der ukrainischen Sopranistin Olga Kulchynska werden im Kloster St. Urban unter anderen Werke von Beethoven, Schubert, Mendelssohn und Paganini vorgetragen (siehe Hinweis). Im Ensemble findet man neben Kulchynska weitere berühmte Namen: zum Beispiel den russisch-österreichische Violinisten Yury Revich oder das grosse Klaviertalent, die 2007 geborene Pianistin Alexandra Dovgan aus Moskau. Auch Peter Buser wird am Flügel zu hören sein. Damit keine falschen Erwartungen geschürt werden, sagt er über seine Fähigkeiten an den Tasten: «Ich bin kein Virtuose am Klavier.» Bereits im September trat Buser in der Zürcher Tonhalle auf. Unter den Zuschauern war damals auch Königin Silvia von Schweden. Bei dieser Gelegenheit beschenkte Buser die Adlige, respektive ihre Stiftung, die World Childhood Foundation, mit einer Spende von 100 000 Euro.

Dass Peter Buser dereinst so freigiebig mit Geld würde hantieren können, war in seiner Kindheit nicht absehbar. Aufgewachsen mit zwei Geschwistern im solothurnischen Trimbach, lernte er in einer Arbeiterfamilie anfänglich das einfache Leben kennen. Der Sohn eines Maurers hangelte sich aber kontinuierlich Sprosse für Sprosse nach oben. Nach der Grundschule besuchte er das Lehrerseminar. Danach schrieb er sich an der Uni Bern ein, wo er Romanistik studierte und danach eine knapp 600 Seiten umfassende Doktorarbeit auf dem Gebiet der Semasiologie schrieb.

Schon früh interessierte sich Buser aber auch um finanzielle Belange. Als Frankreich vor knapp 40 Jahren die Einfuhr von Edelmetallen verbot, um die grassierende Inflation zu bekämpfen, schlug die Stunde des Peter Buser. Aufgrund der staatlichen Intervention schnellte der Goldpreis an der Pariser Börse in die Höhe. Also deckte sich der Schweizer in üppigen Mass mit «Vreneli» und «Napoléons» ein. Buser schmuggelte diese Ware dann bei St. Louis über die Grenze und verschob das Gold im Nachtzug nach Paris. Dort verkaufte er das Edelmetall und verdiente bei seinen rund zehn Fuhren mehr als 100 000 Franken.

Ist Buser bald Schlossherr in Eugensberg?

Das grosse Geld aber machte Buser als privater Vermögensverwalter. Diesen Job übte er auch aus, als er in der Dominikanischen Republik lebte oder in all den Jahren, die er in Rio de Janeiro zubrachte. Von dieser Zeit bleibt ihm ein Ereignis unvergessen. Denn sein lockerer Lebensstil blieb nicht unbemerkt. Die Stunde kam, als Buser von Gangstern entführt wurde. Gegen ein Lösegeld von 500 000 Dollar konnte er sich dann die Freiheit erkaufen.

Ein paar Jahre ist es her, dass Buser seinen Wohnsitz wieder nach Südamerika, nämlich in Paraguays Hauptstadt Asuncion, verlegte. «Ich zahle dort wenig Steuern und an 300 Tagen pro Jahr scheint die Sonne», begründet er seinen Entscheid.

Möglich aber ist, dass Buser nach 30 Jahren Landesabwesenheit schon bald wieder in der Schweiz ansässig sein wird. Eventuell dann, wenn es ihm gelingt, das Schloss Eugensberg in der Gemeinde Salenstein am Bodensee zu erwerben. Der feudale Sitz, einst von Napoléons Stiefsohn Eugène erbaut, gehörte zuletzt dem konkursiten Unternehmer Rolf Erb, der im April 2017 verstarb. Eugensberg zählt zu Erbs Konkursmasse. Gemäss Buser bietet noch eine andere Partei um das Schloss. Das letzte Gebot, das der 82-Jährige abgab, liegt laut seinen Angaben bei 35,875 Millionen Franken.

Hinweis
Das stets neu sich bildende Ensemble Conlydra unter der Leitung von Peter Buser spielt am Mittwoch um 19 Uhr im Festsaal des Klosters St. Urban. Neben der Musik gibt es auch eine Rezitation von Busers Gedichten sowie eine Ballett-Uraufführung der zeitgenössischen Komponistin Johanna Doderer. www.st-urban.ch

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