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«Der Lebens- und Aufenthaltsraum in Küssnacht wird massiv aufgewertet»

Das Projekt Zentrumsgestaltung liegt in Küssnacht zur öffentlichen Einsicht auf. Durch das Projekt soll deutlich weniger Verkehr durch den Kern von Küssnacht fliessen. Oliver Ebert äussert sich zu Chancen und Aufwertung des Dorfkerns.
Erhard Gick
Mit den neuen Verkehrsanordnungen wird der Küssnachter Hauptplatz zur Begegnungszone. (Bild: Erhard Gick)

Mit den neuen Verkehrsanordnungen wird der Küssnachter Hauptplatz zur Begegnungszone. (Bild: Erhard Gick)

Das Projekt Zentrumsgestaltung liegt nun öffentlich auf. Ab 2020 soll das Zentrum vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Was erwartet die Küssnachterinnen und Küssnachter?Die Küssnachterinnen und Küssnachter erwartet eine grosse Chance, die wir alle gemeinsam nutzen sollten: der Bezirk, die Detaillisten, Gastronomen und Anwohner. Der Lebens- und Arbeitsraum wird massiv aufgewertet, und dank der Südumfahrung Abschnitt 1 und den damit verbundenen flankierenden Massnahmen wird der Durchgangsverkehr vom Zentrum ferngehalten. Es bleibt in der Folge noch der Zielverkehr durch den Ortskern mit erheblich reduzierten rund 5000 Fahrzeugen pro Tag.

Oliver Ebert. (Bild: PD)

Oliver Ebert. (Bild: PD)

Oliver Ebert, der Strassenraum wird zu diesem Zweck aufgewertet. Wird die Bahnhofstrasse, allgemein das Zentrum zur Flaniermeile?

Die Bahnhofstrasse, Teile der Oberdorfstrasse, der Grepperstrasse und der Hauptplatz werden zu Begegnungszonen. Der Langsamverkehr bekommt mehr Raum, während die Erreichbarkeit per Auto oder Bus ins Zentrum gewährleistet bleibt.

Im Hauptort Schwyz tut man sich schwer, das Zentrum vom Verkehr zu befreien. Man befürchtet, dass der Kern nicht mehr attraktiv für Einkäufe sein könnte. Küssnacht wählt hier einen anderen Weg. Sind diese Ängste hier nicht vorhanden?

Das Zentrum von Küssnacht wird nicht verkehrsfrei, es wird lediglich verkehrsberuhigt, und die Bewohnerinnen und Bewohner sowie Kundinnen und Kunden erhalten mehr Freiraum, um im Dorf zu flanieren, einzukaufen und etwas zu trinken oder zu essen. Es geht um eine Aufwertung des Dorfkerns mit dem Ziel, bessere Rahmenbedingungen und eine höhere Lebensqualität zu schaffen.

Was tun Sie konkret, um Küssnacht als attraktiven Einkaufsort zu stärken?

Wir schaffen mit der neuen Zentrumsgestaltung und mit einem neuen Fussgängerleitsystem im Dorfkern eine perfekte Infrastruktur. Das Zentrum soll belebt bleiben. Es sind hier aber auch alle Hauseigentümer und Unternehmer in der Pflicht, sich aktiv am Dorfleben zu beteiligen, zu investieren und damit für einen passenden Branchenmix zu sorgen. Das Gemeinwesen kann in diesem Bereich nur passende Rahmenbedingungen schaffen.

Die Parkplatzzahl soll leicht erhöht werden. Ist zu befürchten, dass das Dorfzentrum von parkierenden Autos «überstellt» sein wird?

Nein, auf keinen Fall. Aber Parkplätze sind wichtig für Anwohner, Geschäfte und Restaurants. Wir werden auch unsere Parkplatzbewirtschaftung überdenken und hoffen, in Zentrumsnähe zukünftig noch weitere Parkplätze anbieten zu können.

Der Bezirk kommunizierte, dass mit den meisten Anwohnern über die Gestaltung bereits im Vorfeld gesprochen wurde. Alle Wünsche konnten aber nicht berücksichtigt werden. Erwarten Sie Widerstände von dieser Seite?

Wo Neues entsteht, gibt es auch Widerstand. Das ist nachvollziehbar und war zu erwarten. Deshalb war es uns wichtig, mit möglichst allen Betroffenen im Vorfeld das persönliche Gespräch zu suchen beziehungsweise zu führen und auf individuelle Bedürfnisse einzugehen, soweit dies die Interessen der Allgemeinheit zulassen.

Sie haben mitgeteilt, dass im Rahmen der Mitwirkung zur Küssnachter Zentrumsgestaltung auch mit Organisationen und Kommissionen gesprochen wurde, respektive diese Stellungnahmen eingereicht hätten. Wie fallen diese aus?

Diese fallen grundsätzlich positiv aus, wir haben auch hier versucht, auf möglichst alle Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen und das grosse Ganze nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Bahnhofstrasse zu entlasten und umzugestalten, ist ein Kernstück der Verkehrsberuhigung. Was wäre, wenn der Bezirk diese Voraussetzungen durch Widerstand aus der Bevölkerung nicht umsetzen könnte?

Die Bevölkerung hat im Jahr 2011 bereits mit grosser Mehrheit der neuen Zentrumsgestaltung zugestimmt. Das Projekt wird in jedem Fall umgesetzt. Es geht nur noch um die konkrete Realisierung.

Wie sind die Kriterien zur Einführung einer Tempo-30- oder einer Tempo-20-Zone (Begegnungszone)?

Es gibt unzählige Kriterien von sehr vielen involvierten Behörden und Interessenvertretern zu berücksichtigen, beispielsweise Polizei, Tiefbauamt, Procap etc. Es würde den Rahmen sprengen, hier alle Kriterien aufzuzählen.

Wird die Verkehrsberuhigung respektive die damit einhergehende Temporeduktion in Etappen eingeführt oder schon vor den eigentlichen baulichen Massnahmen im Zentrum?

Das wird sich erst in der Umsetzungsplanung zeigen. Das Ressort Infrastruktur wird hier aber so weit als möglich auf die Bedürfnisse der Anwohner, Hausbesitzer und Unternehmer eingehen. Die Realisierungsphase ist aber wohl eine der grössten Herausforderungen und bedarf einer umfassenden Koordination.

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