Luzerner Comedian Johnny Burn geht nach rassistischer Aussage einer Bankmitarbeiterin an die Öffentlichkeit

Johnny Burn alias Mav Bun machte immer wieder negative Erfahrungen mit Rassismus. Nun hat er nach einem Besuch in einer Luzerner Bank genug und geht mit einem Statement an die Öffentlichkeit.

Janick Wetterwald
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Johnny Burn hat genug: Er veröffentlicht ein Statement zum Thema Rassismus, indem er eine konkrete Situation beschreibt, die er selbst erlebt hat.

Johnny Burn hat genug: Er veröffentlicht ein Statement zum Thema Rassismus, indem er eine konkrete Situation beschreibt, die er selbst erlebt hat.

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 25. Oktober 2018)

«Es ist allein schon die „falsche“ Hautfarbe, die es dir verwehrt, als ein gleichberechtigter Teil dieser Gesellschaft wahrgenommen zu werden. Es ist ein Problem, das zu viele in diesem Land teilen und das jetzt – so unappetitlich es auch ist – auf den Tisch muss.»

Das sind zwei Sätze, die ziemlich am Anfang der Mitteilung von Johnny Burn stehen. Der Luzerner Comedian, der mit richtigem Namen Mav Bun heisst, hat via Facebook einen langen Text veröffentlicht. Es geht um Rassismus.

«Es sind viele Beispiele zusammengekommen, das letzte und aktuellste aber, macht mich fassungslos.»

Vorfall in einer Luzerner Bank

Burn schildert eine Situation am Schalter einer Bank in der Stadt Luzern – den Namen der Bank will er bewusst nicht nennen. Burn sollte nur kurz vorbeigehen, um sich auszuweisen. Er wird vom Info-Schalter zu einer Frau weiterverwiesen. Es kommt laut dem Statement des Comedians zu folgender Situation:

«Als ich von meinem Anliegen zu berichten begann, fragte sie mich ernsthaft, wer mich denn diesbezüglich zu ihr schickte. Ich antwortete freundlich: ‹Der Mann am Informationsschalter.› Nun wurde es unangenehm für mich.

Nicht nur, dass mein amtlich beglaubigter Führerschein kurzum von der besagten Dame nicht akzeptiert wurde, lieferte sie mir auch gleich eine haarsträubende Erklärung:

«Es tönt jetzt e chli rassistisch, aber sie gshend ned us wiä en Schwiizer und ihre Name tönt au ned schwiizerisch!»

Die Dame hielt inzwischen meine Bankkarte in den Händen, auf der de facto auch mein Name darauf steht. ‹Ich bruche vo ihne e ID oder e Pass›, fügte sie kritisch an. Ich bestand aber darauf, dass der Führerschein amtlich ist und meine Bankkarte von derselben Bank sei. Ob dies denn nicht genüge, fragte ich höflich.

Die Dame rief dann den Bankberater an, der am ersten Termin teilgenommen hatte. Währenddessen kopierte sie ungefragt meinen Führerschein und ganz nebenbei auch noch die Identitätskarte meiner Freundin. Inzwischen brodelte es dann doch so in mir, dass ich mir nicht verkneifen konnte nachzuschieben, dass ich sehr wohl wie ein Schweizer aussehe und fragte die Dame dann, als sie ihren Anruf beendet hatte, ob denn ein amtlich beglaubigter Führerausweis bei einem noch mehr schweizerisch Aussehenden, mit einem noch mehr schweizerischen Namen denn gereicht hätte? Darauf sie: ‹Ich diskutiere ned mit ihne. Ich hole jetzt mi Vorgsezte!› Eigentlich hätte das mein nächster Satz sein sollen.»

Hier können Sie den ganzen Facebook-Post ansehen:

Johnny Burn ruft zur Mithilfe auf

Der Vorgesetzte habe sich bei ihm entschuldigt und gesagt, dass «so etwas nicht mehr vorkommen wird». Der Chef konnte jedoch gemäss Burn gar nicht wissen, was vorgefallen ist. Burn spricht in seinem Schreiben von einer «Floskel» und auf seine Forderung, die Frau solle sich bei ihm entschuldigen, habe der Vorgesetzte «nichts» gesagt. Burn schreibt: «NICHTS! Es war Zeit zu gehen.»

Dieser Vorfall sei nur der Gipfel eines riesigen Matterhorns steht gegen Ende des Statements. Er brauche keine Entschuldigungen mehr ohne Inhalt.

«Ich will, dass sich in unseren Köpfen etwas ändert. Und zwar jetzt und nicht erst morgen, wenn sich unsere Gesellschaft gespalten hat. Dafür liebe ich meine Heimat, die Schweiz zu sehr!»

Er apelliert, dieses Problem müsse in den Griff bekommen werden. Es sollen alle mithelfen – es sei höchste Zeit.

Hinweis: Kurz bevor Johnny Burn seinen Facebook-Beitrag veröffentlichte, hat er sich auch mit einem Schreiben persönlich an den CEO der Bank gerichtet und seine Vorwürfe erläutert.

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