Der Luzerner Stadtrat spricht sich gegen eine unterirdische Parkierungsanlage am Pilatusplatz aus

Die Kosten für eine neue Anlage stünden in keinem Verhältnis zu den Nutzen, schreibt der Stadtrat in seiner Stellungnahme auf ein Postulat der bürgerlichen Parteien.

Stefan Dähler
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Der Pilatusplatz in Luzern, hier die Obergrundstrasse stadtauswärts.

Der Pilatusplatz in Luzern, hier die Obergrundstrasse stadtauswärts.

Bild: Dominik Wunderli (28. März 2019)

Am Luzerner Pilatusplatz sind in den nächsten Jahren grössere Bauarbeiten geplant. So müssten Werkleitungen saniert werden, weiter sind bessere Veloverbindungen vorgesehen. Auch eine neue Verkehrsführung für Autos steht zur Debatte. Diese Arbeiten sollten genutzt werden, um auch eine neue unterirdische Parkierungsanlage zu realisieren und damit auch das bestehende Parkhaus Kesselturm ersetzen. Das schlugen FDP, CVP, SVP und GLP in einem gemeinsamen Postulat vor. Mit der neuen Anlage sollten zudem die überirdischen Parkplätze am Pilatusplatz kompensiert werden, die im Rahmen des Umbaus wegfallen.

Nun liegt die Antwort des Stadtrats vor. Er lehnt das Postulat ab, wie er schreibt. Damit folgt er der Empfehlung des Tiefbauamts. Es sei für eine unterirdische Anlage mit «sehr hohen Kosten» zu rechnen, «die in keinem Verhältnis zum damit verbundenen städtebaulichen Nutzen stehen». Denn es müssten Zu- und Wegfahrtsrampen erstellt werden. Weiter sei die Verkehrsbelastung im Gebiet sehr hoch und es bestünden zahlreiche Werkleitungen, was den baulichen Aufwand erhöhe. Zudem stünden im Kesselturm bis auf wenige Spitzenstunden im Jahr stets mindestens 20 Parkplätze zur Verfügung.

Der Stadtrat sei aber bereit, «eine gewisse Zahl von Oberflächenparkplätzen am heutigen Standort zu erhalten», wie er weiter schreibt. Heute seien es 46, gemäss einer städtebaulichen Studie könnten es künftig rund 10 sein. Der Parkplatzabbau sei aus Sicherheits- und Platzgründen nötig.

Noch kein Entscheid zur Y-Achse

Bezüglich künftiger Verkehrsführung am Pilatusplatz hat sich der Stadtrat noch nicht entschieden. Zur Debatte stehen die Variante 1, die wie heute funktionieren würde, und die sogenannte Y-Achse. Letztere sieht vor, das Einbahnregime auf dem Hallwilerweg und der Obergrundstrasse aufzuheben. Stattdessen soll der Autoverkehr auf dem Hallwilerweg abgewickelt werden. Ein Teil der Obergrundstrasse soll als verkehrsberuhigte Achse vor allem dem ÖV und Velos vorbehalten sein:

Quelle: Stadt Luzern

Der Stadtrat will nun die Y-Achse zu einem Vorprojekt ausarbeiten, wie er mitteilt. Parallel werde ein Vorschlag der IG Pilatusplatz für die Beibehaltung von möglichst vielen Parkplätzen mit der jetzigen Verkehrsführung geprüft. Danach «vergleicht der Stadtrat die Y-Lösung mit dem alten Vorprojekt. Das bessere Projekt beantragt er dann beim Kanton zur Bewilligung.» Dies ist nötig, weil Kantonsstrassen betroffen sind. Der Entscheid des Kantons soll 2021 vorliegen. Der Baubeginn sei frühestens zwischen 2024 und 2026 denkbar.

«Der Stadtrat sieht Potenzial in der Y-Lösung», wie er weiter schreibt. «Der Raum erfährt trotz des weiterhin stattfindenden, moderaten und gewollten Verkehrs eine deutliche Attraktivierung.» Da es sich um ein sehr kontroverses Thema handelt, hat er im Februar nochmals «Anwohnende, Quartiervereine, das betroffene Gewerbe, Interessenverbände, etc.» konsultiert. Die Rückmeldungen seien kontrovers ausgefallen. Der Verzicht auf eine Tiefgarage könne aber «grossmehrheitlich nachvollzogen werden». Im Vorprojekt sollen offene Punkte wie Lärm oder Mehrverkehr in den Quartieren und technische Aspekte geprüft werden.

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