Der Luzerner Stadtrat will in der neuen Landesausstellung Nexpo den Transit thematisieren

Von Theater bis zur Forschung: Bei der geplanten Landesausstellung Nexpo soll sich in Luzern alles um den Transit, den Tourismus und die Mobilität drehen – und um den Durchgangsbahnhof.

Simon Mathis
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Für die Teilnahme an der neuen Landesausstellung Nexpo beantragt der Luzerner Stadtrat beim Parlament einen Kredit von rund 400'000 Franken. Die Idee hinter der Nexpo ist eine dezentrale Landesausstellung, welche die ganze Schweiz über die Sprachgrenzen hinweg bespielt.

Verfolgt wird das Vorhaben von den zehn grössten Städten der Schweiz, zu denen auch Luzern gehört. Zu diesem Zweck gründeten die Stadtpräsidien 2016 die Interessengemeinschaft «Zehn Städte für eine Landesausstellung». Die Projektskizze liegt bereits vor; sie wurde von einem Autorenteam rund um den Germanisten Juri Steiner verfasst.

Ansicht des Güterbahnhofs beim Bahnhof in Luzern.

Ansicht des Güterbahnhofs beim Bahnhof in Luzern.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 13. Januar 2020)

Auch andere Expos buhlen um die Gunst des Bundes

Der Kredit soll in die Lancierung und Ausschreibung des Stadtluzerner Nexpo-Beitrages fliessen; er firmiert unter dem Arbeitstitel «Nexpo Transit». Ziel dahinter ist es, die Transitsituation Luzerns zu thematisieren und mit dem Durchgangsbahnhof in Verbindung zu bringen. Auch der Kanton Luzern habe Interesse an diesem Themenschwerpunkt bekundet, so der Stadtrat.

Die Stadt sammelte Ideen in einem breit abgestützten Workshop; so wurde das Thema Transit bestimmt. «Wir haben uns dazu entschieden, den Durchgangsbahnhof als Aufhänger zu nutzen», sagt Stadtpräsident Beat Züsli. «Es soll sich aber nicht auf dieses Bauwerk beschränken. Der Begriff Transit kann sehr weit ausgelegt und auch kreativ, künstlerisch, wissenschaftlich oder sozialpolitisch interpretiert werden.» Mit einer frühen Projektbeteiligung und Ausschreibung wolle die Stadt Luzern signalisieren, dass sie sich aktiv an der Nexpo-Idee beteiligen will.

Je konkreter die Ideen sind, desto bessere Chancen erhofft sich der Verein Nexpo auch beim Bund. Dieser hat sich nämlich noch nicht festgelegt, ob er die Nexpo als offizielle Landesausstellung unterstützen will. Auch Konkurrenzprojekte wie «Svizra27», «X-27 Rendez-vous der Schweiz» und «Muntagna – die Alpenexpo» buhlen um die Unterstützung des Bundes. «Sie alle haben ein Interesse daran, dass der Bund mit einem Grundsatzentscheid Planungssicherheit schafft», so Züsli.

Eine Milliarde billiger als die Expo 2002

Die Durchführung der Nexpo steht und fällt mit dem Beschluss des Bundes; er würde sich zu knapp 50 Prozent an den Kosten beteiligen. Diese liegen bei schätzungsweise 620 Millionen Franken, wovon die Stadt Luzern insgesamt rund 2,4 Millionen Franken übernähme. «Der Stadtrat ist überzeugt davon, dass die Chancen der Nexpo für eine Beteiligung des Bundes hoch sind», so Beat Züsli.

Die Nexpo sei wesentlich weniger kostspielig als die Expo.02, betont Züsli. «Der Fokus liegt weniger darauf, grosse Infrastrukturen zu bauen. Die Nexpo soll nachhaltig sein.» Zum Vergleich: Die Landesausstellung von 2002 kostete 1,6 Milliarden Franken. Der Verein «Nexpo – die neue Expo» rechnet mit 1 Milliarde weniger.

Der Kredit von 400'000 Franken umfasst neben der Ausschreibung von Nexpo Transit auch den Betrag für die Nexpo-Vereinsmitgliedschaft von 2020 bis 2022. Zudem fliesst ein Teil des Geldes in das nationale Hauptprojekt.

Neue, innovative und attraktive Ideen gesucht

Vorstellbar seien etwa Veranstaltungsreihen, Diskussionsforen, dokumentarische oder künstlerische Ausstellungen, wissenschaftliche Forschung und Kolloquien. Auch künstlerische Produktionen wie Theaterprojekte, Musikstücke oder Ausstellungen im öffentlichen Raum könne sich der Stadtrat vorstellen. Die Liste möglicher Präsentationsformen ist lang, hält er in seinem Bericht und Antrag fest.

Dem Stadtrat ist indes wichtig, dass die Projektideen neu, innovativ und attraktiv sind; das Projekt müsse eine gewisse Aussenwirkung entfalten und von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Am Ende werde Nexpo Transit wahrscheinlich auf eine Mischform mit unterschiedlichen Partnern und Disziplinen hinauslaufen.

Als mögliche Partner nennt der Luzerner Stadtrat unter anderem das Verkehrshaus mit seinen «hervorragenden Kontakten zu zahlreichen Bundesstellen und Wirtschaftsakteuren». Weitere ideelle Projektpartner könnten private Stiftungen sowie Institutionen wie die Gemeinnützige Gesellschaft der Stadt Luzern sowie das künftige neue kantonale Museum sein. Entsprechende Gespräche würden aufgenommen. Zudem seien Partnerschaften mit der Zentralschweizer Tourismusbranche und der Wirtschaft denkbar. Der Stadtrat fordert mögliche Partner dazu auf, sich zu engagieren.

Mit der Projektevaluation will der Stadtrat 2021 starten. Sie soll per Juryentscheid erfolgen.

Weitere Informationen zur neuen Landesausstellung sind zu finden unter nexpo.ch.