Der Martinivater bittet die Hochdorfer zum Tanz

Albert Fellmann und seine Frau Christina ermuntern die Fasnächtler im Seetal zu mehr Bewegung.

Hannes Bucher
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Christina und Albert Fellmann sind das Martinipaar der Martinizunft Hochdorf.

Christina und Albert Fellmann sind das Martinipaar der Martinizunft Hochdorf. 

Bild: Boris Bürgisser (Baldegg, 24. Januar 2020)

Sie haben sich beim Tanzen kennen gelernt, Tanzen ist nach wie vor ein Hobby – jetzt wollen sie als diesjähriges Martinipaar auch die Hochdorfer tanzen lassen. «Let’s dance – darf ich bitten»: Dieses galante Motto hat der Martinivater Albert Fellmann denn auch über seine Fasnachtsregentschaft gesetzt und der Schriftzug prangt farbig und gross beim Eingang ihres Einfamilienhauses an der Himmelrichstrasse in Baldegg. Da wohnen die Fellmanns.

Eine schöne Adresse, nicht? «Ja, und der Strassenname trifft voll zu. Wir haben unseren Himmel hier gefunden», sagt Ehefrau Christina Fellmann. Sie sind vor 31 Jahren zugezogen. «Zufällig» habe es sie «ins Seetal verschlagen», erzählen sie. Hier haben sie ein passendes Haus gefunden, distanzmässig passend für den Arbeitsweg des Informatikers Albert Fellmann. Inzwischen sind sie hier bestens daheim. Da haben sie ihre drei nun erwachsenen Kinder Ramona, Manuel und Tiziano grossgezogen.

Zünftler, aber nie im Zunftrat

Seit neun Jahren ist Albert Fellmann in der Martinizunft Hochdorf dabei. Ein wenig als «Quereinsteiger» sei er am 9. November 2019 zum Martinivater gewählt worden – «quer» deshalb, weil er selber nie im Zunftrat war. «Überwältigt» sei er nach der Wahl ob der Standing Ovation, die er entgegennehmen durfte, gewesen und «unglaublich schöne Reaktionen» habe er von ringsum erfahren.

Albert Fellmann ist der 66. Martinivater der 1953 gegründeten Martinizunft Hochdorf. Diese bekam letztes Jahr den Kulturpreis zugesprochen – für die aktive Pflege von Brauchtum, im Speziellen als Hauptträger der Fasnacht in Hochdorf. Die närrischen Tage beginnen in Hochdorf jeweils mit dem Urknall um 5 Uhr am Schmutzigen Donnerstag.

Einer der Höhepunkte der «Hofderer» Fasnacht ist der Umzug am Güdis-Dienstag. Da werden wohl auch dieses Jahr wiederum um die 20000 Schaulustige die Strassen säumen. Und diese sollen tanzen – dem zunftmeisterlichen Motto entsprechend. «Ich stellte jeweils fest, dass an Umzügen am Strassenrand wenig läuft, die Zuschauer recht passiv sind», sagt Albert Fellmann.

Das Martinipaar möchte das ändern, Bewegung in den Reihen sehen: «Mitklatschen, Mitschaukeln, die Leute sollen aktiv sein», sagt Christine Fellmann. An ihnen beiden dürfte es nicht fehlen. Sie haben die Fasnacht seit Kindsbeinen im Blut. Auch ihre eigenen Kinder sind fasnächtlich infiziert, alle drei sind etwa bei den Stägbachfägern Hohenrain mit dabei.

Das Martinipaar wird in den kommenden Wochen viele Termine und fasnächtliche Aufgaben zu bewältigen haben. Die Martinimutter wird ihren Gatten bei allen offiziellen Anlässen begleiten, etwa bei den Besuchen in den Alterswohnheimen, des Heilpädagogischen Zentrums und des Brändi Hochdorf. Christina Fellmann wird dafür Geschenke und Mitbringsel organisieren, respektive selber herstellen. «Sie macht 100-prozentig mit», sagt Albert Fellmann. Die Martinimutter hat zudem die Schirmherrschaft über den Kinderumzug am Güdis Montag.

Wann ist für den Martinivater die Fasnacht rüüdig schön? «Ein fröhliches Miteinander und ganz viel Lebensfreude und Lachen müssen dabei sein», sagt er spontan. «Lachen ist ansteckend und kehrt zu dir zurück.» Und eben, getanzt muss werden. «Tanzen ist nicht nur gesund – es macht auch glücklich.» Und: «Man muss kein guter Tänzer sein – einfach mal spüren und sich mitreissen lassen.»

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