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Luzerner Absolventin war der Menschenwürde auf der Spur

Die Bachelorarbeit führte Magdalena Wyss in die Philosophie, die Rechtswissenschaften und durch die Jahrtausende.
Manuel Burkhard
Magdalena Wyss hat vor kurzem das Bachelorstudium abgeschlossen. (Bild: Boris Bürgisser, Emmen, 9. September 2019)

Magdalena Wyss hat vor kurzem das Bachelorstudium abgeschlossen. (Bild: Boris Bürgisser, Emmen, 9. September 2019)

Magdalena Wyss (26) hat einen bewegten Sommer hinter sich. Da war ihre Bachelorarbeit, mit der sie ihr Studium der Sozialen Arbeit abgeschlossen hat. Sie gab diese sogar ein paar Tage vor dem Termin ab, am 7. August. Denn da war ja noch etwas anderes drei Tage später: eine Hochzeit – und zwar ihre eigene.

Zwei Ereignisse, die viel Planung und zeitlichen Aufwand mit sich brachten. «Auch emotional war ich doppelt gefordert,» erzählt sie. Zum Glück ist sie als frisch diplomierte Sozialarbeiterin für emotionale Herausforderungen gewappnet.

Humanitäre Einsätze in Indien und Kambodscha

Ihr Weg in dieses Fachgebiet war vorgezeichnet. Ihre ausgeprägte soziale Ader habe sie schon früh wahrgenommen. Nach der Matura zog es die Schwyzerin, die heute in Emmenbrücke lebt, zuerst weg. Während zwei Jahren arbeitete sie bei einer christlichen Organisation in Schottland. Zu ihrem Engagement gehörten neben der Betreuung von Jugendlichen, die dort Kurse besuchten, auch humanitäre Einsätze in Indien und Kambodscha. Dass es sich um eine christliche Institution handelte, kam nicht von ungefähr: Ihr Glaube war stets ein Fixpunkt in ihrem Leben. Aus ihm speist sich ihre Überzeugung, sich für andere einsetzen zu wollen. Zurück in der Heimat, nahm sie ein Theologiestudium auf, schwenkte aber nach einem Jahr um auf Sozialarbeit. «Mich faszinierte der direkte Kontakt und der Fokus auf Beratung», erklärt Wyss.

Doch das Interesse an Grundsatzfragen, die sie an der Theologie gereizt hatten, war noch immer da und führte sie schliesslich zum Thema ihrer Abschlussarbeit: Die Bedeutung und Relevanz der Menschenwürde. Den Ausschlag dazu gab eine schwierige Situation, die sie in einem Praktikum erlebte: «Die Frage war, ob man gegen den expliziten Willen des Betroffenen eine Gefährdungsmeldung machen darf.» Was also ist höher zu gewichten: Das Bestreben der Fachperson, einen Menschen vor körperlicher Selbstverletzung zu bewahren, oder der freie Wille des Betroffenen?

Der Begriff der Würde ist omnipräsent, findet sich in der Erklärung der Menschenrechte, der Bundesverfassung und stellt einen Grundwert der Sozialen Arbeit dar. Doch Magdalena Wyss musste feststellen:

«Es gibt keine allgemeingültige Definition von ‹Würde›».

Also vertiefte sie sich in die Literatur und spürte der sich wandelnden Bedeutung des Worte nach: von der Antike, in der Würde an Verdienste und Ämter gebunden war, bis zur aufgeklärten Gegenwart, in der sie auf ganz unterschiedliche Auffassungen des Begriffs stiess. Sie fand Erklärungsansätze in der Philosophie und den Rechtswissenschaften, befasste sich mit Kritik – der Begriff an sich sei leer – und zog schliesslich ihre eigenen Schlussfolgerungen. Die Würde zu achten bedeutet für sie: «Ich anerkenne den Wert meines Gegenübers, achte ihre Autonomie und Rechte und unterstütze sie bei deren Durchsetzung.»

«Ich konnte mich bisher immer gut abgrenzen»

So stand am Ende ihrer Arbeit also ein Handlungsgrundsatz für ihre eigene Tätigkeit. Zurzeit ist sie im Sozialdienst einer Reha-Klinik tätig. Gerne würde sie bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) arbeiten. Dass diese Aussage für Verwunderung sorgt, überrascht sie nicht mehr. Sie ist überzeugt, dass die Behörde eine für die Gesellschaft wichtige Aufgabe wahrnimmt. Das würde bedeuten, dass ihr Arbeitsalltag eine stetige Abfolge von Krisensituationen wäre. Wie meistert man das? «Bisher konnte ich mich immer gut abgrenzen,» sagt Magdalena Wyss. Ihre soziale Ader scheint sie also an den richtigen Ort geführt zu haben.

Das sind die Luzerner Absolventen

Julia Agner, Buttisholz; Joel Arnet, Honau; Adrian Bärfuss, Luzern; Melanie Bucher, Knutwil; Numa Canova, Luzern; Dorina Linda Egli, Luzern; Sahra Fatima El-Ali, Luzern; Lea Estermann, Luzern; Baktygul Fruci, Root; Aurea Haas, Hasle; Jasmin Huber, Willisau; Tom Huber, Luzern; Bianca Magdalena Hunkeler, Luzern; Helen Hunkeler, Pfaffnau; Joëlle Kyburz, Luzern; Josef Nogueira, Rain; Angeline Portmann, Neuenkirch; Sofia Elisa Rabagliati, Adligenswil; Dorentina Sahiti, Reiden; Corinne Stöckli, Hofstatt; Karin Suter, Kriens; Patricia von Ah, Luzern.

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