Der nächste Dämpfer für die Grossfusion

Nach Emmen will auch Adligenswil die Fusionsverhandlungen stoppen und aus dem Projekt «Starke Stadtregion» aussteigen.

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Diese fünf Luzerner Gemeinden stecken in der Fusionsdiskussion. (Bild: Oliver Marx, Quelle: Lustat.)

Diese fünf Luzerner Gemeinden stecken in der Fusionsdiskussion. (Bild: Oliver Marx, Quelle: Lustat.)

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass Adligenswil dank den eigenen Stärken wie der hohen Wohn- und Lebensqualität, gesunden Finanzen und dem aktiven Gemeinwesen das Potential hat, auch in Zukunft eigenständig bleiben zu können. Er ist nach Prüfung des Schlussberichts und nach Abwägung aller Vor- und Nachteile zum Schluss gekommen, aus dem Projekt «Starke Stadtregion» auszusteigen und beantragt dem Stimmbürger, das Projekt nicht weiterzuverfolgen. Die Gemeindeversammlung wird am 29. November abschliessend entscheiden.

Diese fünf Luzerner Gemeinden stecken in der Fusionsdiskussion. (Bild: Oliver Marx, Quelle: Lustat.)

Diese fünf Luzerner Gemeinden stecken in der Fusionsdiskussion. (Bild: Oliver Marx, Quelle: Lustat.)

In seiner Begründung schreibt die Gemeinde, dass Adligenswil wesentlich mehr zu verlieren als zu gewinnen hätte. Dies betreffe insbesondere den Verlust der Selbstbestimmung und der Mitsprache in wesentlichen Gemeindeangelegenheiten wie in der Finanzpolitik sowie in der Ortsplanung und Siedlungspolitik. So hätte Adligenswil als kleinste Fusionsgemeinde im besten Falle mathematisch nur zwei der insgesamt 60 Sitze im künftigen Parlament (3,7 Prozent der Gesamtbevölkerung).

In einem Grossraum würde die Anonymität zunehmen und als Folge davon unter anderem ein Desinteresse am Gemeinwohl wie politische Mitwirkung, Freiwilligenarbeit und Vereinsleben entstehen, wie die Gemeinde weiter schreibt. Der Gemeinderat setze auf den Status quo, also auf Eigenständigkeit und vermehrt auf Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden, wo es Sinn mache.

pd/rem

«Starke Stadtregion Luzern» bedauert Entscheid

In einer ersten Stellungnahme bedauert Projektsteuerung Starke Stadtregion Luzern den Entscheid des Gemeinderats Adligenswil, akzeptiert ihn aber. Die Grundsatzvereinbarung der Projektgemeinden sieht vor, dass die Gemeinden bei jedem Meilenstein entscheiden können, ob sie im Projekt bleibt oder aussteigt. Die Projektsteuerung Starke Stadtregion Luzern empfiehlt den Gemeinden Adligenswil, Ebikon, Emmen, Kriens und Luzern gemäss ihrem Schlussbericht vom 25. Februar 2011, das Szenario Fusion weiterzuverfolgen.

pd/zim