Malters: Der neue Sozialvorsteher kennt die Gemeinde wie seine Westentasche

Mit dem zweitbesten Resultat startet Claudio Spescha (CVP) am 1. September als Sozialvorsteher von Malters.

Sandra Monika Ziegler
Merken
Drucken
Teilen
Claudio Spescha (Jahrgang 1985) oberhalb von Malters.

Claudio Spescha (Jahrgang 1985) oberhalb von Malters.

Bild: Boris Bürgisser (3. April 2020)

Claudio Spescha (CVP) ist in Malters der neue Sozialvorsteher und tritt damit die Nachfolge von Christine Buob (ebenfalls CVP) an. Gewählt wurde er am Sonntag mit 1205 Stimmen, dem zweitbesten Resultat. Er erreichte 150 mehr Stimmen als Parteikollege und Gemeindeammann Marcel Lotter. Als Gemeindeammann müsse man eben dem einen oder anderen auf die Füsse treten, das würden nicht alle sportlich nehmen, mutmasst Spescha.

Er kennt die Gemeinde wie seine Westentasche. Seit er anderthab jährig ist, wohnt er hier. Das gute Wahlresultat freut ihn besonders in Coronazeiten: «Es gab ja nicht mal einen klassischen Wahlkampf mit Händeschütteln und so.» Eine Herausforderung seines neuen Amtes sieht er in der Altersbetreuung:

«Ich werde mich mit Herzblut dafür einsetzen, dass möglichst viele Menschen auch im Alter hier in der Gemeinde bleiben können und so gut wie möglich betreut werden.»

Zu seinem Aufgabenbereich wird auch das Ressort Jugend gehören, das neu dem Amt des Sozialvorstehers zugeteilt wird. Jugendliche und Menschen die gesundheitlich oder wirtschaftlich kämpfen müssen seien quasi sein Fachgebiet, erwähnt Spescha, der Soziologie und Erziehungswissenschaften studierte.

C im Parteinamen bremst Anziehungskraft

Den Gedanken, politisch aktiv zu werden, hegte er bereits vor fünf Jahren. Fast gleichzeitig kam die Anfrage der CVP. Doch auch ohne Anfrage hätte er sich für diese Partei entschieden, denn die christlichen Werte sind im sehr wichtig. Ob es dafür das C im Parteinamen braucht, stellt er aber in Frage. «Das C bremst die Anziehungskraft, vor allem bei der Jugend. Die Grösse ist die Stärke und das fordert den Anschluss an den Zeitgeist, da ist das C nicht hilfreich.» Zudem werde das C mit den dunklen Kapiteln der Katholischen Kirche in Verbindung gebracht und zuwenig mit den christlichen Werten. Für den Fototermin wählte Spescha einen Aussichtspunkt am Sonnenhang. Von hier aus ist der Blick frei auf das Gemeindegebiet. «1996, als ich noch in die Primarschule ging, waren wir 6000 Einwohnerinnen und Einwohner. Heute sind es 7200. Man kennt sich nicht mehr wie früher.» Jährlich werde mit 200 bis 300 Zuzügern gerechnet. Und sind einmal alle Projekte realisiert, so werden es 8500 Personen sein. «Dieses Wachstum wird auch meine zukünftiges Ressort vor neue Herausforderungen stellen.»

Die Gemeinde sei ein attraktiver Wohnort, profitiere von der nahen Lage zur Stadt Luzern und sei mit wenigen Ausnahmen mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen. Spricht er damit die Verbindungen nach Kriens an? «Ja, genau, nach Kriens könnte punkto öffentlicher Verkehr noch nachgebessert werden.»

Von Bern zurück nach Malters

Das Amt des Sozialvorstehers soll künftig mit einem 50-Prozent-Pensum ausgeführt werden, bei seiner Vorgängerin waren es noch 67 Prozent. Ist das zu meistern? «Das wird sich weisen, ich bin guten Mutes und freue mich auf die Herausforderung.» Für Claudio Spescha, der bis dato in Bern als Bereichsleiter Freiwilligenarbeit beim Dachverband der Jugendverbände arbeitet, ist dies eine Rückkehr von der nationalen auf die kommunale Ebene.

Und wem gibt er Chancen im zweiten Wahlgang für den verbleibenden Gemeinderatssitz? «Unsere Partei unterstützt Martin Wicki. Die SVP hat mit ihm einen wählbaren Kandidaten aufgestellt.»