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Der Polit-Pilot und Wetterfrosch

Als junger Pilot und Maturand beschäftigt sich Serafin Curti intensiv mit dem Wetter. Der 21-jährige organisiert aber auch schon mal einen politischen Sturm.
Urs-Ueli Schorno
Serafin Curti bei der Wetterstation auf dem Dach der Kanti Sursee. Bild: Boris Bürgisser (14. Juni 2018)

Serafin Curti bei der Wetterstation auf dem Dach der Kanti Sursee. Bild: Boris Bürgisser (14. Juni 2018)

Und nun zum Wetter: Über dem Dach der Kanti Sursee, wo der Schenkoner Serafin Curti (21) für das Portraitfoto posiert, lugt die Sonne immer wieder hinter ein paar Wolken hervor. «Perfektes Fliegerwetter», sagt der Maturand, während er nach oben schaut.

Mit Wetterprognosen für Piloten hat er sich in seiner Maturaarbeit beschäftigt. Nicht von ungefähr: Seit zwei Jahren hebt Curti regelmässig ab, darf seit kurzem als Schlepppilot auch selbstständig Segelflieger in die Lüfte bringen oder Passagiere über die Alpen pilotieren. «Wenn es ein paar Wolken am Himmel hat, ist es am spannendsten, dann kann man durch die Lücken Slalom fliegen.»

Wetterprognosen von Auge überprüft

Doch das Wetter hat auch eine Kehrseite. Für den Piloten ist es überlebenswichtig, möglichst exakt über die meteorologischen Verhältnisse informiert zu sein. Im Rahmen seiner Maturaarbeit hat Curti die Daten verschiedener Wetterdienste von Auge überprüft, indem er gewisse Strecken abgeflogen ist. Das Resultat: «Nur ein Vergleich verschiedener Dienste bringt eine genaue Prognose.»

Jungpilot Serafin Curti in Aktion. (Bild: PD)

Jungpilot Serafin Curti in Aktion. (Bild: PD)

Curti spricht in einer Selbstverständlichkeit von der Verantwortung des Piloten, die unter Gleichaltrigen seinesgleichen sucht. «Jede Entscheidung, die ich treffe, hat Konsequenzen. Wenn ich bei schlechtem Wetter in ein Tal hineinfliege, kann es sein, dass ich nicht einfach so wieder hinauskomme. Es ist eine permanente Risikoabschätzung – die zentral vom Wetter abhängt.» Die Konsequenzen des eigenen Handelns zu erkennen sei das Eine, Fliegen etwas Anderes. «Ich kenne nichts, das so befreiend ist, wie ein Flugzeug durch die Lüfte zu steuern.»

Schülerprotest organisiert

Dieses Gefühl ist auch ein Grund, weshalb Curti keine politische Karriere einschlägt. Denn: Vor vier Jahren hat er sich einen Namen gemacht, als er den Verband Luzerner Schülerorganisationen ins Leben rief, der die schweizweiten Proteste gegen die «Zwangsferienwoche» organisierte.

Die Idee sei es gewesen, Schüler verschiedener Kantone zu vereinen und ihnen eine Stimme zu verschaffen. «Ich habe mir gedacht, man kann ja nicht nur motzen, sondern muss auch etwas tun.» Nachdem Gesprächsangebote seitens der Schüler nicht fruchteten, wurde zum schweizweiten Protest ausgerufen. «Vom grossen Echo war ich schliesslich doch überrascht», so Curti. Auch wenn er ein späteres politisches Engagement nicht ausschliessen will: Vorerst lebt er lieber den Traum vom Fliegen weiter.

Bald rückt Curti in die «grünen Ferien» ein, nach Payerne, wo er als Fliegersoldat eingeteilt ist. Militärpilot will er aber, obwohl er den fliegerischen Vorkurs der Armee besucht hat, nicht werden. «Mein Ziel ist es, als Zivilpilot bei der Swiss zu fliegen.» Auch ein Geografiestudium zieht er in Betracht.

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