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Der Rohbau des Staffeln-Schulhauses in Littau steht – nun kommen die Wünsche der Kinder zum Zug

Der Neubau des grössten Stadtluzerner Primarschulhauses ist auf Kurs. Nun geht es an den Innenausbau. Damit sich die Kinder in der grossen Anlage wohl fühlen, liessen sich die Planer etwas Spezielles einfallen.
Stefan Dähler
Blick auf die Baustelle des Schulhauses Staffeln. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 4. Juli 2019)

Blick auf die Baustelle des Schulhauses Staffeln. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 4. Juli 2019)

Eine erste grosse Etappe ist geschafft. Der Rohbau des neuen Schulhauses Staffeln im Luzerner Stadtteil Littau ist praktisch vollendet. Am Donnerstag fand zu diesem Anlass auf der Baustelle das Richtfest statt. «Es gab bisher keine Unfälle und die Kostendisziplin ist gut», sagte Baudirektorin Manuela Jost (GLP) an einem Medienrundgang. Der 2017 vom Stimmvolk bewilligte 53,7-Millionen-Kredit dürfte eingehalten werden. Auch terminlich sei man auf Kurs. Im Juli 2020 soll die neue Schulanlage bezogen werden.

Das Staffeln wird dann mit rund 600 Kindern das grösste Primarschulhaus der Stadt Luzern und eines der grössten der Schweiz sein. Damit sich die Kinder trotzdem heimisch fühlen, setzt die Stadt auf sogenannte «kleine Schulen». Die 24 Klassen im Hauptgebäude werden dafür räumlich in sechs Einheiten mit vier Klassenzimmern unterteilt. Jede «kleine Schule» erhält einen eigenen Treppenaufgang, ein WC, eine Kochnische, zwei Gruppenräume und einen zentralen Raum, der vielseitig nutzbar sein wird. Weiter werde man Wünsche von Kindern berücksichtigen. Georg Joho, Bauherrenvertreter Stadt Luzern, sagt:

«Viele wollen ein farbiges
Schulhaus, darum werden
die Zimmer farbig sein.»

Wie das ungefähr aussehen wird, zeigt dieses Bild:

(Visualisierung: PD/Sonja Kretz)

(Visualisierung: PD/Sonja Kretz)

Farbig wird auch die Kunst am Bau sein: ein kleiner, farbiger Pavillon des Luzerner Künstlers Claude Sandoz, in dem die Kinder spielen können.

Neben dem Hauptgebäude besteht die Schulanlage aus zwei weiteren Gebäuden: eines für Kindergarten, Tagesstrukturen und Bibliothek, das andere mit Aula, Dreifachturnhalle und Musikzimmern. «Die Turnhalle ist so konzipiert, dass darin auch Ligaspiele und Turniere stattfinden können», sagt Joho. Dafür gibt es eine ausziehbare Tribüne mit rund 600 Plätzen. Künftig würden in der Halle etwa Basketball-Ligaspiele durchgeführt. Hier die Turnhalle im Rohbau:

(Bild: Stefan Dähler, 4. Juli 2019)

(Bild: Stefan Dähler, 4. Juli 2019)

Weiter gibt es einen öffentlichen Spielplatz, ein Kunstrasen-Fussballfeld und einen zentralen Pausenplatz zwischen den drei Gebäuden. Auch bei der Aussenraumgestaltung konnten die Kinder mitwirken. Oft erwähnt worden seien unter anderem Wasserspiel-, Rutsch- und Hüpf-Möglichkeiten, solche werde es nun auch geben, so Joho.

Heizen mit Fernwärme

Realisiert wird das Schulhaus vom Zürcher Architekturbüro Blättler Dafflon. Es handelt sich um Minergie-Bauten. Damit es nicht zu heiss wird, ist eine sogenannte adiabatische Kühlung eingeplant. Dabei werden die Lüftungsleitungen mit Wasser beträufelt, die Verdunstung sorgt für eine leichte Abkühlung. Geheizt wird die Anlage grösstenteils mit Fernwärme der Swiss Steel in Emmenbrücke und der Renergia Perlen. Zudem entstehen Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern des Hauptgebäudes und des Kindergartens.

Manuela Jost betonte weiter, dass rund 95 Prozent der bisher am Bau beteiligten Firmen aus der Region stammten. Zwei Drittel der Arbeiten seien vergeben, weitere Ausschreibungen folgen demnächst. Im Zusammenhang mit dem Projekt wird für den Hochwasserschutz auch noch der Staffelntälibach teils revitalisiert oder in einen grösseren Kanal verlegt.

Architekt Rolf Blättler, Stadträtin Manuela Jost und Georg Joho, Bauherrenvertreter der Stadt Luzern (von links), führten durch die Baustelle. (Bild: Dominik Wunderli, 4. Juli 2019)

Architekt Rolf Blättler, Stadträtin Manuela Jost und Georg Joho, Bauherrenvertreter der Stadt Luzern (von links), führten durch die Baustelle. (Bild: Dominik Wunderli, 4. Juli 2019)

Abgerissen wegen Schadstoffen

Das Schulhaus Staffeln war das erste in Luzern, das wegen Schadstoff-Belastung in die Schlagzeilen geriet. Unter anderem wurden Formaldehyd und Naphthalin in der Anlage festgestellt. Es kam zu gesundheitlichen Beschwerden bei den Schülern und Lehrpersonen. Weil das Problem durch eine Sanierung im Jahr 2012 nicht behoben werden konnte, wurden die Schüler 2014 ausquartiert. Im Jahr darauf entschied der Stadtrat, das alte Schulhaus durch einen Neubau zu ersetzen. Nach der Erarbeitung des Projekts wurde der 53,7-Millionen-Baukredit Ende 2017 vom Stimmvolk mit 86 Prozent Ja-Stimmen klar gutgeheissen.

Wenn das neue Schulhaus nächstes Jahr eröffnet wird, kommt es zu einer grösseren Rochade: Die Kinder des Primarschulhauses Ruopigen zügeln ins Staffeln. Das Ruopigen wird für die Sek umgenutzt, damit im Sommer 2021 die Schüler vom provisorischen Schultrakt Gasshof dorthin ziehen können. Die Anlage Gasshof befindet sich im Privatbesitz, der Mietvertrag läuft 2021 aus.

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