Der Luzerner Rotsee erhält ab dem nächsten Frühling eine Elektro-Fähre

Der Benzinmotor der Rotsee-Fähre hat ausgedient. Und die Betreiber planen noch weitere Umwelt-Massnahmen.

Larissa Haas
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Die Rotseefähre soll im Frühling einen Elektromotor erhalten.

Die Rotseefähre soll im Frühling einen Elektromotor erhalten.

Bild: PD

Etwa 10’000 Passagiere lassen sich jedes Jahr per Fähre über den Rotsee transportieren. Zurzeit ist die Fähre zwar in der Winterpause – doch die Wiederaufnahme des Fährbetriebs im Frühling 2020 verspricht Spektakuläres: Künftig soll das Boot nämlich mit einem Elektromotor angetrieben werden. In Zeiten von #FridaysForFuture und internationalen Klimademonstrationen ist dieses Thema aktueller denn je.

Für den Betrieb der Rotseefähre verantwortlich ist der Quartierverein Maihof. Vereinspräsident Thomas Wüest betont, dass Idee einer Elektro-Fähre keineswegs erst in den letzten Monaten aufgrund der Klima-Debatte entstanden sei. Der Verein diskutiere bereits seit rund zwei Jahren über klimafreundliche Alternativen für den Bootsbetrieb.

Neue Fähre passt besser ins Naturschutzgebiet

Die Anschaffung eines Elektromotors sei nicht nur eine zeitgemässe Antwort auf die Umweltproblematik, sie passe auch viel besser zur Philosophie der Umgebung. Es mache «einfach keinen Sinn», in einem Naturschutz- und Naherholungsgebiet Benzin zu verbrennen, sagt Thomas Wüest. Vor allem, wenn doch die heutige Technologie tragfähige Lösungen biete. Der Präsident:

«Die Tierwelt wird es uns danken, wenn wir mit dem neuen Motor auch nicht mehr so viel Lärm machen wie bisher.»

Die Kosten für den Elektromotor belaufen sich auf rund 15’000 Franken. Finanziert wird dieser über die Vereinskasse.

Diese Neuanschaffung sei allerdings nur ein erster Teil des umfangreichen Projekts «Elektromotor». «Wir wollen nicht nur elektrisch, sondern auch mit selbst produziertem Solarstrom fahren», sagt Wüest und erklärt, welche Veränderungen der Quartierverein hierfür geplant hat: Auf dem Bootshaus sollen Solarzellen installiert werden, die nicht nur dem Fähre-Motor die nötige Energie liefern, sondern auch den allgemeinen Energiebedarf des «Fährihus» sicherstellt. Rund 35’000 Franken soll der Bau der Solaranlage auf dem Dach kosten. Nun hofft der Verein auf die finanzielle Unterstützung von Stiftungen und der Bevölkerung.

Schon 2020 soll der Bau der Solaranlage beginnen

Bis wann der nötige Betrag gesammelt sein wird, lässt Wüest allerdings noch offen: «Terminlich haben wir keinen Druck. Sobald wir die nötigen finanziellen Mittel beisammen haben, werden wir mit dem Bau der Solaranlage beginnen.» Ziel sei aber «ganz klar» noch im 2020 mit den Bauarbeiten zu beginnen, bestenfalls im Sommer oder im Herbst. «Wir wollen uns da schon nicht ewig Zeit lassen.»

Hinweis: Weitere Informationen zur Rotseefähre sowie zum Elektro-Projekt und der Spendensammlung finden Sie auf www.rotsee.lu

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