Der Rundweg soll weg vom Ufer des Baldeggersees

Die IG Weitsicht bringt sich beim Rundweg für Velofahrer und Fussgänger um den Baldeggersee mit einer neuen Version ins Spiel. Kanton Luzern, Gemeinden und Trägerverein halten sich aber noch bedeckt.

Ernesto Piazza
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Für den Rundweg um den Baldeggersee liegt eine neue Variante auf dem Tisch. Diese sieht einen Velo- und Fussweg an der Kantonsstrasse vor. (Bild: PD)

Für den Rundweg um den Baldeggersee liegt eine neue Variante auf dem Tisch. Diese sieht einen Velo- und Fussweg an der Kantonsstrasse vor. (Bild: PD)

Der Wunsch nach einem Seeuferweg rund um den Baldeggersee besteht seit nunmehr 40 Jahren. Aktuell fehlen bei der zirka 13 Kilometer langen Wanderroute noch zwei Teilstücke. Die wesentliche, umstrittenere Strecke befindet sich auf der Westseite des Sees. Dort geht es vor allem darum, die Ansprüche aller involvierten Player auf einen Nenner zu bringen. Davon betroffen sind Grundeigentümer, Erholungssuchende sowie Freizeitsportler.

Im Sommer wurden erstmals konkrete Pläne vom Trägerverein Rundweg Baldeggersee betreffend der geplanten, jedoch umstrittenen Linienführung kommuniziert.

Variante will Uferweg entlang der Strasse

Mit dem von der «Interessengemeinschaft Weitsicht» jetzt auf den Tisch gebrachten Lösungsvorschlag geht die Diskussion in die nächste Runde. Die Gruppierung befürwortet nämlich einen gemeinsamen Weg für Velofahrer und Fussgänger. Diesen planen sie ohne direkten Seeanstoss, bei dem Kantonsstrassen-Teil, welcher auf der Westseite die Dorfteile Nunwil und Retschwil miteinander verbindet. «Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe», ist Elmar Lang, Vertreter der Grundeigentümer und IG-Mitglied, überzeugt.

Die Lösung würde den heute engen Platzverhältnissen auf diesem Verkehrsabschnitt entgegenkommen. Zudem biete die Mehrheit der Eigentümer und Bewirtschafter im besagten Abschnitt Hand für eine solche Variante, sagt Lang. Ein ufernaher Fussweg, der Velofahrer ausschliesse, Kulturland zerschneide, in geschützte Lebensräume gebaut werden müsse und nicht ohne langwierige Anpassungen der kantonalen Schutzverordnung bewilligt werden könne, sei verschiedentlich auf Unverständnis gestossen.

«Mit der neuen Variante schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe.»

Elmar Lang, Mitglied IG Weitsicht

Die IG schlägt dem Kanton und den Gemeinden deshalb konkret vor, den Fokus auf einen «Aus-, respektive Neubau eines kombinierten Velo-Fussweges entlang der Strasse zu richten und auf die erzwungene Realisierung des ufernahen Rundwegs zu verzichten». Dies hat die Gruppierung Regierungsrat Robert Küng (FDP), den kantonalen Dienststellen und den vier Seeanstössergemeinden Hochdorf, Hitzkirch, Hohenrain und Römerswil mitgeteilt. Im Schreiben werden die Behörden aufgefordert, den vorgeschlagenen Velo-Fussweg in die weiteren Diskussionen zu einer Umrundung des Baldeggersees aufzunehmen und als konkrete Alternative zu prüfen. «Eine Lösung für einen Weg zu finden, der allen Nutzergruppen zu Gute kommt, breit akzeptiert wird und so wenig Konflikte wie möglich erzeugt, dürfte auch im Interesse der Behörden liegen», so die IG.

Breite Unterstützung für neue Version

Doch was sagt der Kanton zum Schreiben der IG? Das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement erklärt auf Anfrage: Man habe es erhalten und zur Kenntnis genommen. Der Projektlead für die Erstellung des Weges liege aber bei den beteiligten Anrainergemeinden. Diese würden zurzeit die weiteren Planungsschritte vorbereiten. Davon hängt auch die Weiterbearbeitung der damit zusammenhängenden und mit dem Wegprojekt zu koordinierenden Teilrevision der Schutzverordnung Baldeggersee ab.

Der Kanton spielt den Ball also den besagten Kommunen weiter. Herbert Schmid, Leiter des Steuerungsausschusses der Gemeinden, welcher auch im Namen der Trägervereins Rundweg Baldeggersee spricht, sagt: Man führe zusammen mit den involvierten Kommunen nach wie vor Gespräche mit den Grundeigentümern für die Ausarbeitung der Baugesuchsunterlagen. «Sobald diese abgeschlossen sind, informieren wir die Öffentlichkeit.»

Die IG Weitsicht hatte sich im Herbst formiert. Momentan besteht sie aus je einer Vertretung der Landwirte, der Schulweg-Petitionäre sowie den Organisationen Pro Velo Luzern und Pro Natura Luzern. Weiter unterstützen 13 Organisationen den Lösungsvorschlag.