«Der Sack ist nicht auf ewig zu»

Ab dem 1. Dezember wird der Autobahnanschluss Emmen Nord teilweise geschlossen. Der Vizedirektor des Bundesamts für Strassen erklärt, warum.

Interview Benno Mattli
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Die Autobahn Ausfahrt Emmen Nord aus Fahrtrichtung Süden bleibt erhalten. Jene in Richtung Norden wird allerdings geschlossen. (Bild: Archiv Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Autobahn Ausfahrt Emmen Nord aus Fahrtrichtung Süden bleibt erhalten. Jene in Richtung Norden wird allerdings geschlossen. (Bild: Archiv Nadia Schärli / Neue LZ)


Jürg Röthlisberger gibt Auskunft über den Anschluss Emmen Nord. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)

Jürg Röthlisberger gibt Auskunft über den Anschluss Emmen Nord. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)

Jürg Röthlisberger, auf den 1. Dezember schliessen Sie den Anschluss Emmen Nord für den Verkehr in und aus Fahrtrichtung Sursee. Warum?

Jürg Röthlisberger*: Weil wir dazu verpflichtet sind. Die rechtsgültige Plangenehmigungsverfügung, die sich auf das vom Bundesrat genehmigte generelle Projekt stützt, hält fest, dass der Anschluss Emmen Nord für den Verkehr in und aus Richtung Norden geschlossen werden muss, sobald der Anschluss Rothenburg in Betrieb ist. Und das ist seit dem 5. November 2011 der Fall.

Trotzdem verärgern Sie mit der Teilschliessung des Anschlusses Emmen Nord eine ganze Region: 11 646 Petitionäre, der Luzerner Kantonsrat und die Gemeinde Emmen verlangen die Beibehaltung des Vollanschlusses. Nehmen Sie das nicht ernst?

Röthlisberger: Doch, das nehmen wir sehr ernst, und das wollen wir auch gar nicht ignorieren. Aber uns vom Bundesamt für Strassen sind die Hände gebunden. Wir können uns nicht einfach über einen Bundesratsentscheid hinwegsetzen.

Aber Sie könnten darauf hinwirken, dass der Bundesrat auf seinen Entscheid zurückkommt?

Röthlisberger:Ja, aber im Moment fehlt dazu die fachliche und rechtliche Grundlage. Denn zuerst müssen wir jetzt den Zustand herbeiführen, den der Bundesrat am 20. Juni 2008 genehmigt hat. Und dieser Zustand sieht einen Anschluss in Rothenburg und die Teilschliessung des Anschlusses Emmen Nord vor.

Bis Ende 2013 bleibt der Anschluss Emmen Nord also mit Sicherheit nur als Teilanschluss in Betrieb?

Röthlisberger: Ja. Im Jahr 2014 entscheiden wir dann über das weitere Vorgehen. Es ist aber beileibe nicht so, dass wir den Anschluss Emmen Nord jetzt so zurückbauen würden, dass er nie wieder als Vollanschluss betrieben werden könnte. Diese Option bleibt uns weiterhin erhalten. Denn wir sind ja nicht aus Beton, der Sack ist nicht auf ewig zu.

*Jürg Röthlisberger (47) ist seit dem 1. April 2012 stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Strassen (Astra). Seit dem 1. August 2004 ist er zudem Leiter der Abteilung Strasseninfrastruktur beim Astra.

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