Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Der Sesseltanz geht los

Raphael Zemp

Nationalratswahlen Luzern wird künftig mit neun statt zehn Nationalratssitzen vorliebnehmen müssen. Es erstaunt wenig, dass dabei keine Partei freiwillig auf einen Sitz verzichten will. Am meisten bangen muss aber wohl die CVP. Ihren dritten Sitz konnte sie vor zwei Jahren mit einer Wählerstärke von 23,9 Prozent nur knapp halten. Nicht zuletzt, weil sie eine Listenverbindung mit der FDP eingegangen war.

Man werde die heutigen drei Sitze «sicher nicht kampflos aufgeben», sagte Christian Ineichen, CVP-Präsident Kanton Luzern, vorgestern an der Delegiertenversammlung in Emmen. «Ziel muss es sein, eine volle Liste mit neun Kandidaturen zu präsentieren.» Selbst wenn es in zwei Jahren wieder zu einer Listenverbindung mit der FDP kommen würde: Wenn die CVP nicht an Wähleranteil zulegt, wird der dritte Sitz bei nunmehr neun Luzerner Vertretern in Bern kaum zu halten sein. Denn würden CVP und FDP ihre Ergebnisse von 2015 wiederholen (damals zusammen 42,4 Prozent), hätten sie neu zusammen Anspruch auf knapp vier Nationalratsmandate.

Auch die SVP, die in den letzten Nationalratswahlen mit 28,2 Prozent den grössten Wähleranteil aller Parteien erzielte, will – es überrascht wenig – nicht auf einen Nationalratssitz verzichten. Obschon auch sie ihren dritten Sitz nur mit einem Restmandat dazugewinnen konnte – auf Kosten der Grünliberalen. SVP-Kantonalpräsidentin Angela Lüthold-Schmid ist fest überzeugt: «Die SVP ist die einzige Partei, die den Volkswillen ernst nimmt.» Daran werde man die Wähler 2019 erinnern – und so den dritten Sitz behalten.

«Luzern macht sich schweizweit lächerlich»

Ebenfalls kämpferisch gibt sich die SP. Sie stellt mit Prisca Birrer-Heimo eine einzige Nationalrätin. David Roth, Präsident der Luzerner SP, glaubt, das Mandat auch bei neu neun Sitzen noch halten zu können. Mehr noch: «Wir wollen auf Kosten der rechten Parteien einen Sitz dazugewinnen.» Luzern mache sich schweizweit lächerlich wegen der Politik von CVP, SVP und FDP. Zudem habe die momentane Steuerpolitik die Entwicklung des Kantons Luzern «regelrecht abgewürgt».

Ihren Sitz im Nationalrat könnten auch die Grünen einbüssen. Bereits seit 2006 setzt sich Louis Schelbert in Bundesbern für grüne Anliegen ein. Bei den letzten Wahlen vereinigte er auf sich allerdings am wenigsten Stimmen aller gewählten Kandidaten – mit 23 113 nicht einmal halb so viele wie Ida Glanzmann-Hunkeler (CVP, 47 143), die am meisten Stimmen gewann. Die Partei erreichte einen Stimmenanteil von 7,1 Prozent und kann sich also mit Blick auf die neue Ausgangslage keine grossen Stimmenverluste erlauben. Es sei eine «schwierige Aufgabe», die man aber mit «Zuversicht» anpacke. Noch aber daure es zwei Jahre bis zu den Wahlen – «es kann noch viel passieren». Zu Gerüchten, dass er seinen Sitz noch vor Ende der Legislatur für Parteikollege Michael Töngi freimachen könnte, damit dieser als «Bisheriger» in die Wahlen steigen könnte, äussert sich Louis Schelbert nicht.

Raphael Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.