Kommentar
Der Sitz ist für die SP wichtiger als das Geschlecht

Die Luzerner Kantonsregierung setzt sich derzeit aus fünf Männern zusammen. Dass die SP nun einen Mann ins Rennen für die Regierungsratswahlen 2019 schickt, zeigt, was für die Partei im Vordergrund steht.

Alexander von Däniken
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Alexander von Däniken.

Alexander von Däniken.

Die Irritation währt nur kurz: Mit Jörg Meyer schickt die SP einen Mann in den Wahlkampf um den Luzerner Regierungsratssitz. Dies, weil die Sozialdemokraten seit dem Abgang von Yvonne Schärli und der erfolglosen Kandidatur von Felicitas Zopfi 2015 die rein bürgerliche und männliche Zusammensetzung der Regierung kritisiert haben.

Doch die SP ist nicht in der Pflicht, erneut eine Frau zu portieren. Für sie steht im Vordergrund, den an die SVP verlorenen Sitz im fünfköpfigen Regierungsrat zurückzuholen. Mit dem 49-jährigen Kantonsrat und Vize-Fraktionschef aus Adligenswil haben die Sozialdemokraten eine gute Wahl getroffen. Jörg Meyer gilt als gemässigter Genosse. Ausserdem verfügt er besonders in den Bereichen Gesundheit, Finanzen und Sicherheit über gute Dossierkenntnisse.

Das sind zwar nicht jene Themen, die durch den Abgang von Robert Küng neu zu besetzen sind – der Noch-FDP-Regierungsrat ist Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements. Viel eher würde das Finanzdepartement des parteilosen Regierungsrats Marcel Schwerzmann zu Meyers Profil passen. Und auf diesen Sitz haben es die Genossen abgesehen. Doch auch der FDP-Sitz bleibt gefährdet: Falls Schwerzmann wieder antritt, dann mit dem Bisherigen-Bonus und vielen Wählern aus FDP-Reihen.