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Sommersturm hat Spuren hinterlassen: Aufräumarbeiten in den Stadtluzerner Wäldern sind noch im Gang

Der Sommersturm vor zwei Wochen hat in den Stadtluzerner Wäldern rund 1500 Kubikmeter Schadholz verursacht. Und: Der Borkenkäfer verursacht zusätzliche Arbeit.
Fabienne Mühlemann

Manch einer traute seinen Augen kaum, als am 6. Juli Sturmböen von bis zu 135 Kilometer pro Stunde über Luzern fegten und mitnahmen, was nicht niet- und nagelfest war. Insbesondere die Bäume bekamen einiges ab. Sie verloren Äste, spalteten sich oder wurden mitsamt Wurzeln umgerissen. Die Folge: Es gab mehrere verletzte Personen und gesperrte Strassen.

Seit zwei Wochen sind Stadt und Korporation Luzern dabei, die Schäden zu beheben. Insbesondere in den Wäldern gibt es viel zu tun. «Wir sind immer noch mitten in den Aufräumarbeiten», sagt Stadtoberförster Raphael Müller. «Die kritischen Fälle wie hängende oder gespaltene Bäume im Strassenbereich oder entlang der Bauzone wurden bereits in den ersten Tagen erledigt.»

Forstunternehmung Abächerli beim Aufrüsten der grossen Sturmschadenfläche im Bireggwald (Bild: Raphael Müller, Luzern, 16. Juli 2019)

Forstunternehmung Abächerli beim Aufrüsten der grossen Sturmschadenfläche im Bireggwald (Bild: Raphael Müller, Luzern, 16. Juli 2019)

Buchen und Eichen bleiben bis im Herbst liegen

Den Bireggwald habe es am heftigsten getroffen. Am Dienstag haben die Aufräumarbeiten mit Unterstützung eines Forstunternehmers auch dort begonnen. Ganz alles wird laut Müller jedoch nicht weggeräumt. Laubholz wie Buchen oder Eichen bleibe bis zum Herbst oder Winter liegen. Würde man dieses Holz jetzt nutzen, verlöre es schnell an Qualität. Müller rechnet insgesamt mit etwa 1500 Kubikmeter Schadholz. Zum Vergleich: Beim Sturm Burglind waren es verteilt über alle Wälder rund 6500 Kubikmeter, was praktisch einer Jahresnutzung des Stadtforstamtes entsprechen würde.

Weil im Wald immer noch die Gefahr von abbrechenden Ästen oder umfallenden Bäumen besteht, sind diverse Wege gesperrt. «Wir appellieren hier an den gesunden Menschenverstand. Wir konnten nicht jeden Weg sperren, daher gilt es, vorsichtig zu sein und nicht über liegende Bäume zu klettern», sagt der Stadtoberförster.

Diverse Wege im Bireggwald sind noch gesperrt. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. Juli 2019)

Diverse Wege im Bireggwald sind noch gesperrt. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. Juli 2019)

Borkenkäfer treibt sein Unwesen

Wie sich herausstellt, muss das Stadtforstamt gleich an zwei Fronten kämpfen. Denn der Borkenkäfer verursacht aktuell grosse Schäden – vor allem in den Wäldern am Pilatus. Rottannen, die vom Borkenkäfer befallen seien, müssen möglichst schnell entfernt werden, damit es nicht zu einer Massenvermehrung und weiteren Folgeschäden kommt. «Wir haben daher zurzeit nur beschränkte Ressourcen für die Aufräumarbeiten im Wald, auch weil im Moment Ferienzeit ist. Wir hoffen deshalb auf das Verständnis der Bevölkerung», sagt Müller. Die Arbeiten werden voraussichtlich noch Wochen dauern.

Forstteam Stadtforstamt beim Entrinden eines Käferbaumes im Wesemlinwald (Bild: Raphael Müller, Luzern, 18. Juli 2019)

Forstteam Stadtforstamt beim Entrinden eines Käferbaumes im Wesemlinwald (Bild: Raphael Müller, Luzern, 18. Juli 2019)

Auch im besiedelten Gebiet der Stadt gab es umgestürzte Bäume, wie zum Beispiel im Strandbad Lido. «Aus Sicherheitsgründen sind daher einige Flächen rund um den Wurzelstrunk abgesperrt, da es immer noch Löcher und Stolpergefahren haben kann», sagt Cornel Suter, Leiter der Stadtgärtnerei.

Ansonsten sei der grösste Teil der Aufräumarbeiten abgeschlossen. Bäume und Äste wurden klein gesägt, das Kleinholz zusammengeführt und beim Kompostplatz im Ried oder an Zwischendepots gelagert. Diese Depots würden in den nächsten Tagen abgeführt werden.

Ein Kleinholz-Depot beim Parkplatz bei der Tribschen-Badi. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. Juli 2019)

Ein Kleinholz-Depot beim Parkplatz bei der Tribschen-Badi. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. Juli 2019)

Laut Suter sind die Schäden in der Stadt Luzern verhältnismässig gering geblieben. Ein Grund dafür sei die gute und intensive Baumpflege. Er sagt: «Die Bäume werden genau beobachtet und Pflegemassnahmen frühzeitig eingeleitet. Dadurch sind sie für solche Stürme besser gewappnet.»

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