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Der Swiss City Marathon im internationalen Vergleich: Eine Kulisse wie bei den «ganz Grossen»

Hat der Swiss City Marathon mit Teilnehmern aus über 60 Nationen auch eine internationale Ausstrahlung? Ein Erfahrungsbericht.
Kurt Liembd
60'000 Zuschauer säumten die Strecke. (Bild: Corinne Glanzmann)

60'000 Zuschauer säumten die Strecke. (Bild: Corinne Glanzmann)

Marathons und Halbmarathons gibt es von der Arktis bis zur Chinesischen Mauer, in den Innenstädten von Mega-Metropolen, aber auch in entlegenen ländlichen Gegenden dieser Welt. ­Allein in Deutschland finden jährlich rund 220 Marathon-­Veranstaltungen statt, in der Schweiz sind es rund zwanzig. International am bekanntesten und am beliebtesten ist der Jungfrau-Marathon, bei den Flachrennen dürfte es heute wohl der Swiss City Marathon sein. Vor allem seit die Verantwortlichen ab 2013 einen Namenswechsel beschlossen haben – vom ehemaligen «Lucerne Marathon» zum «Swiss City Marathon» – wurde der Luzerner Event auch im Ausland bekannt.

Doch wie steht es um diese internationale Ausstrahlung? Schon beim Pasta-Essen im Hotel Schweizerhof fällt auf, wie viele verschiedene Sprachen da zusammenkommen. Auffallend auch, wie gut einige Helfer bei der Startnummernausgabe und beim Info-Desk die gängigen Fremdsprachen beherrschen. Beim New York Marathon jedenfalls spricht kaum ein Helfer eine Fremdsprache. Frühmorgens in der Garderobe und später beim Einstehen am Start hört man nicht nur die unterschiedlichsten Dialekte (es sind ja immerhin alle 26 Kantone vertreten), sondern auch zahlreiche Fremdsprachen. Wobei einem die Läufer des Gastlandes Österreich schon fast heimisch vorkamen. Beim Duschen treffe ich den Franzosen Sébastian, der zum ersten Mal in Luzern teilnahm. «C’est grandios et magnifique», schwärmt er von seiner Premiere in Luzern. So wie ihm erging es unzähligen Läufern aus nah und fern.

Die Haldenstrasse erinnert an den Kurfürstendamm

Natürlich kann sich Luzern punkto Teilnehmerzahl nicht mit den ganz grossen Marathons wie Berlin, London, New York, Paris oder Chicago vergleichen. Das ist aber auch nicht nötig, denn in Luzern geht es weniger um Quantität als vielmehr um Qualität und Erlebnis. Trotzdem einige Zahlen: Während in Luzern «nur» rund 1400 Läufer die volle Distanz über 42,195 km laufen, sind es in New York über 50'000, in Paris, Berlin und London ebenfalls weit über 40'000.

In Sachen Stimmung und Erlebnis kann Luzern aber durchaus mit den grossen Metropolen mithalten, insbesondere wenn Traumwetter herrscht wie am Sonntag.

Nicht weniger als 30 Musikformationen spielten an der Strecke, es gab zahlreiche Festwirtschaften, und Zehntausende von Zuschauern feuerten die Läufer an.

Von der Kulisse und vom Erlebnis her fühlt man sich als Läufer emotional fast wie an einem Weltmarathon. Die Seebrücke wird dann im Kopf zur Verrazano Bridge in New York, der Schweizerhofquai zum Kurfürstendamm in Berlin und der Wasserturm zum Big Ben in London. Der Durchlauf durch die Festmeile Horw erinnert an die First Avenue in Manhattan, der grüne Streckenabschnitt in Kastanienbaum an den Central Park, und die Passage durchs KKL wirkt vom Feeling her ein bisschen wie das Brandenburgertor in Berlin. Auch der Durchlauf durch die Swisspor-Arena und das Ziel im Verkehrshaus haben es in sich und erinnern zum Beispiel an München, wo das Ziel im Olympia-Stadion ist.

Verglichen mit der ganz grossen internationalen Marathonwelt ist in Luzern halt alles zwei bis drei Nummern kleiner nach dem Motto «Klein, aber fein». Darin liegt vielleicht das Geheimnis, weshalb der Swiss City Marathon in der Beliebtheitsskala immer ganz oben ist und schon zahlreiche Auszeichnungen erhielt. In einer Umfrage zum «Europäischen Marathon des Jahres 2018» schaffte es Luzern auf den 7. Rang, noch vor dem Hamburg Marathon (8. Rang) und dem Wien Marathon (30. Rang). Sieger 2018 wurde der Rennsteiglauf in Deutschland. Auch in der Umfrage 2018 in der Schweiz war Luzern vorne dabei. Von 19 bewerteten Marathonläufen landete Luzern hinter dem Jungfrau-Marathon auf dem zweiten Platz.

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