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Der Umbau des Tramhüslis in Emmen hat begonnen

Seit Kurzem wird gebaut am Centralplatz in Emmenbrücke. Bis im Frühling wird im ehemaligen Tramhüsli eine Café-Bar entstehen, inklusive Kulturraum in einem Nebengebäude. Im April 2019 sollen die ersten Kaffees ausgeschenkt werden.
Beatrice Vogel
Das Tramhüsli am Centralplatz in Emmenbrücke. Links die Gerliswilstrasse, im Hintergrund die Viscosistadt. (Bild: Jakob Ineichen, 10. Oktober 2018)

Das Tramhüsli am Centralplatz in Emmenbrücke. Links die Gerliswilstrasse, im Hintergrund die Viscosistadt. (Bild: Jakob Ineichen, 10. Oktober 2018)

Spektakulär war die Aktion vor drei Jahren, als das alte Tramhüsli am Centralplatz in Emmenbrücke um wenige Meter verschoben und somit vor dem Abbruch gerettet wurde. Seither steht es am neuen Platz wie eh und je, rein äusserlich hat sich wenig getan. Auch die Pläne, schon im Frühsommer 2017 einen Gastrobetrieb zu eröffnen, haben sich hinausgezögert – unter anderem wegen behördlicher Auflagen. Doch seit Anfang Oktober wird hier gebaut. Innert der nächsten sechs Monate soll aus der ehemaligen Tramstation ein Café mit Garten, Boule-Bereich und Kulturraum entstehen. Die Eröffnung ist per 1. April 2019 geplant. Die Stiftung Tramhüsli rechnet mit Gesamtkosten von rund 1,6 Millionen Franken.

Urs Rudolf, Präsident der Stiftung Tramhüsli. (Bild: Jakob Ineichen, 10. Oktober 2018)

Urs Rudolf, Präsident der Stiftung Tramhüsli. (Bild: Jakob Ineichen, 10. Oktober 2018)

«Wir möchten hier einen neuen kulturellen und kulinarischen Treffpunkt schaffen», sagt Urs Rudolf, Präsident der Stiftung Tramhüsli. «Gleichzeitig wollen wir kein Konzept vorgeben, der Kulturstandort soll sich selbst entwickeln.» Die Stiftung hat die gastronomische wie auch die kulturelle Leitung der IG Arbeit übertragen, die wenige hundert Meter entfernt bereits das Restaurant Nylon 7 in der Viscosistadt betreibt.

«Ideal für einen Apéro»

Neben dem Tramhüsli gehören zum bewirtschafteten Areal auch ein Aussenbereich und das rosa Nebengebäude 702A, das sich im Besitz der Viscosistadt AG befindet. Hier soll ein einfach ausgestatteter Kulturraum entstehen, in dem Anlässe für rund 30 Personen stattfinden können. Betreffend der kulturellen Nutzung des Raums sei man offen für Ideen, sagt Gabie Burkhard, Leiterin Gastronomie bei der IG Arbeit. Die IG Arbeit will darin eine eigene Kaffeerösterei betreiben. Zudem wird die Emmer Mikrobrauerei MN Brew hier Degustationen durchführen.

«Der selbst geröstete Kaffee wird natürlich im Tramhüsli ausgeschenkt, ebenso das MN Brew», so Burkhard. Es werde nur schon räumlich eine kleine Café-Bar mit einem kleinen aber feinen Angebot – «ideal für einen Apéro oder ein Feierabendbier». Das Lokal werde Aussensitzplätze haben, die teils gedeckt sind. Der Platz zwischen Tramhüsli und Kulturraum soll für Spiele und Veranstaltungen zu Verfügung stehen. Neben dem Tramhüsli, direkt hinter der Bushaltestelle «Viscosistadt» wird ein neuer WC-Trakt mit Unterstand gebaut.

Die Bauarbeiten am Tramhüsli haben begonnen. (Bild: Jakob Ineichen, 10. Oktober 2018)

Die Bauarbeiten am Tramhüsli haben begonnen. (Bild: Jakob Ineichen, 10. Oktober 2018)

Gebäude wird in ursprünglichen Zustand versetzt

Derzeit werden die Werkleitungsanschlüsse in den Boden verlegt. Danach folgen die Arbeiten am Rohbau. Das Tramhüsli, das heute zur Gerliswilstrasse hin mit einem Unterstand geöffnet ist, soll wieder das ursprüngliche Erscheinungsbild erhalten: «Bei seiner Erstellung war das Tramhüsli ein geschlossenes Gebäude, der Unterstand wurde erst später erstellt», erklärt Architekt und Stiftungsrat Hardi Bisig. Auch farblich wird sich das Gebäude im ursprünglichen Weiss präsentieren, statt im heutigen Grün.

Im Innern des denkmalgeschützten Gebäudes wird sich allerdings einiges verändern: Alle trennenden Wände werden abgebrochen, es entsteht ein zusammenhängender Raum mit einer zentralen Bartheke. Auf einer Seite der Theke wird sich der Küchenbereich befinden, auf der anderen die Innensitzplätze des Cafés. Die Innenraumgestaltung sei noch in der Entstehung, «wir orientieren uns aber an der Gestaltung von Trams aus den 1920er Jahren», so Bisig.

Zeitzeuge der Luzerner Trambahn

Das 1927 am Centralplatz erbaute Tramhüsli war einst die Endstation der 1961 eingestellten Tramlinie zwischen Luzern und Emmenbrücke. Es ist ein Sinnbild für den wirtschaftlichen Aufstieg der Gemeinde Emmen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Architektonisch ist es ein höchst aussergewöhnliches Konstrukt: In der Mitte befindet sich ein Transformatorenturm, in dem die Spannungsumwandlung des Stroms für die Industriebetriebe stattfand. Darum herum ist die Tramstation mit Warteräumen und sanitären Anlagen angebaut.

Vor einigen Jahren hätte das Tramhüsli abgerissen werden sollen, denn es stand der Erneuerung und Verbreiterung der Gerliswilstrasse im Weg. Eine eigens dafür gegründete Stiftung sorgte jedoch für die Rettung des historischen Gebäudes: Im Juni 2015 wurde das 250 Tonnen schwere Tramhüsli um rund vier Meter verschoben und machte so Platz für die Strassenumgestaltung.

Informationen zur Stiftung und zum Tramhüsli: www.tramhüsli.ch

23. Juni 2015: Das Tramhüsli wird verschoben

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