Interview

«Der Umsatz wäre ohne Krise sicher grösser» – in der Luzerner Altstadt wurde trotz Corona ein neuer Laden eröffnet

Am Weinmarkt befindet sich seit einigen Tagen ein neues Modegeschäft. Man könne trotz Krise noch lange durchhalten, sagt die Co-Geschäftsführerin.

Stefan Dähler
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Marina Bayat-Rogger (rechts) und ihre Schwester Laura Rogger sind die Co-Geschäftsführerinnen von The Corner by Phänomen am Luzerner Weinmarkt.

Marina Bayat-Rogger (rechts) und ihre Schwester Laura Rogger sind die Co-Geschäftsführerinnen von The Corner by Phänomen am Luzerner Weinmarkt.

Bilder: PD

Trotz Coronakrise wurde am Weinmarkt 7 in der Luzerner Altstadt vor wenigen Tagen ein neuer Laden eröffnet. The Corner by Phänomen konzentriert sich im 300 Quadratmeter grossen Lokal, verteilt auf vier Etagen, auf Mode im Luxussegment. Die Phänomen AG mit Sitz in Luzern gehört der Familie Rogger-Furrer, die am Weinmarkt zwei weitere Geschäfte betreibt und insgesamt 16 Angestellte beschäftigt. In der nun neu eröffneten Filiale war bis vor zwei Jahren Bodum tätig, danach wurde diese von einem Möbelgeschäft zwischengenutzt. Marina Bayat-Rogger, Co-Geschäftsführerin von The Corner by Phänomen, gibt Auskunft zur Ladeneröffnung in schwierigen Zeiten.

Wie kommt es, dass Sie den Laden in der Coronakrise eröffnen?

Marina Bayat-Rogger: Wir haben das schon seit eineinhalb Jahren geplant und viel investiert. Wir glauben an das Projekt und den Standort und es gibt ja auch wieder eine Zeit nach der Krise.

Mussten Sie Anpassungen vornehmen?

Wir setzen den Fokus nun auf Schweizer Kunden. Dafür arbeiten wir etwa mit Hotels wie dem Schweizerhof oder Des Balances zusammen. Zum Beispiel informiert der Concièrge die Gäste über unseren Laden, organisiert ein privates Shopping oder wir können Produkte im Hotel zeigen. Später wären auch gemeinsame Events möglich. Künftig wollen wir aber natürlich auch internationale Touristen als Kunden gewinnen beispielsweise Übernachtungsgäste des Bürgenstocks.

Wie ist das Geschäft angelaufen?

Es ist noch sehr früh, aber wir haben positive Rückmeldungen erhalten. Kunden schätzen, dass es ein Haus für hochwertige Mode gibt und es sich um ein lokales Unternehmen handelt. Wir machen den budgetierten Umsatz. Viele Leute gehen nicht oder kürzer in die Ferien und haben dadurch auch Geld für anderes zur Verfügung. Der Umsatz wäre ohne Krise sicher grösser.

Wie lange können Sie im Krisenmodus durchhalten?

Das können wir noch länger durchhalten. Als Familienunternehmen können wir persönliche Abstriche machen, etwa mehr Eigenleistungen erbringen. So hilft die Geschäftsleitung nun tagsüber auch beim Verkauf mit und erledigt die Administration abends.

Mussten Sie beim Personal sparen?

Wir mussten niemanden entlassen und haben auch keine Kurzarbeit mehr. Für das neue Geschäft haben wir drei neue Mitarbeiter eingestellt, aber auf eine weitere Personalaufstockung vorerst verzichtet.

So sieht es im Laden am Weinmarkt 7 aus.

So sieht es im Laden am Weinmarkt 7 aus.

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