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Der Zentralschweizer Todespfleger bleibt weiterhin in Haft

Der heute 49-Jährige hat im Sommer 17 Jahre seiner lebenslänglichen Haftstrafe verbüsst. Theoretisch könnte er seit zwei Jahren in Freiheit leben, doch die Luzerner Behörden haben seine bedingte Entlassung erneut abgelehnt.
Roger Rüegger
Szene aus einem Schweizer Gefängnis. (Symbolbild: Pius Amrein)

Szene aus einem Schweizer Gefängnis. (Symbolbild: Pius Amrein)

Mindestens 22 Patienten hat der sogenannte Todespfleger Roger A. von 1995 bis 2001 in Alters- und Pflegeheimen in Luzern, Sarnen und Küssnacht umgebracht. Für diese Taten wurde der heute 49-Jährige im Kanton Luzern zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt.

Theoretisch hätte er im Sommer 2016 bedingt entlassen werden können. Denn die Behörden müssen von Amtes wegen jährlich prüfen, ob man Insassen zum frühestmöglichen Zeitpunkt bedingt entlassen kann. Die Prüfung einer bedingten Entlassung erfolgt in der Regel nach Verbüssung von zwei Dritteln der Strafe. Bei lebenslänglich Verurteilten ist dieser Zeitpunkt nach einer Haftdauer von 15 Jahren erreicht.

Der Entscheid kann angefochten werden

Der Todespfleger sitzt aber nach wie vor seine Freiheitsstrafe ab. «Der Vollzugs- und Bewährungsdienst des Kantons Luzern hat in diesem Fall die bedingte Entlassung abgelehnt. Der Verurteilte bleibt weiterhin im offenen Strafvollzug», teilt Sandra Steffen-Epp, Leiterin der Abteilung Vollzugs- und Bewährungsdienst auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Dieser Entscheid ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Er kann innert 20 Tagen mittels Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht angefochten werden. Beim offenen Vollzug handelt es sich um eine Progressionsstufe, welche in der Regel nach Ablauf einer bestimmten Zeitdauer im Anschluss an den geschlossenen Vollzug infrage kommt. Er ermöglicht eine stärkere Angleichung des Vollzugsalltags an das Leben in Freiheit und bietet zum Beispiel mehr Arbeitsmöglichkeiten und Vollzugsöffnungen als der geschlossene Vollzug.

Die Arbeit im Gesundheitswesen ist ihm untersagt

«Die Insassen arbeiten im offenen Vollzug in der Regel im Umfeld der Anstalt. Ausnahmsweise kann auch eine externe Beschäftigung bewilligt werden», so Steffen-Epp. Zudem könnten den Inhaftierten auch Sach- und Beziehungsurlaube bewilligt werden, für Angelegenheiten ausserhalb der Anstalt. Welcher Arbeit der Todespfleger derzeit nachgeht, sagt sie nicht. Nur welche Tätigkeit er nicht ausüben darf: «Aufgrund seiner Verurteilung ist es ihm von Seiten des Vollzugs- und Bewährungsdienstes untersagt, einer Tätigkeit im Gesundheitswesen nachzugehen.»

Über die Gründe des negativen Entscheids für den Obwaldner Roger A. gibt Sandra Steffen-Epp keine Auskunft. Generell ist eine gute Legalprognose die Voraussetzung für eine bedingte Entlassung. Das heisst: Der Verurteilte kommt erst frei, wenn davon auszugehen ist, dass er keine weiteren Verbrechen begeht. Steffen-Epp: «Bei der Prognose über das künftige Wohlverhalten handelt es sich um eine Gesamtwürdigung. Zu berücksichtigen sind nebst dem Vorleben, der Persönlichkeit und dem Verhalten des Insassen während des Strafvollzugs vor allem die Auseinandersetzung mit den Taten.» Auch die veränderte Einstellung zu den Taten, eine allfällige Wiedergutmachung sowie die nach der Entlassung zu erwartenden Lebensverhältnisse fliessen in die Beurteilung ein.

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