Zuger Kantonsrat will ein neues Busdepot fast so teuer wie das Luzerner KKL

Trotz Kritik am Projekt bleibt es dabei: Der neue Hauptstützpunkt der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) soll am bisherigen Standort «An der Aa» gebaut werden. Es kostet fast so viel wie das KKL in Luzern. 

Drucken
Teilen
Wird mit einem, grössten teils unterirdischen, neuen Busdepot überbaut: das ZVB-Areal an der Aa. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 26. Mai 2017))

Wird mit einem, grössten teils unterirdischen, neuen Busdepot überbaut: das ZVB-Areal an der Aa. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 26. Mai 2017))

Der Zuger Kantonsrat hat am Donnerstag mit 48 zu 11 Stimmen beschlossen, den neuen Hauptstützpunkt der ZVB auf dem bestehenden Areal zu bauen. Für Baudirektor Urs Hürlimann (FDP) ist das Areal nach wie vor «der beste Standort.» Eine Machbarkeitsstudie, wie sie zahlreiche Parlamentarier vergeblich forderten, hielt Hürlimann für nicht notwendig. «Ich wüsste nicht, was wir noch abklären sollen.»

Kritik am Busdepot auf dem Areal «An der Aa» kam unter anderem von SVP-Kantonsrat Philip C. Brunner. Er ist dagegen, dass dieses «Filetstück» wieder mit einem Busdepot überbaut wird. «Nachfolgende Generationen werden sich fragen, was wir uns dabei gedacht haben.»

190 Millionen Franken teuer

Zudem sei das Projekt mit rund 190 Millionen Franken unglaublich teuer. Das KKL in Luzern habe etwa 220 Millionen gekostet. «Und wir bauen für fast den gleichen Betrag ein Depot für schlafende Busse.»

Brunner hätte den Standort lieber an den Stadtrand verlegt. Doch bei diesem Thema winkt der Regierungsrat ab. Die Nähe des Areals «An der Aa» zur Innenstadt sei aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein Vorteil, da die meisten Verbindungen beim Bahnhof beginnen oder enden. Berechnungen würden zeigen, dass ein Standort am Stadtrand, etwa beim Göbli, jährlich Leerfahrten von 154'000 Kilometern zu Folge hätten.

Zudem sei es dort wegen des Grundwassers nicht möglich, so tief runterzubauen. Der neue Hauptstützpunkt der ZVB soll zu einem grossen Teil unter den Boden kommen. Zwei Stockwerke tief soll gebaut werden. (sda)

ZUG: ZVB-Stützpunkt: Kanton Zug legt eine Pause ein

Die Stadt hat beim Regierungsrat in Sachen ZVB-Hauptstützpunkt um ein Time-out gebeten. Die Regierung kommt dieser Bitte nach und blickt gespannt auf das weitere Geschehen in der Stadt. Eine erste Entscheidung steht in rund zwei Wochen an.

ZUG: Neue ZVB-Zentrale: Der Baudirektor steht im Gegenwind

Der Regierungsrat will den Hauptstützpunkt der Zugerland Verkehrsbetriebe bei den gegenwärtig laufenden Richtplananpassungen dort festlegen, wo er schon jetzt ist. Dieser Standort inmitten der Stadt passt aber nicht allen.
Marco Morosoli