Deshalb harzt es mit der Entwicklung im Littauerboden

Die Ansiedlung neuer Firmen im Littauerboden läuft nicht wie gewünscht. Um das zu ändern, will der Luzerner Stadtrat eine neue S-Bahn-Haltestelle bauen.

Robert Knobel
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Die Fusion mit Littau 2010 liess den Luzerner Stadtrat träumen: Was in der Stadt Mangelware war, gab es in der Agglo-Gemeinde in grosser Menge: Landreserven. Grosse Hoffnungen setzte die Stadt insbesondere in den Littauerboden. Dort gab es genügend Platz, um zahlreiche neue Firmen anzusiedeln – selbst grosse, internationale Unternehmen. Dank ihnen sollte der Littauerboden zu einem pulsierenden Wirtschaftsstandort werden. 2013 kaufte die Stadt sogar extra ein 15000 Quadratmeter grosses Grundstück. Dort, so der Plan, sollte sich ein expansionswilliges Unternehmen aus der Stadt niederlassen, dem es im Stadtzentrum zu eng wird.

Wo steht man mit diesem Vorhaben inzwischen? Das wollten die beiden CVP-Grossstadträte Albert Schwarzenbach und Roger Sonderegger in einer Interpellation wissen. Die Antwort des Stadtrats fällt ernüchternd aus. In den letzten beiden Jahren gab es nur gerade einen ernsthaften Interessenten, mit dem die Stadt Gespräche führte über einen Umzug vom Stadtzentrum in den Littauerboden. Zwar gab es noch einige weitere Firmen, die an einem Teilgrundstück interessiert waren. Doch für die Stadt kommt nur die Abgabe des gesamten Areals in Frage. Die Verhandlungen scheiterten meistens an der mangelhaften ÖV-Erschliessung des Littauerbodens. Das werde von den Firmen «als grosser Nachteil empfunden», schreibt der Stadtrat. Gerade grössere Firmen haben ein starkes Interesse daran, dass ihre Mitarbeiter schnell und einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Arbeitsplatz gelangen.

Es fehlt die direkte Anbindung ans Stadtzentrum

Nun ist es nicht so, dass es im Littauerboden keinen ÖV gäbe. Die Busverbindungen sollen in den nächsten Jahren ausgebaut werden, zudem wird gerade an einer separaten Busspur gebaut. Das wird die Attraktivität des Gebiets aber nicht substanziell verbessern, glaubt der Luzerner Stadtrat. Denn der Hauptnachteil, die fehlende Anbindung an die Innenstadt, bleibt bestehen. Erst eine neue S-Bahn-Haltestelle könnte den Wirtschaftsstandort Littauerboden richtig beflügeln. Deshalb hat der Stadtrat kürzlich beschlossen, mit dem Kanton und dem Verkehrsverbund Gespräche über den Bau einer S-Bahn-Haltestelle Littau-Ruopigen aufzunehmen.

Die Haltestelle käme zwischen dem Bahnhof Littau und dem Zimmereggtunnel zu liegen. Aus heutiger Sicht würde der Zug quasi auf der grünen Wiese anhalten. Doch die Haltestelle habe das Potenzial, dem gesamten Gebiet «einen entscheidenden Entwicklungsschub» zu verleihen, heisst es in der Antwort. Sollte es im Littauerboden zu einem Boom kommen, wäre sogar denkbar, zusätzliches Bauland einzuzonen, schreibt der Stadtrat. Auch die bestehende Sportanlage Ruopigenmoos unterhalb von Reussbühl könnte dank einer S-Bahn-Haltestelle stark an Bedeutung gewinnen.