DETAILHANDEL: Einkaufen ohne Schleppen

Mit einem neuen Logistikangebot soll das Einkaufen in der Stadt einfacher werden. Die City-Vereinigung reagiert damit auf laufende Entwicklungen.

Chiara Stäheli
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Ein Einkaufswagen voller Waren. (Bild: Philipp Schmidli (Emmen, 29. Mai 2013))

Ein Einkaufswagen voller Waren. (Bild: Philipp Schmidli (Emmen, 29. Mai 2013))

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

Durch die Stadt bummeln, ohne ständig schwere Taschen zu tragen? Das schwebt der City-Vereinigung Luzern (CVL) vor. Sie bemüht sich derzeit um ein Angebot, das Kunden das Einkaufen in der Stadt Luzern erleichtern soll. Dadurch, so die Hoffnung, könnten wieder mehr Kunden in die Läden gelockt werden. Denn das Einkaufsverhalten der Bevölkerung hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere aufgrund des Onlineshoppings massiv verändert.

Diese Veränderungen spüren auch die lokalen Unternehmen. Die CVL, welche die Interessen von rund 200 Läden vertritt, reagiert nun mit einem neuen Projekt darauf: Der sogenannte Mikro Hub soll neue Logistikangebote schaffen und die Innenstadt so attraktiver machen. Wie das Projekt genau ausgestaltet werden könnte, ist noch nicht ganz klar. Einige Ideen sind aber bereits vorhanden: Statt die gekauften Waren mühsam durch die Stadt und die teils engen Ladenlokale zu tragen, soll man in den jeweiligen Läden in Ruhe seine Einkäufe tätigen können – und die Waren vorerst dort lassen. Diese werden dann mithilfe eines Logistikkonzeptes an einen zentralen Ort gebracht und können dort abgeholt werden, sobald die Einkaufstour beendet ist. Eine weitere Möglichkeit wären Schliessfächer, in denen man Einkäufe zwischenlagern könnte.

Ähnlichkeiten mit Franz Stalders Idee

Eine ähnliche Idee hatte auch bereits der frühere, inzwischen verstorbene Präsident der CVL, Franz Stalder (Ausgabe vom 22. März). Er hat in Zusammenarbeit mit der IG Arbeit einen Hauslieferdienst geplant. Ihm schwebte vor, mit alten Elektrorollern der Post die Einkäufe der Kunden nach Hause zu liefern. So wollte er die schlechte Erreichbarkeit der Luzerner Altstadt mit dem Auto wettmachen. Anstoss für diese Projektidee war auch die Eröffnung der Mall of Switzerland in Ebikon diesen November. Dieser Termin naht – und nun hat es sich Franz Stalders Nachfolger, André Bachmann, zur Aufgabe gemacht, ein Logistikkonzept für die Stadt Luzern zu erarbeiten.

Bachmann zufolge fokussiert das Projekt Mikro Hub auf die «letzte Meile» in der Logistik. Darunter versteht man das letzte Wegstück, den ein Artikel vom Lager bis zur Haustüre des Kunden durchläuft. Laut André Bachmann ist klar, dass gemeinsame Anstrengungen aller Unternehmen für ein erfolgreiches Projekt nötig sind. Daher wird nun bei allen Detailhandelsgeschäften eine Umfrage durchgeführt, die deren Bedürfnisse sowie jene ihrer Kunden aufzeigen soll. «Wir werden anschliessend die Daten auswerten und daraus mögliche Projekte und Strategien für das weitere Vorgehen entwickeln», so Bachmann. Dafür arbeitet die CVL mit der Basler Firma Rapp Trans AG zusammen. Diese hat sich auf Lösungen für urbane Logistikprobleme spezialisiert, welche es ermöglichen, den städtischen Güterverkehr zu bündeln. Da die Umfrage noch nicht abgeschlossen ist, kann André Bachmann derzeit noch keine Angaben zu Ort, Preis und Ausgestaltung des Projektes machen.

CVL will bald Projektpartner suchen

Bis Ende dieses Jahres soll die Bedürfnisabklärung abgeschlossen sein. Auch konkrete Massnahmen möchte die CVL bis dahin erarbeiten, um danach mit weiteren Partnern die Umsetzung des Projektes zu konkretisieren. Denn nur «dank solcher Innovationen kann die Stadt Luzern mit der Digitalisierung und den steigenden Kundenerwartungen mithalten», meint Bachmann.