Deutliche Mehrheit für Seetalplatz-Umbau

Der von täglich 50'000 Fahrzeugen frequentierte Seetalplatz in Emmenbrücke soll saniert werden. Der Luzerner Kantonsrat hat das 190 Millionen Franken teure Strassenbau- und Hochwasserschutzprojekt mit 75 zu 13 Stimmen genehmigt.

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So soll der Seetalplatz aufgepeppt werden. (Bild: Neue LZ)

So soll der Seetalplatz aufgepeppt werden. (Bild: Neue LZ)

Von dem Gesamtkredit für die Sanierung des Seetalplatzes entfallen rund 150 Millionen Franken auf den Strassenbau. Netto dürften sich die Kosten für den Kanton auf etwa 130 Millionen Franken belaufen. Das Projekt wird im Juni den Stimmberechtigten vorgelegt.

Dass am Seetalplatz Massnahmen nötig sind, war am Dienstag im Kantonsrat unbestritten. 2005 war das Gebiet überschwemmt worden. Täglich kommt es dort zu Staus, die Wagen der fünf Buslinien bleiben stecken. Mit dem Velo den Platz zu überqueren sei ein Harakiri-Unternehmen, sagte Trudi Lötscher (SP).

Ein grosser Einbahnring

Das Projekt sieht eine völlig neue Verkehrsführung vor. Für die Hauptachsen wird ein grosser Einbahnring mit fünf Anschlüssen geschaffen. Das Luzerner Quartier Reussbühl wird umfahren. Die heutige Hauptstrasse wird für Busse, Velos und Fussgänger reserviert.

So soll der Seetalplatz aufgepeppt werden. (Bild: Neue LZ)

So soll der Seetalplatz aufgepeppt werden. (Bild: Neue LZ)

Für den Strassenverkehr müssen drei Brücken neu gebaut werden. Die Eisenbahnbrücke über die Kleine Emme wird verlängert. Dazu kommen zwei neue Brücken für Fussgänger und Velofahrer.

SP, Grüne und GLP kritisierten, dass das Projekt auf ein Wachstum des Autoverkehrs ausgerichtet sei. Dies werde zu noch mehr Staus in der Fluhmühle und auf der Baselstrasse in Luzern führen, sagte Michael Töngi (Grüne).

Die Grünen forderten deshalb ein neues Projekt, sie fanden für ihren Rückweisungsantrag aber kaum Unterstützung. SP und GLP sahen an dem Vorhaben auch Gutes. So hob Samuel Odermatt (GLP) die positiven städtebaulichen Veränderungen hervor, die der Umbau des Seetalplatz ermöglichen wird.

Vom Projekt begeistert war Marcel Omlin (SVP). Der neue Verkehrsknoten sei auch eine Infrastruktur zum Nutzen der Wirtschaft. Zudem könnten aus den heutigen unattraktiven Grünflächen für die Menschen Wohlfühloasen geschaffen werden.

Teures Vorhaben

Heidi Frey (CVP) ortete als Knacknuss der Abstimmungsvorlage die Finanzierung. Es gebe Befürchtungen, dass der Seetalplatz zuviel Geld fresse und Projekte auf dem Land zurückgestellt werden müssten.

Erich Leuenberger (FDP) führte dagegen an, dass der Seetalplatz nicht ein Stadt- und Aggloprojekt sei. Er sei nämlich auch der Knotenpunkt der Hauptstrassen Richtung Hochdorf, Sursee, Willisau und Entlebuch.

sda/zim