Die Abschaffung der externen Schulüberprüfung ist vom Tisch

Der Luzerner Kantonsrat debattierte am Dienstag über die externe Schulevaluation. Im Grundsatz war sie unbestritten. Bei einzelnen Punkten muss der Bildungsdirektor nochmals über die Bücher.

Reto Bieri
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Die Schulen im Kanton Luzern werden auch künftig extern überprüft. Der Kantonsrat hat am Dienstagmorgen einen Wirkungsbericht zur externen Schulevaluation neutral zur Kenntnis genommen. Die Luzerner Regierung hatte die Schulüberprüfung, die alle sechs Jahre durchgeführt wird, in Auftrag gegeben. Der Bericht wurde bereits im Juli publiziert und erteilt der externen Schulevaluation gute Noten.

Die Schulen im Kanton Luzern müssen sich alle sechs Jahre einer externen Überprüfung unterziehen.

Die Schulen im Kanton Luzern müssen sich alle sechs Jahre einer externen Überprüfung unterziehen.

Bild: Patrick Huerlimann (Büron, 17. August 2020)

Im Kantonsrat wurde allerdings kontrovers diskutiert. Positiv gewürdigt wurde sie von den Grünen und der CVP. «Die Volksschule ist im ganzen Kanton akzeptiert, weil Eltern qualitativ guten Unterricht erwarten dürfen», sagte Rahel Estermann (Grüne, Luzern), Präsidentin der Kommission Erziehung, Bildung und Kultur. Dies sei auch der externen Schulevaluation zu verdanken.

Tiefe Kosten im interkantonalen Vergleich

Laut Gabriela Schnider-Schnider (CVP, Schüpfheim) zeige der Wirkungsbericht, dass sich die Schulevaluation kontinuierlich in die richtige Richtung entwickelt. Für den aktuell dritten Zyklus, der noch bis Ende dieses Schuljahres dauert, habe man nochmals Vereinfachungen und Optimierungen vornehmen können. Der jährliche Aufwand von 750'000 Franken sei im Vergleich zu anderen Kantonen sehr tief. «Positiv zu werten ist, dass sämtliche involvierten Verbände den Bericht zustimmend zur Kenntnis nehmen», so Schnider.

Kritischer äusserten sich SVP, FDP und SP. Im Bericht sei die Rede von durchwegs grosser Zufriedenheit aller Beteiligten. «Das entspricht nicht unseren Rückmeldungen aus dem Lehrkörper», sagt Rosy Schmid (FDP, Hildisrieden). Die Schulevaluation habe sich zwar verbessert und sei weniger aufwendig geworden. «Aber der Nutzen wird vielerorts in Frage gestellt. Es fehlt zudem der Blick auf die übergeordneten Stellen.»

Kontrolle über die zuständige Dienststelle fehlt

Diesen Punkt kritisierte auch die SP. «Uns fehlt die Aussensicht», sagte Urban Sager (SP, Luzern). Die externe Schulevaluation werde durch die Dienststelle Volksschulbildung durchgeführt. «Das führt dazu, dass diese nicht von aussen betrachtet wird.» Es fehle damit eine wichtige Kontrolle, bemängelte auch Angelina Spörri (GLP, Eschenbach). «Bildung ist der grösste Budgetposten, da lohnt es sich, genauer hinzuschauen.» Der eingeschlagene Weg sei insgesamt aber richtig, so Spörri.

Der SP fehlen zudem konkrete Beispiele und eine Strategie zur Weiterentwicklung. «Hier wünschen wir uns mehr Gestaltungswillen über alle Schultypen hinweg», sagte Urban Sager. Gleichzeitig betonte er, die Abschaffung der externen Schulevaluation sei mit dem vorliegenden Bericht definitiv vom Tisch. Dem stimmte Jonas Heeb (Grüne, Horw) zu: «Der Verzicht auf die externe Schulevaluation wäre ein Fehler und würde noch mehr Druck und Belastung für die Schulleitungen bedeuten.»

Schwerzmann will genauer hinschauen

Vor zwei Jahren forderte Willi Knecht (SVP, Geiss) in einem Vorstoss deren Abschaffung. Davon war gestern zwar nicht mehr die Rede, die SVP blieb aber kritisch. «Der nun vorliegende Bericht zeigt zwar die positive Sicht der Regierung. Wirkliche Gründe, dass es nicht auch ohne die externe Schulevaluation gehen würde, sind nicht zu entnehmen», sagte Lisa Zanolla (SVP, Luzern).

Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann zeigte sich einverstanden, künftig genauer hinzuschauen, damit nicht nur die Schulen, sondern auch die Dienststelle kritisch betrachtet wird. Bildung sei kostenintensiv. «Kanton und Gemeinden geben weit über eine Milliarde Franken aus. Weniger als ein Promille des Gesamtbudgets für die externe Schulüberprüfung auszugeben, ist gerechtfertigt.»