Kommentar

Die Ansiedlung neuer Unternehmen ist wichtig – gerade wenn viele ältere Büroflächen frei werden

Für die Neuüberbauung der Rösslimatt hinter dem Bahnhof Luzern konnten die SBB mit der Hochschule Luzern und dem Pharmaunternehmen MSD zwei Mieter gewinnen, die bereits in Luzern ansässig sind. Über die erfolgreiche Bestandspflege darf aber auch die Neuansiedlung auswärtiger Firmen nicht vergessen gehen.

Beatrice Vogel
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Beatrice Vogel.

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Es sei ein Freudentag, befand der Luzerner Wirtschaftsförderer am Donnerstag, als er gemeinsam mit den SBB einen weiteren Mieter für die geplante Grossüberbauung Rösslimatt direkt beim Luzerner Bahnhof vorstellte: Das weltweit tätige Pharmaunternehmen MSD (Merck Sharp & Dohme). Tatsächlich gibt es bei dem getroffenen Arrangement fast nur Gewinner:

Die SBB konnten nach der Hochschule Luzern bereits den zweiten grossen – und diesmal zahlungskräftigen – Mieter präsentieren. MSD hat nach rund zehnjähriger Suche endlich einen Standort gefunden, wo es seine Büros zusammenlegen kann. Für die Stadt Luzern ist positiv, dass die Entwicklung des Rösslimatt-Areals vorwärtsgeht und mit MSD ein grosser Steuerzahler ansässig bleibt. Die Wirtschaftsförderung darf sich freuen, dass dem Kanton rund 850 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Einzig die Stadt Kriens hat das Nachsehen, weil sie 225 Arbeitsplätze verliert.

Ende gut, alles gut? Noch nicht. Nun ist die Wirtschaftsförderung erst recht gefragt. Bestandspflege ist gut und wichtig. Niemand will, dass ein Unternehmen die Region verlässt. Doch ebenso wichtig ist es, neue – auswärtige – Unternehmen anzusiedeln. Dafür braucht es eine gezielte Vermarktung der freien Büroflächen. Das betrifft die Flächen, die MSD zurücklässt, genauso wie viele andere, ältere Büros, die im Raum Luzern durch grosse Rochaden frei werden – darunter jene der Kantonsverwaltung hin zum Seetalplatz in Emmen.

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