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Die Chronologie im «Fall Malters»

Der Luzerner Polizeikommandant Adi Achermann und Kripo-Chef Daniel Bussmann müssen sich wegen eines Einsatzes verantworten, der über zwei Jahre zurückliegt:
Dienstag, 8. März 2016:

Die Luzerner Polizei trifft in Malters ein, wo sie im Auftrag der Zürcher Kollegen eine Hausdurchsuchung durchführen soll. In der Wohnung wird eine Hanfanlage vermutet. Vor Ort treffen die Polizisten auf eine 65-jährige Frau. Sie ist die Mutter des mutmasslichen Betreibers der Hanfanlage. Sie ist bewaffnet, verweigert den Polizisten den Zutritt und droht, auf die Polizisten zu schiessen oder sich das Leben zu nehmen. Die Frau gibt auch einen Schuss ab; eine Verhandlungsgruppe nimmt mit ihr telefonischen Kontakt auf.

Mittwoch, 9. März 2016:

Die Bemühungen, die Frau zum Aufgeben zu bewegen, bringen keinen Erfolg. Mehrfach droht sie, sich selbst etwas anzutun und von der Schusswaffe Gebrauch zu machen, sollte gewaltsam in die Wohnung eingedrungen werden. Um 7.30 Uhr entscheidet sich die Einsatzleitung unter der Führung von Kripo-Chef Bussmann für eine Intervention. Die Frau soll mit Knallpetarden abgelenkt und von einem Hund überwältigt werden. Polizeikommandant Adi Achermann übernimmt explizit die Verantwortung. Um 12 Uhr erfolgt der Zugriff. Das Öffnen der Wohnungstür mit einer hydraulischen Presse läuft nicht nach Plan: Die Tür fällt darum zu früh auf. Das Ablenkungsfeuerwerk zündet zwar, und der Hund wird reingeschickt, doch zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Frau bereits im Badezimmer, richtet ihre Katze und dann sich selbst. Die Hanfanlage befindet sich in der oberen Etage der zweistöckigen Wohnung. Neben dem Revolver werden noch weitere Waffen gefunden. Zumindest der Revolver gehört dem Sohn.

Ende März 2016:

Der Sohn der Verstorbenen zeigt die Einsatzleitung der Polizei an. Der Vorwurf: fahrlässige Tötung und Amtsmissbrauch. Wegen Interessenkonflikten wird der Fall der Aargauer Staatsanwaltschaft übergeben.

September 2016:

Sicherheitsdirektor Paul Winiker (SVP) verordnet, dass Achermann und Bussmann bis zum Abschluss des Strafverfahrens keine heiklen Einsätze mehr leiten dürfen, wird diese Verfügung aber Ende Juni 2017 wieder aufheben.

10. Januar 2017:

Der ausserordentlich eingesetzte Aargauer Staatsanwalt Christoph Rüedi zeigt Achermann und Bussmann wegen fahrlässiger Tötung an.

19. Juni 2017:

Die Polizeikader stehen vor dem erstinstanzlichen Gericht, dem Bezirksgericht Kriens; die Verhandlung findet wegen des grossen Interesses im Kantonsgericht statt.

27. Juni 2017:

Das Bezirksgericht spricht die Polizisten frei. Später reichen sowohl der Staatsanwalt wie auch der Sohn Berufung gegen das Urteil ein.

24. August 2018:

Adi Achermann und Kripo-Chef Daniel Bussmann stehen wegen fahrlässiger Tötung vor Kantonsgericht. Sollte es wieder zu einem Freispruch kommen, wird der Anwalt dem Sohn der Verstorbenen den Weiterzug empfehlen.

4. September 2018:

Die juristische Aufarbeitung verlängert sich: Das Luzerner Kantonsgericht will ein Gutachten über die Urteilsfähigkeit jener Frau einholen, die sich das Leben nahm.

25. September 2018:

Der 49-jährige Sohn jener Frau, die sich 2016 bei einer Polizeiaktion in Malters erschossen hatte, kassiert eine bedingte Strafe – und eine saftige Rechnung. Er hatte im grossen Stil illegalen Hanf angebaut.

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