Die Erlenstrasse in Emmen soll langsamer und leiser werden

Auf der Erlenstrasse in Emmen wird Tempo 30 und 40 eingeführt – Bewohner fordern dies schon seit 11 Jahren.

Beatrice Vogel
Drucken
Teilen
Auf der Erlenstrasse soll das Tempolimit sinken.

Auf der Erlenstrasse soll das Tempolimit sinken.

Bild: Pius Amrein (Emmen, 11. Januar 2020)

Die Gemeinde Emmen will auf der Erlenstrasse eine Temporeduktion einführen. Konkret soll im vorderen Teil, zwischen Sprengi und Einmündung Erlenmatte, künftig Tempo 30 herrschen. Im hinteren Teil, ab Erlenmatte bis zum Siedlungsende bei Wolfisbühl, soll Tempo 40 eingeführt werden. Das entsprechende Verkehrsanordnung liegt derzeit bis 26. Januar bei der Gemeinde Emmen öffentlich auf.

Die geplante Temporeduktion hat zwei Gründe, wie Baudirektor Josef Schmidli (CVP) auf Anfrage ausführt. «Einerseits müssen wir die Lärmschutzverordnung umsetzen.» So werde die Lärmobergrenze im vorderen Teil der Erlenstrasse durch den Verkehr oft überschritten. Durch Tempo 30 könne der Lärm massgeblich reduziert werden. Zu diesem Schluss kommt auch ein durchgeführtes Verkehrsgutachten.

Ein lang gehegtes Anliegen

«Andererseits ist die Temporeduktion auch ein Anliegen der Anwohner», so Josef Schmidli weiter. So haben Anwohner bereits 2011 eine Petition für Tempo 40 auf der Erlenstrasse eingereicht. Manche Anwohner beklagen, dass es seit der Teilschliessung des Autobahnanschlusses Emmen Nord 2012 vermehrt zu Schleichverkehr komme. Auch wenn der Anschluss wieder geöffnet werden soll, hat das Thema nicht an Aktualität verloren: «Bei der Umfrage zur Ortsplanungsrevision haben wir viele Rückmeldungen erhalten, dass eine Temporeduktion erwünscht ist», so Schmidli. Deshalb fiel der Entscheid für Tempo 40 im hinteren Bereich der Erlenstrasse. Allerdings: Laut Gutachten ist die dortige Temporeduktion weder nötig noch zweckmässig. Kommt hinzu, dass der Kanton Luzern nicht gern von den regulären Tempi (30, 50, 80) abweichende Signalisationen bewilligt. «Der Kanton hat Kenntnis von der Massnahme», sagt Schmidli dazu und ergänzt: «Es ist eine Ermessensfrage, bei der wir das Anliegen der Bevölkerung hoch gewichtet haben.»

Die Verkehrsberuhigung soll die Strasse nicht nur leiser und sicherer machen, sondern auch jene Autofahrer von der Durchfahrt abhalten, die gar nicht ins Erlenquartier wollen. «Die Erlenstrasse wird oft genutzt, um den Seetalplatz in Richtung Littauerboden zu umfahren», erklärt der Bauvorsteher. Doch die Güterstrassen auf dem Littauerberg seien für so viel Verkehr gar nicht ausgelegt. Deshalb plane die Stadt Luzern, auf dem Littauerberg die Verkehrsanordnung ebenfalls anzupassen. Schmidli: «Durch die Temporeduktion auf der Erlenstrasse wird diese Strecke für den Umgehungsverkehr noch unattraktiver.»

Nur die Signalisation wird angepasst

Bei beiden Abschnitten der Erlenstrasse handelt es sich um eine Änderung der Streckensignalisation – und nicht etwa um eine Tempo-30-Zone. Deswegen wird laut Schmidli zwar die Signalisation geändert, andere bauliche Massnahmen seien aber keine geplant. Die Kosten für die Signalisation bewege sich im vierstelligen Bereich.

Heute ist die Erlenstrasse eine Gemeindestrasse erster Klasse, also als Ortsteil-Verbindung klassifiziert. «Faktisch ist es aber eine reine Quartiererschliessungsstrasse, die keine Ortsteile verbindet», so Schmidli. Im Rahmen der Ortsplanungsrevision werde deshalb die Klassifizierung überprüft und gegebenenfalls geändert.