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Das Rätsel ist gelöst: Die Familie Ammann dank Aufruf der LZ-Redaktion gefunden

Die englische Lehrerin Maureen Stephenson hat «ihre» Bauernfamilie Ammann gesucht – und dank der Hilfe unserer Leserinnen und Leser auch gefunden. Wir haben die Ammanns besucht. Lesen Sie hier die Geschichte über eine internationale Begegnung auf dem Wochenmarkt.
Simon Mathis
Emma Ammann (87, links) gemeinsam mit ihrer Tochter Emma Bucher (65). (Bild: Manuela Jans-Koch, 14. August 2019, Schüpfheim)

Emma Ammann (87, links) gemeinsam mit ihrer Tochter Emma Bucher (65). (Bild: Manuela Jans-Koch, 14. August 2019, Schüpfheim)

Die pensionierte Lehrerin Maureen Stephenson aus Grossbritannien sucht nach der Familie Ammann, die sie vor 60 Jahren in Luzern kennen lernte und danach nie wiedersah. Ein Aufruf an die Leserschaft hat in Windeseile zahlreiche Hinweise zutage gebracht. Der wertvollste kam von einer Person, die auf dem Familienfoto selbst zu sehen ist: von Emma Bucher-Ammann. Sie war damals vier Jahre alt und steht ganz links im Bild.

«Ich war verwundert, als ich das Foto meiner Familie in der Zeitung sah», berichtet die heute 65-Jährige Emma Bucher, die in Rothenburg lebt und vor ihrer Pension 2012 beim kantonalen Amt für Gemeinden arbeitete. Bucher schrieb direkt an unsere Zeitung und identifizierte alle Personen auf dem Bild:

Von links nach rechts: Emma Bucher-Ammann (4-jährig), Tante Annemarie Wandeler-Ammann, Annamaria Tanadini-Ammann (2-jährig) mit Grossmutter Josefine Ammann-Stalder, Vater Josef Ammann-Theiler, Josy Lang-Ammann (3-jährig), Mutter Emma Ammann-Theiler sowie Grossvater Leonhard Ammann-Stalder. (Bild: Maureen Stephenson, Littau, August 1958)

Von links nach rechts: Emma Bucher-Ammann (4-jährig), Tante Annemarie Wandeler-Ammann, Annamaria Tanadini-Ammann (2-jährig) mit Grossmutter Josefine Ammann-Stalder, Vater Josef Ammann-Theiler, Josy Lang-Ammann (3-jährig), Mutter Emma Ammann-Theiler sowie Grossvater Leonhard Ammann-Stalder. (Bild: Maureen Stephenson, Littau, August 1958)

Die Tante Annemarie Wandeler ist übrigens die Mutter von Martin Wandeler, bekannt aus «Bauer, ledig, sucht ...». Auch brachte Emma Bucher Licht in den Standort der «Schüür» im Hintergrund: Sie gehört zum Bodenhof in Littau, wo Emmas Bruder Josef Ammann noch heute einen Gemüsehof betreibt.

Zwischen Weggis, Littau und Schüpfheim

Auch auf dem Markt sind die Ammanns noch vertreten. Der Stand befindet sich links von der Rathaustreppe. Die Familie Ammann kommt ursprünglich aus Weggis. 1885 kaufte sie den Bodenhof in Littau. Seit 1997 ist der Gemüseanbau die hauptsächliche Einnahmequelle der Familie. «Wir beliefern Grosshändler und besuchen regelmässig Wochenmärkte in der Region», sagt Josef Ammann vom Bodenhof. «Auf den Markt zu gehen ist ein Knochenjob», so der Landwirt. «Aber von der Kundschaft kommt so viel zurück: Menschliches, Tragisches, Positives. Diese Begegnungen motivieren.» Das zeigt auch diese Geschichte: Denn Maureen Stephenson hat die Ammanns 1958 am Luzerner Wochenmarkt kennen gelernt.

Die meisten Personen auf dem Foto sind mittlerweile verstorben oder nicht mehr im Kanton Luzern wohnhaft. Emmas Schwestern sind weggezogen – Annamaria ins Tessin und Josy nach Australien. Im Luzernischen leben nur noch Emma Bucher und ihre Mutter Emma Ammann-Theiler. Letztere ist 87 Jahre alt. Sie wohnt im Regionalen Wohn- und Pflegezentrum Schüpfheim. Schüpfheim und das Entlebuch waren schon immer das zweite Zuhause Emmas; ihre jüngste Tochter ist eine direkte Nachbarin. Zudem ist die älteste Tochter Emma mit Hansruedi Bucher aus Flühli verheiratet und seit ihrer Pensionierung oft in Schüpfheim anzutreffen.

Wir haben Emma Ammann am Mittwoch besucht. An die Begegnung mit Maureen Stephenson kann sich Ammann nicht mehr erinnern. «Wir hatten damals regelmässig Besuch auf dem Hof. Auch vom Ausland, besonders aus Australien», berichtet sie. Denn ihre Schwester und ihr Schwager hatten sich in Australien niedergelassen und besuchten von Zeit zu Zeit Luzern. Ammann war eine «Marktfrau durch und durch», sagt sie. Das war mit Anstrengungen verbunden, denn neben der Arbeit als Bauersfrau waren fünf Kinder zu versorgen. Freitags war jeweils «Rüsttag» für den Samstagsmarkt in Luzern.

Wiedersehen vielleicht nächstes Jahr

Eine zentrale Frage bleibt: Wo ist der steile Heuhang, an den Maureen Stephenson sich erinnert? Denn der Obergrund liegt im Littauer Boden und ist sehr flach. Die Ammanns glauben, dass es sich dabei um die Wiese rund um den Littauer Eingang zum Zimmereggtunnel handeln muss:

Das erklärt auch die Gleise in Maureen Stephensons Erinnerung: Sie sah nicht die Schienen einer Bergbodenbahn, sondern eines Zuges. «Beim Heuen war es dort immer sehr heiss», sagt Emma Ammann. «So heiss, dass mein Mann zu sagen pflegte, beim Zimmereggtunnel höre man die Schnecken kreischen.»

Maureen Stephenson ist unheimlich glücklich über die Entdeckung: «Das ist so aufregend! Ich bin erstaunt, dass das so schnell ging.» Maureen Stephenson freue sich darauf, eine E-Mail von Emma Bucher zu erhalten und vielleicht aktuelle Fotos auszutauschen. «Ich könnte mir auch vorstellen, sie nächstes Jahr in Luzern zu besuchen», sagt sie. Aber zuerst werde Maureen Stephenson ihre Cousins benachrichtigen; denn drei der fünf Kinder ihres Onkels John McIntyre leben noch. John war damals mit Maureen Stephenson in Luzern unterwegs.

Maureen Stephenson aus England liest auf ihrem E-Reader die Neuigkeiten zur Familie Ammann. (Bild: PD, 14. August 2019, Northumberland, Grossbritannien)

Maureen Stephenson aus England liest auf ihrem E-Reader die Neuigkeiten zur Familie Ammann. (Bild: PD, 14. August 2019, Northumberland, Grossbritannien)

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