Die «Familie Eichwäldli» darf ein Jahr länger am Murmattweg wohnen

Diesen September wäre der Gebrauchsleihevertrag zwischen der Stadt Luzern und den Bewohnern des «Eichwäldli» auf der Allmend ausgelaufen. Nun wurde der Vertrag bis September 2020 verlängert.

Simon Mathis
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Weil die Soldatenstube (rechts) vom Einsturz bedroht ist, haben sich die Bewohner des Eichwäldli in den Wohnbereich (links) zurückgezogen. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern, 9. Januar 2019)

Weil die Soldatenstube (rechts) vom Einsturz bedroht ist, haben sich die Bewohner des Eichwäldli in den Wohnbereich (links) zurückgezogen. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern, 9. Januar 2019)

Der Gebrauchsleihevertrag zwischen der Stadt Luzern und den Bewohnern des Eichwäldli an der Murmattweg 2 wurde um ein Jahr verlängert. Der Vertrag läuft nun bis zum 30. September 2020, wie die städtische Dienstabteilung Immobilien auf Anfrage mitteilt.

Ursprünglich sollte der Vertrag bis Ende September dieses Jahres laufen. Diese Vereinbarung entstand, nachdem die Mieter im Januar die Schlüsselabgabe verweigerten und das Gebäude besetzten. Die Stadt hatte die Bewohner kurzfristig dazu aufgefordert, das Gebäude so schnell wie möglich zu verlassen. Grund dafür waren Sicherheitsbedenken; die ehemalige Soldatenstube, in der regelmässig Mittagstische stattfanden, war statisch labil. Als sich die Besetzer aus der gefährlichen Stube in den Wohnteil zurückzogen, kam der jetzige Vertrag zustande. Der Mittagstisch findet mittlerweile im alten Stellwerk am Freigleis statt.

Eine Sanierungsstudie soll Aufschluss darüber geben, welche Massnahmen nötig und verhältnismässig sind. Der Stadtrat werde bis September 2020 prüfen, wie es mit der umstrittenen Liegenschaft weitergehen soll, schreibt die Dienstabteilung Immobilien.

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Simon Mathis

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