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Nach Biss in Rickenbach: Suche nach dem Hund gibt Rätsel auf

Seit Wochen wird in der Gemeinde Rickenbach gerätselt, wem der Hund gehört, der am 5. September eine Siebenjährige ins Gesicht gebissen hat und dabei erheblich verletzte. Ein Augenschein vor Ort bringt Seltsames zu Tage.
Thomas Heer
Welcher Hund das Kind gebissen hat, konnte die Polizei noch nicht ermitteln. (Symbolbild: Getty)

Welcher Hund das Kind gebissen hat, konnte die Polizei noch nicht ermitteln. (Symbolbild: Getty)

«Kind von Hund gebissen» oder «Hundehalterin lässt Mädchen (7) in Rickenbach LU verletzt zurück.» So und ähnlich lauteten die Schlagzeilen, die seit Mitte September publiziert worden sind und schweizweit für Betroffenheit sorgten. Das Ereignis, auf das sich die Berichterstattung bezog, lag damals aber schon knapp zwei Wochen zurück. Und zwar ereignete sich der Vorfall am 5. September zwischen 18 und 19 Uhr an der Rickenbacher Moosmatt­strasse, Abzweigung Wolfsgrueb.

Was genau war passiert? In einer Erklärung, die «20 Minuten» am 18. September publizierte, sagte der Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft Folgendes: «Das Mädchen sah den freilaufenden Hund kommen. Es ging in die Knie, streichelte den Hund und beugte sich über ihn. Dieser krabbelte an ihm hoch und biss das Mädchen auf Höhe der Augenbrauen ins Gesicht.»

Das Mädchen wird von Albträumen geplagt

Aber der Sachverhalt ist noch nicht restlos geklärt. Es stünden diesbezüglich noch Befragungen an, heisst es seitens der Behörden. Vor allem ist die entscheidende Frage noch immer offen: Wem gehört jener Hund, der dem Mädchen diese Verletzung zufügte, die zu einer Spitaleinweisung führte?

Ein Besuch des Reporters unserer Zeitung bei der Opferfamilie Anfang dieser Woche ergab keinerlei neue Hinweise bezüglich des Hundehalters. Die Mutter des Mädchens liess über ihre Schwester via Handy nur verlauten, die Kleine leide seit dem Unfall an Schlafstörungen und werde von Albträumen geplagt. Mehr konnten oder wollten die Angehörigen des Kindes nicht sagen.

Beim Rundgang durchs Moosmattquartier nannten aber mehrere Leute eine Frau, die den Vorfall zwischen dem Hund und dem Mädchen angeblich beobachtet haben soll. Diese Zeugin wollte gegenüber dem Journalisten allerdings keinerlei weitere Aussagen zum Ereignis vom 5. September machen.

Der Hund war zur Tatzeit weder im Haus noch im Garten

Als wesentlich ergiebiger erwies sich wenige Minuten später das Gespräch mit einer Person, die einen kleinen Hund auf den Armen trug, als sie die Haustür für den unerwarteten Besucher öffnete. Auf eine entsprechende Frage erzählte sie, sie wisse vom angesprochenen Vorfall, der sich nur wenige Dutzend Meter von ihrem Haus entfernt zutrug. Und weiter sagte sie: Sie sei sich auch bewusst, dass ihr Hund als möglicher «Täter» in Frage kommen könnte. Denn das Tier habe sich zu jenem Zeitpunkt nicht im Haus oder Garten aufgehalten.

Diese angesprochene Person erzählte weiter, was sie an jenem 5. Septemberabend erlebte. Demnach wurde sie vor dem Gelände ihrer Liegenschaft von zwei, ihr bekannten, Velofahrerinnen angesprochen. Die eine Frau habe zu ihr gesagt, das Mädchen sei von «ihrem» Hund gebissen worden, die andere habe von «möglicherweise ihrem» Hund gesprochen. Die dritte Frau – jene, die nicht mit dem Reporter sprechen wollte –, die beim Unglück ebenfalls vor Ort gewesen sein soll, spreche ebenfalls von «möglicherweise ihrem» Hund.

Die Ungewissheit ist «unerträglich»

Das heisst: Drei Frauen wollen beobachtet haben, wie ein Hund die Siebenjährige verletzte und sind sich sicher respektive relativ sicher, dass es sich um den oben erwähnten Hund handelt. Die Person, die dieses Tier besitzt, sagt sinngemäss: Sie wolle sich nicht vor der Verantwortung drücken. Sie sei bereit, wenn es denn tatsächlich ihr Hund gewesen war, die finanziellen Konsequenzen des Vorfalls zu tragen. Sie aber wolle endlich Klarheit. Die Ungewissheit sei unerträglich.

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