Kommentar

Die Frauen in der Luzerner CVP haben nichts zu verlieren

Guido Graf möchte über 2023 hinaus Regierungsrat bleiben. Damit sinken die Chancen für eine Frau in der CVP, in drei Jahren in die Kantonsregierung gewählt zu werden. Dennoch sollte die Partei eine der ihren für eine Kandidatur motivieren.

Lukas Nussbaumer
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Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer.

Guido Graf will 2023 mit beinahe 65 erneut für den Luzerner Regierungsrat kandidieren – zum fünften Mal. Mit dieser frühen Ankündigung überrascht der CVP-Mann nicht nur politische Gegner, sondern auch viele Parteifreundinnen und -freunde, die selber mit einer Kandidatur liebäugeln. Muss sich der frühere Unternehmer deshalb parteiintern den Vorwurf gefallen lassen, er sei ein Frauenverhinderer?

Wahrscheinlich ist, dass die CVP nach 2023 weiterhin mit zwei Männern in der Luzerner Regierung vertreten sein wird. Die Frauen in der grössten Luzerner Partei müssen sich wegen Grafs Ambitionen also gedulden, bis sie eine echte Wahlchance erhalten. Vorwürfe an Graf wären jedoch unfair. Es ist sein gutes Recht, nochmals zu kandidieren, denn die parteiinterne Guillotine von 16 Amtsjahren erreicht der Gesundheits- und Sozialdirektor erst 2026. Ausserdem liegt die politische Zukunft des Pfaffnauers in den Händen des Volks.

Die vielen potenziellen Regierungsrätinnen in der CVP wären nun aber falsch beraten, wenn sie enttäuscht die Flinte ins Korn werfen würden. Die Partei sollte 2023 unbedingt versuchen, eine der ihren trotz geringer Wahlchancen für eine Kandidatur zu motivieren. Damit das Volk zumindest bei der CVP in der Geschlechterfrage die Wahl hat. Denn ob die Linken und die SVP in drei Jahren mit einer Frau ins Rennen steigen, steht in den Sternen. Und die FDP tritt ohnehin wieder mit dem noch jungen Fabian Peter an.