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Die Wauwiler Ebene im Spannungsfeld: Verein präsentiert erste Ergebnisse

Ein Projekt will Nutzungskonflikte auf der Wauwiler Ebene entschärfen. Landwirte, Naturschützer und Behörden spannen dafür zusammen.
Roseline Troxler
Martin Christen, Dienststelle Landwirtschaft und Wald (von links), Roman Graf, Vogelwarte, und Jakob Lütolf, Präsident des Luzerner Bauernverbands, begutachten bei der Wauwiler Ebene einen Schacht. (Bild: Nadia Schärli, 3. September 2019)

Martin Christen, Dienststelle Landwirtschaft und Wald (von links), Roman Graf, Vogelwarte, und Jakob Lütolf, Präsident des Luzerner Bauernverbands, begutachten bei der Wauwiler Ebene einen Schacht. (Bild: Nadia Schärli, 3. September 2019)

Die Wauwiler Ebene ist eine einzigartige Landschaft im Gebiet von Wauwil, Egolzwil, Schötz, Ettiswil und Mauensee. Sie entstand durch die Trockenlegung zweier Seen im 19. Jahrhundert. Nun ist die Ebene ein umkämpftes Gebiet. Die Bedürfnisse zwischen Bauern, die einen Teil landwirtschaftlich bewirtschaften, Naturschützern, die den Lebensraum vieler Tierarten schützen und aufwerten wollen und der Bevölkerung, der die Ebene als Erholungsgebiet dient, driften auseinander.

Um Konflikte zu entschärfen, hat der Verein «Freunde der Wauwiler Ebene», den es seit 2016 gibt, das Projekt «Landwirtschaftliche Planung» initiiert, welches von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald sowie vom Bundesamt für Landwirtschaft unterstützt wird.

Entwässerungssystem kommt in die Jahre

Seit Januar wurden fünf Workshops mit je rund 30 Personen durchgeführt, darunter Landwirte, Natur- und Landschaftsschützer und Gemeindevertreter. Am Dienstag hat der Verein erste Ergebnisse präsentiert, die zeigen, wo angesetzt werden soll.

Hohe Priorität hat das Thema Entwässerung. Es soll ein Wasserhaushaltskonzept erstellt werden. Laut Patrik Affentranger vom Verein «Freunde der Wauwiler Ebene» gibt es nur sehr wenige Grundlagen zur Entwässerung des Landwirtschaftslandes. Martin Fritsch von der Sofies-Emac AG betont: «Auch die Siedlungsentwässerung muss berücksichtigt werden. Hier gab es in den letzten Jahren eine grosse Zunahme.» Laut Martin Christen von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald wurden die Drainagesysteme in den 60er-Jahren gebaut. «Sie haben eine Lebensdauer von zirka 80 Jahren. Die Uhr tickt also.» Ausserdem sind Experten der Meinung, dass sich die Ebene absenkt, was für die bestehende Entwässerung ebenfalls ein Problem darstellen könnte.

Auch für Jakob Lütolf, Präsident des Luzerner Bauernverbands, ist es Zeit für eine Überarbeitung. Er sagt:

«Die Entwässerung ist der Lebensnerv der Wauwiler Ebene.»

Lütolf räumt ein, dass er dem Projekt zu Beginn kritisch gegenüberstand und Einschränkungen fürchtete. Laut Lütolf gibt es bei Bauern nach wie vor Ängste, dass der Naturschutz ausgeweitet werden soll. «Doch die Projektziele beschäftigen uns ebenfalls und schliesslich gehören wir Landwirte zu den Hauptprotagonisten.» Auf der Wauwiler Ebene wird eine Fläche von zirka 1100 Hektaren bewirtschaftet.

Die Wertschöpfung soll erhöht werden

Priorität wird auch dem Boden eingeräumt. «Es soll analysiert werden, was die Böden auf der Ebene leisten können», erklärt Martin Fritsch. Schliesslich soll ein landwirtschaftliches Nutzungskonzept erstellt werden, das raumplanerisch verankert werden soll. Hier geht es auch darum, Konflikte zu identifizieren und Vorschläge aufzuzeigen. Ein weiteres Ziel ist die Stärkung der landwirtschaftlichen Produktion und des Absatzes. Martin Fritsch führt aus:

«Die Wertschöpfung soll erhöht werden, was zum Beispiel durch eine branchenübergreifende Zusammenarbeit und Direktvermarktung erreicht werden könnte.»

Zum Zeithorizont der weiteren Massnahmen konnten am Dienstag noch keine Angaben gemacht werden. Zunächst geht es laut Martin Fritsch darum, die Federführung der Projekte zu klären. Auch die finanziellen Mittel sollen für die einzelnen Projekte separat aufgegleist werden. «Bei der Sanierung der Drainage etwa könnte es einen Verteilschlüssel zwischen Bund, Kanton, Gemeinden und Privaten geben.» Fritsch betont: «Das Projekt gab uns wertvolle Impulse für die Zusammenarbeit und trug zur Sensibilisierung bei.»

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