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Der Luzerner Gewerbeverband feiert seinen 125. Geburtstag – diese Firmen waren seit Anfang an dabei

Seit 125 Jahren schliessen sich Luzerner Unternehmen im kantonalen Gewerbeverband zusammen. Auch wenn es dem Wirtschaftsstandort gut geht, gehen ihm die Herausforderungen nicht aus.
Urs-Ueli Schorno
Mitarbeiter der Emil Peyer AG beim Bau einer Scheune auf einem Gutsbetrieb in Alberswil im Jahr 1957. (Bild: Emil Peyer AG)

Mitarbeiter der Emil Peyer AG beim Bau einer Scheune auf einem Gutsbetrieb in Alberswil im Jahr 1957. (Bild: Emil Peyer AG)

Wenn sich morgen Mittwoch Luzerner Unternehmer in der Messehalle zur Delegiertenversammlung treffen, dann tun sie das bereits zum 125. Mal. So lange setzt sich nämlich der KMU- und Gewerbeverband für optimale Rahmenbedingungen für die Wirtschaft im Kanton ein. Und Luzern, das ist laut Peter With, Präsident des kantonalen Gewerbeverbands Luzern (KGL) ein «KMU-Land». «Fast 99 Prozent der Unternehmen im Kanton Luzern haben weniger als 250 Mitarbeiter.» Im Durchschnitt hat eine Luzerner Unternehmung sechs Mitarbeiter Vollzeit beschäftigt.

Auch drei Beispiele aus Sursee und Willisau zeigen, dass bereits seit der Gründung 1894 im Gewerbeverband vor allem die «kleinen und mittleren» vom Austausch mit anderen Betrieben profitieren (siehe Kasten am Ende des Textes). Für den Willisauer Bauunternehmer Emil M. Peyer, in fünfter Generation Inhaber der Emil Peyer AG ist gerade die Zusammenarbeit mit dem lokalen Verein wichtig und er ergänzt: «Noch wichtiger ist für uns aber der Austausch mit dem Branchenverband.» Auch diese sind im KGL vertreten: Denn dem KMU- und Gewerbeverband angeschlossen sind neben den 47 lokalen Gewerbevereinen auch 39 Branchen- und Berufsverbände.

Fachkräftemangel bleibt heisses Eisen

Unter dem Motto «Du bist die Wirtschaft» stellt der Verband auch sein weiteres Schaffen am 1. Mai an der LUGA vor. Am Abend an der Delegiertenversammlung wird neben den rund 260 Gästen auch Bundesrat Guy Parmelin erwartet. Zu hören bekommen werden Interessierte sicher auch, dass man besonders stolz ist darauf, dass im Kanton die Arbeitslosenquote mit 1,8 Prozent gegenüber dem nationalen Durchschnitt von 2,6 Prozent sehr tief ausfällt. Auch wächst die hiesige Wirtschaft stark – um 17,6 Prozent, während der schweizerische Schnitt zehn Prozent beträgt.

Zu den aktuellen Themen des Verbandes gehören neben der steigenden Mobilität der Arbeitnehmer aber auch der akute Fachkräftemangel – eines der Felder, für die es den Verband auch künftig brauchen wird.

Sie waren von Anfang an dabei

125 Jahre – ein stolzes Alter. Nur wenige Firmen, die heute dem kantonalen Gewerbeverband Luzern angeschlossen sind, bestehen derart lange. Doch einige gibt es. Die Suche nach ihnen war nicht einfach, doch Verbandsdirektor Gaudenz Zemp hat trotz unvollständiger Archive einige gefunden.

Emil Peyer AG, Willisau

Die heutige Bauunternehmung wurde 1890 von Franz Peyer-Frei als Hafnerei in Willisau gegründet. Im Jahr 1925 beschäftigte man 16 Mitarbeiter, darunter sechs Saisonnier-Maurer aus dem Tessin. Bis 1969 wurde das nun auf 60 Mitarbeiter angewachsene Unternehmern als Einzelfirma geführt. 1978 wurde das Unternehmen in zwei Aktiengesellschaften für Hoch- und Tiefbau aufgeteilt. Seit 2009 führt Emil M. Peyer die Geschäfte bereits in fünfter Generation. Er durfte auch das 125-Jahr-Jubiläum im Jahr 2015 begehen. Durch die Übernahme von Personal der Baufirma Hügi und Gisiger AG aus Ettiswil beschäftigt die Emil Peyer AG heute 75 Mitarbeiter.

Papeterie von Matt, Sursee

Seit 1843 besteht die Papeterie, Schreibwaren und Buchbinderei am Rathausplatz 2 in Sursee. Ursprünglich von Peter Brütschlin geführt, übernahm 1892 Alois von Matt aus Stans die Firma, der später an seinen Sohn Robert übergab. Der Zuger Paul Robert von Matt erwarb von seinem Onkel die Firma in den 60er Jahren und baute ein neues Standbein auf: den Verkauf von Schulmaterial an Volksschulen. Anfang der 80er Jahre wurde das Geschäft komplett umgebaut. Die 4. Generation Remigi von Matt wirkte seit Anfang der 70er Jahren und führte die Firma mit Papeterie, Buchhandel, Büro- und Schulbedarf weiter. Nun ist die 5. Generation mit Lukas von Matt und Judith Greber-von Matt am Ruder, die 12 Vollzeitangestellte und drei Lehrlinge beschäftigen. Sie wollen vor allem auch neue Wege im Online-Handel für Unternehmungen und Schulen einschlagen.

Estermann AG, Geuensee

1877 trug Niklaus Estermann Egli seine Einzelfirma für Maurerarbeiter im Handelsregister ein. Ab 1920 begann der Aufbau der Holz- und Fensterbauabteilung. Ab 1985 steigt der inzwischen zur Generalunternehmung ausgebaute Betrieb auch ins Gipsereigeschäft ein. Inzwischen in fünfter Generation von Jost Estermann geführt, konzentriert man sich auf die Gipserei und das Baugeschäft. Die Fensterbauabteilung wurde im Jahr 2000 verkauft, das Holzgeschäft im Jahr 2008. Ein Steckenpferd ist heute das eHaus – ein Elementbauhaus in Massivbauweise, das den Bedürfnissen der Kunden angepasst werden kann. (uus)

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