Die Gemeinde Adligenswil verliert ihren Polizeiposten

Da ein nötiger Umbau zu teuer wäre, wird das Adligenswiler Büro im Polizeiposten in Meggen integriert – zum Bedauern des Gemeinderats.

Hugo Bischof und Roman Hodel
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Der Polizeiposten Adligenswil soll geschlossen werden.

Der Polizeiposten Adligenswil soll geschlossen werden.

Bild: Boris Bürgisser (9. Januar 2019)

Mitten im Dorfzentrum von Adligenswil, an der Udligenswilerstrasse 5, befindet sich der Posten der Luzerner Polizei. Allerdings nicht mehr lange. Der Luzerner Regierungsrat hat noch im alten Jahr beschlossen, diesen per 1. November 2020 aufzulösen und in den Polizeiposten der Nachbargemeinde Meggen zu integrieren. Der entsprechende Mietvertrag wurde gekündigt. «Die polizeiliche Versorgung der Gemeinden im Postenkreis Adligenswil wird auch nach der Schliessung jederzeit im gleichen Umfang und in der gleichen Qualität wie bisher sichergestellt», betont Christian Bertschi, Kommunikationschef der Luzerner Polizei.

32 Polizeiposten im ganzen Kanton Luzern

Zurzeit betreibt die Luzerner Polizei 32 Polizeiposten verteilt übers ganze Kantonsgebiet, die Zahl ist seit vielen Jahren stabil. Ohne Adligenswil werden es 31 sein. Die Frage, ob bald weitere Polizeiposten das gleiche Schicksal ereilt, verneint Christian Bertschi von der Luzerner Polizei: Die Situation eines Polizeipostens wird jeweils vor Ablauf eines Mietverhältnisses genauer überprüft, aktuell besteht bei anderen Polizeiposten aber kein akuter Handlungsbedarf.

Dennoch: Das heutige Stationierungskonzept stammt im Grundsatz aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. «Seither haben sich die Gewohnheiten der Bürgerinnen und Bürger stark verändert, nicht zuletzt durch die Mobilität und Digitalisierung», so Bertschi. Die Luzerner Polizei habe den Auftrag, das Konzept zu überprüfen. Etwa: Braucht es auch in den nächsten 10 bis 20 Jahren so viele Posten? «Diese Anzahl wird aber auch aus politischer Sicht beurteilt», sagt Bertschi. «Wir werden deshalb mögliche Veränderungen immer auch eng mit den betroffenen Gemeinden diskutieren.» (hor)

Hauptgrund für die Schliessung ist laut Bertschi nicht, dass der Posten zu wenig frequentiert wird, sondern dass dieser nicht mehr den heutigen Anforderungen und Sicherheitsstandards der Luzerner Polizei entspricht: «Um den Posten weiter betreiben zu können, wäre ein teurer Umbau nötig.» Er macht dazu ein Beispiel: «Der Adligenswiler Posten ist räumlich sehr eng gestaltet und bietet wenig Diskretion für Anzeigensteller.» Anders in Meggen: Bei diesem erst vor neun Jahren bezogenen Posten an der Hauptstrasse 21 bestünden genügend Raumreserven, um jenen von Adligenswil zu integrieren.

Stark beschränkte Schalteröffnungszeiten

Für die Meldung von kleineren Delikten wie Diebstählen oder Sachbeschädigungen steht seit dem vergangenen Sommer ohnehin neu der virtuelle Polizeiposten www.suisse-epolice.ch zur Verfügung. Diese können dort orts- und zeitunabhängig zur Anzeige gebracht werden. Denn die Schalteröffnungszeiten der Polizeiposten sind stark beschränkt, sowohl in Adligenswil wie auch in Meggen jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 12 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr.

Trotz Online-Posten ist Bertschi überzeugt, dass «trotz oder gerade wegen der Digitalisierung» der persönliche Kontakt zwischen der Polizei und den Bürgern weiterhin «ganz wesentlich» ist. Dennoch werde die Sicherheit in einem Dorf nicht durch eine Immobilie gewährleistet. «Eine im Einsatz stehende Patrouille, sei es im Auto oder in der Stadt Luzern auch zu Fuss und per Bike, ist oft schneller am Ereignisort, als wenn zuerst auf dem Polizeiposten das Büro verlassen und in ein Auto gestiegen werden muss», sagt Bertschi. Die Politik gebe der Polizei Richtwerte vor, wie rasch sie bei dringlichen Einsätzen vor Ort sein müsse. «Diese Werte haben wir 2018 übertroffen – auch dank einem effizienten und flexiblen Patrouillensystem», so Bertschi.

Gemeindepräsidentin sieht auch eine Chance

Laut der Adligenswiler Gemeindepräsidentin Ursi Burkart (CVP) ist es «immer bedauerlich», wenn eine Dienstleistung in einer Gemeinde nicht mehr zur Verfügung stehe: «Dadurch fehlt eine Ansprechstelle direkt vor Ort. Vor allem für die ältere Bevölkerung bedeutet dies eine Umstellung. Der Weg zum Polizeiposten in Meggen wird länger.» Wichtig sei jedoch, dass die Sicherheit weiterhin gewährleistet ist, und dies sei der Fall, «indem die Patrouillentätigkeit und die weiteren Leistungen der Polizei im bisherigen Rahmen weitergeführt oder sogar ausgebaut werden». Burkart: «Wenn die durch die Schliessung des Polizeipostens frei werdenden personellen Ressourcen dazu führen, dass die Polizei mehr Präsenz zeigen kann, ist dies im Sinne der Gemeinde.»

Hinweis: Rund um die Uhr erreichbar ist die Luzerner Polizei über Telefon 041 248 81 17 oder den Notruf 117 sowie auf www.polizei.lu.ch.