Die Gemeinde Rothenburg entscheidet über Umzonungen

Am Sonntag, 17. November, wird in Rothenburg über die Teilrevision der Ortsplanung abgestimmt. Wir erklären, worum's geht.

Beatrice Vogel
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Warum wird die Ortsplanung revidiert?

Auslöser für die Teilrevision ist die Festlegung der Gewässerräume. Diese ist nötig, weil vor einigen Jahren das Gewässerschutzgesetz auf Bundesebene revidiert wurde. Es handelt sich dabei also um eine Anpassung an das neue Gesetz. Die Totalrevision der Ortsplanung wird ab 2020 in Angriff genommen.

Was beinhaltet die Festlegung der Gewässerräume?

Die Gewässer und ihre Ufergebiete sollen besser geschützt werden, ihre Nutzung wird neu festgelegt. Damit soll ihre ökologische Funktion wie auch die Biodiversität sichergestellt werden. Hochwasserschutz ist darin ebenfalls enthalten. Im Gewässerraum, der auch das Ufergebiet umfasst, darf nicht gebaut werden, es gelten Einschränkungen für die landwirtschaftliche Nutzung. Die Bestimmung der Gewässerräume richtet sich nach kantonalen Vorgaben, die Gemeinde hat wenig Handlungsspielraum. In Rothenburg betreffen die Anpassungen ausschliesslich Bäche, da in der Gemeinde keine Seen liegen.

Was ist ausserdem Teil der Revision?

Im Rahmen der Teilrevision sind vier Umzonungen vorgesehen. Bei zweien davon handelt es sich um Grundstücke, die entwickelt werden sollen. Da ist zum einen das Areal Lehn. Die Baugenossenschaft Rothenburg möchte mit zwei weiteren Grundeigentümern ihr Grundstück an der Lehnstrasse neu und verdichtet überbauen. Heute stehen dort zwei ältere Mehrfamilienhäuser. Das Areal befindet sich aktuell in der Wohnzone Quartiererneuerung. Da bisher nicht die erhoffte Erneuerung stattgefunden hat, soll es nun in die neu geschaffene Nutzungszone «Wohnzone mit Gestaltungsplanpflicht» überführt werden. Hier ein Archivbild vom Grundstück Lehn:

(Bild: Pius Amrein, 8. Februar 2019)

(Bild: Pius Amrein, 8. Februar 2019)

Das andere Grundstück ist das unbebaute Areal Fläckehof (Archivbild siehe unten) hinter der Post. Die reformierte Kirchgemeinde Luzern als Besitzerin will das Grundstück mit einer reinen Wohnnutzung inklusive Wohnen im Alter überbauen. Heute befindet es sich in der Kernzone, in der Gewerbe- und Mischnutzungen vorgesehen sind. Auch dieses Areal zu einer Wohnzone mit Gestaltungsplanpflicht werden.

(Bild: Pius Amrein, 8. Februar 2019)

(Bild: Pius Amrein, 8. Februar 2019)

Warum befürwortet der Gemeinderat die Umzonungen?

Laut dem Gemeinderat kann mit den beiden zentrumsnahen Umzonungen die Attraktivität Rothenburgs gesteigert und ein moderates Wachstum sichergestellt werden. Durch die beiden Überbauungen werde vielseitiger und preiswerter Wohnraum geschaffen, auch die altersgerechte und soziale Durchmischung werde berücksichtigt.

Was ist bei den weiteren Umzonungen vorgesehen?

Zwei weitere Umzonungen betreffen die Areale Wegscheiden und Allmendhus. Der Reiterhof Wegscheiden soll von der Landwirtschaftszone in die Sonderbauzone Pferdesport überführt werden. Der Betrieb, der ein vielfältiges Pferdesportangebot vermittelt, stösst an die Grenzen der zulässigen Nutzung für Landwirtschaftszonen. Durch die Umzonung soll das Bestehen des Reiterhofs gesichert werden. Mit der Umzonung wird ein Gestaltungsplan erforderlich.

Beim Areal Allmendhus soll eine Grünzone in die Wohnzone ausgeschieden werden. Es handelt sich dabei um einen grünen Streifen entlang der Eschenbachstrasse. Gemäss einem Gutachten hat diese Grünzone nur einen geringen Wert für Naherholung und Naturschutz. Gegen die Umzonung ist eine Einsprache der Umweltverbände Birdlife Luzern und WWF Luzern/Schweiz hängig. Die Gemeinde sei verpflichtet, die Hecke zu schützen oder bei deren Beseitigung für Ersatz zu sorgen, argumentieren diese. Heisst das Volk die Teilrevision der Ortsplanung gut, wird die Beschwerde abgelehnt.

Alle Umzonungen auf der Karte: