Die GLP empfiehlt Martin Merki als Stapi – und erteilt Beat Züsli eine Abfuhr

Die GLP Stadt Luzern hat sich dazu entschlossen, Martin Merki (FDP) als Stadtpräsident zu unterstützen. Der bisherige «Stapi» Beat Züsli (SP) wird nicht einmal als Stadtrat zur Wiederwahl empfohlen.

Simon Mathis
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Stadtrat Martin Merki hat sich die Unterstützung der GLP Stadt Luzern gesichert.

Stadtrat Martin Merki hat sich die Unterstützung der GLP Stadt Luzern gesichert.

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 19. Juli 2019)

Die GLP setzt ein klares Zeichen. Sie empfiehlt Stadtrat Martin Merki (FDP) als Stadtpräsident – also nicht den bisherigen «Stapi» Beat Züsli (SP). Mehr noch: Züsli befindet sich gar nicht der Liste der Stadträte, die die GLP zur Wiederwahl empfiehlt. Auf dieser finden sich lediglich die Namen Franziska Bitzi Staub (CVP), Adrian Borgula (Grüne), Martin Merki (FDP) – und natürlich Manuela Jost (GLP). Das geht aus einer Mitteilung hervor, die die Partei am Freitagnachmittag verschickte.

«Wir sind der Meinung, dass Martin Merki in der Vergangenheit solide Arbeit geleistet hat», begründet GLP-Präsident Marcel Dürr den Entscheid. Merki stehe für eine liberale Haltung im Sinne der ganzen Stadtbevölkerung. Er sei ein integrer, breit vernetzter und erfahrener Stadtrat. «Sein guter Draht zur bürgerlichen Kantonsregierung wird für die Stadt Luzern etwa bei den Gesprächen über Verkehrsprojekte oder Korrekturen an der Finanzreform AFR 18 von Vorteil sein.» Der Partei sei es wichtig, dass städtische Anliegen im Kanton gut und sichtbar vertreten werden.

Die Nicht-Empfehlung von Beat Züsli sei kein Angriff auf seine Person, sagt Dürr. Sie sei der Ausgangslage geschuldet, dass die SP zwei Kandidierende stellt – neben Beat Züsli auch Judith Dörflinger (neu). Zwar versteht Marcel Dürr die Kandidatur von Dörflinger nicht in erster Linie als Angriff auf Manuela Jost. Dennoch könnte Dörflinger der GLP-Baudirektorin wichtige Stimmen wegnehmen. Kommt hinzu, dass auch die SP Manuela Jost nicht zur Wahl empfiehlt. Das ist wohl der Grund, weshalb die Grünliberalen überhaupt keine Wahlempfehlung für die SP abgeben. Ist dies demnach ein bürgerliches Statement? Marcel Dürr sagt:

«An unserer grünliberalen Politik ändert dies nichts. Aber es ist schon so, dass sich das Verhältnis der GLP zu den bürgerlichen Parteien in den letzten Jahren wieder entkrampft hat.»

SP: «GLP vollzieht die nächste Kehrtwende»

Wenig Verständnis für die Wahlempfehlung bringt der Stadtluzerner SP-Präsident Claudio Soldati auf. «Die GLP und Manuela Jost vollziehen die nächste Kehrtwende», sagt er auf Anfrage. Jost wurde vor acht Jahren mithilfe der Bürgerlichen in den Stadtrat gewählt, vor vier Jahren jedoch mithilfe der Linken im zweiten Wahlgang. Noch vor drei Monaten bei den eidgenössischen Wahlen habe die GLP dank der Listenverbindung mit SP und Grünen einen Nationalratssitz gewonnen. GLP-Präsident Roland Fischer holte damals für seine Partei zum zweiten Mal nach 2011 einen Sitz.

«Die GLP macht alles, um die Unterstützung der Bürgerlichen zu erhalten», so Claudio Soldati. Es zeige sich nun einmal mehr, dass es Manuela Jost und ihrer Partei nur darum gehe, «ihre Ämtchen ins Trockene zu bringen». Zu welchen Mitteln sie dafür greifen müssen, sei ihnen sei völlig egal. «Wenn die GLP nun mit den Klimabremser-Parteien zusammen spannt, spielen politische Inhalte offenbar keine Rolle mehr», hält Soldati fest.

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