Die Holzbranche ist für Luzern wichtiger als der Tourismus

Zehn Jahre lang war Urs Meier der oberste Luzerner Schreiner. Gestern hat er das Präsidium abgegeben. Im Gespräch sagt er, was die grösste Herausforderung ist, die sich seinem Nachfolger stellt.

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Urs Meier hat gestern sein Amt als Präsident der Luzerner Schreiner abgegeben. (Bild: PD)

Urs Meier hat gestern sein Amt als Präsident der Luzerner Schreiner abgegeben. (Bild: PD)

Urs Meier, Sie haben den Verband Luzerner Schreiner zehn Jahre geführt. Was hat sich in dieser Zeit geändert?

Bei uns geht vieles in Richtung Digitalisierung. Fast in jedem Betrieb werden inzwischen Maschinen eingesetzt, die Werkstücke extrem präzis und automatisch herstellen können. Mit der Digitalisierung werden neue Berufsfelder entstehen, beispielsweise Richtung Schreinerinformatiker.

Was bedeutet diese Entwicklung für die Schreiner?

Dass sie sich weiterbilden sollten, um auf dem Stand der Technik zu bleiben. Entsprechende Angebote und Kurse zu erarbeiten ist eine Herausforderung für den Verband Luzerner Schreiner. Auch die Betriebe sind gefordert, die nötigen Investitionen zu tätigen.

Was hat sich in Sachen Unfallprävention getan?

Diesbezüglich ist schon vor meiner Amtszeit in Zusammenarbeit mit der Suva sehr viel passiert. Für die Jungen ist die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften heute selbstverständlich. Die Zeit, in welcher den Schreinern die Finger fehlten, ist definitiv vorbei.

Als Präsident der Luzerner Schreiner waren Sie auch im Vorstand von Pro Holz. Was sind in diesem Bereich die Herausforderungen?

Durch den starken Schweizer Franken sind die Preise für ausländisches Holz gesunken. Da müssen wir aufpassen. Wir haben ein Projekt ins Leben gerufen, um das Schweizer Holz zu fördern – auch indem wir die Kommunikation verbessern. Vielen Leuten ist nicht bewusst, dass die Wertschöpfung dieser Branche grösser ist als diejenige des Tourismus.

Es gibt also noch viel zu tun. Warum geben Sie das Präsidium nun trotzdem ab?

Ein Verband lebt von neuen Ideen. Es ist gut, wenn nach einer gewissen Zeit andere Schwerpunkte gesetzt werden. Das entspricht meiner Grundhaltung.

Ihr Nachfolger ist Beat Buche­li. Welche Herausforderungen kommen nun auf ihn zu?

Beat Bucheli, der gestern zum neuen Präsidenten der Luzerner Schreiner gewählt wurde, ist als Vorstandsmitglied im Verband der Luzerner Gemeinden und als Werthensteiner Gemeindepräsident bestens vernetzt. Das kommt dem Verband sicherlich zugute. Wir Schreiner geniessen in der Öffentlichkeit ein gutes Image. Um dieses halten zu können, wird der Verband weiterhin mit zeitgemässen Ausbildungsangeboten dranbleiben müssen. (ber)