Die Kandidaten zeigen sich volksnah

Viele Luzerner nutzten am Samstag die Chance, die zehn Stadtratskandidaten persönlich kennen zu lernen. Die grosse Frage lautete: Wer beerbt Urs W. Studer?

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(v.l.n.r.) Marc-César Welti, Ursula Stämmer, Stefan Roth, Adrian Borgula und Manuela Jost. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)

(v.l.n.r.) Marc-César Welti, Ursula Stämmer, Stefan Roth, Adrian Borgula und Manuela Jost. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)

Die roten Ballone deuten schon von Weitem darauf hin: Es sind Juso-Mitglieder, die gestern Morgen beim Helvetiagärtli für ihre Partei Wahlkampf betreiben. Grün(liberal) ist die dominierende Farbe bei der Bushaltestelle Kantonalbank, und am Schwanenplatz rührt die orange CVP die Werbetrommel. Keine Frage: Der Luzerner Wahlkampf befindet sich im Endspurt. In zwei Wochen entscheiden die Bürgerinnen und Bürger von Luzern über die politische Zukunft ihrer Stadt.

Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ
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Marc-César Welti (links) und Ursula Stämmer. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
Adrian Borgula (rechts) im Gespräch. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
Manuela Jost (rechts). (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
Beat Züsli (rechts). (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
Martin Merki (links). (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
Ursula Stämmer (rechts). (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
Marc-César Welti (rechts). (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
Rolf Hermetschweiler (links). (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
Manuela Jost (rechts) und Adrian Borgula. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
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Stefan Roth. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
Marc-César Welti. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
Philipp Federer (rechts). (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
Adelino De Sa (links) im Gespräch. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
Jérôme Martinu, NLZ Journalist und Moderator. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)
NLZ Moderator und Journalist Christian Bertschi. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)

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200 Besucher am «Meet & Greet»

Intensiv für diese oder jene Partei geweibelt wurde gestern Vormittag auch in der Kornschütte, mitten in der Altstadt. Sämtliche zehn Stadtratskandidaten sind gekommen, um sich bei Kaffee und Gipfeli mit der Bevölkerung auszutauschen (siehe Bilder). Rund 200 Luzerner, darunter auch junge Leute, nahmen am von unserer Zeitung organisierten «Meet & Greet» mit den Stadtratskandidaten teil. Sie alle wollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, mit dem einen oder andern ambitionierten Politiker einen Schwatz abzuhalten.

Dabei wurden nicht nur Schultern geklopft, sondern durchaus auch kritische Fragen gestellt. «Der rege Austausch zeigt, dass das Bedürfnis nach dem direkten Gespräch mit den Stadtratskandidaten vorhanden ist», bilanziert Jérôme Martinu, Leiter regionale Ressorts der «Neuen Luzerner Zeitung». Am meisten zu reden gab laut Martinu die Frage nach dem zukünftigen Stadtpräsidenten. «Diese Wahl wird ein heisser Tanz», so Martinu. «Die Luzernerinnen und Luzerner wünschen sich ein integrative Persönlichkeit.» Eine, welche die Stadt Luzern optimal verkörpere.

Fünf Kandidaten – und Studer

Zwei Frauen und drei Männer haben sich zum Ziel gesetzt, bei den Wahlen vom 6. Mai Urs W. Studer als Stadtpräsidenten abzulösen. Es sind dies Adrian Borgula (52, Grüne), Manuela Jost (49, GLP), Stefan Roth (51, CVP), Ursula Stämmer (53, SP) und Marc-César Welti (42, parteilos).

Unter der Leitung von Jérôme Martinu und Politreporter Christian Bertschi äusserten sich die fünf Kandidaten in einem rund 45-minütigen Gespräch sowohl zu sachpolitischen Themen als auch über ihre eigenen Ziele und Erwartungen. In einem Punkt scheinen sich alle Kandidaten einig zu sein: Der zukünftige Stadtpräsident oder die zukünftige Stadtpräsidentin muss primär für die Luzerner da sein und nicht Parteipolitik betreiben.

«Stapi allein kann nichts bewirken»

Diesen Punkt würde wohl auch der abtretende Stadtpräsident Urs W. Studer unterschreiben. Er, seit 16 Jahren im Amt, blickte in der Kornschütte nochmals auf seine langjährige Amtszeit zurück. Eine Zeit, in der sich die Stadt Luzern wirtschaftlich, baulich und auch kulturell stark entwickelte. Studers Fazit: «Der Stapi allein kann gar nichts bewirken.» Viel wichtiger sei die gute Zusammenarbeit mit den Ratskollegen, mit dem Parlament, mit den Behörden – «und natürlich mit der Bevölkerung».

Wie es für Studer nach seiner Amtszeit weitergehen wird, lässt er weitgehend offen. In erster Linie will er seine neu gewonnene Freizeit geniessen. Ausserdem wird er ab September das Präsidium der fusionierten Luzerner Kantorei übernehmen – «und auch sonst möchte ich die eine oder andere Verantwortung übernehmen». Klar ist laut Studer schon jetzt: «Ich bleibe auf jeden Fall in Luzern.»

Daniel Schriber

Online-Wahlhilfe: www.luzernerzeitung.ch/wahlhilfe