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Die Kostüme der Luzerner Fasnachtsläden bestehen den Feuertest

Die Fasnachtskostüme schneiden bei den neusten Sicherheitstests des Kantons Luzern gut ab. Bezüglich den nötigen Zertifikaten haben die Fasnachtsläden aber noch Luft nach oben.
Janick Wetterwald
Stichproben des Kantons Luzern zeigen: Die verkauften Fasnachtskostüme entsprechen den Sicherheitsstandards. (Bild: Jakob Ineichen, 27. Februar 2017)

Stichproben des Kantons Luzern zeigen: Die verkauften Fasnachtskostüme entsprechen den Sicherheitsstandards. (Bild: Jakob Ineichen, 27. Februar 2017)

Panda-Overall, Indianer-Federn, Engelsflügel – an der Fasnacht sind der Fantasie punkto Verkleidung keine Grenzen gesetzt. Doch aufgepasst: Leicht brennbare Kostüme können zur Gefahr werden. Damit keine gefährlichen Produkte verkauft werden, führen die Kantone schweizweit Stichproben durch.

In Luzern ist dafür die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz verantwortlich. Leiter Silvio Arpagaus sagt: «Unsere diesjährigen Kontrollen setzen zwei Schwerpunkte. Einerseits müssen die Produkte den Sicherheitsanforderungen punkto Entflammbarkeit entsprechen. Andererseits muss die sogenannte Konformitätserklärung vorhanden, respektive in angemessener Frist abrufbar sein.»

Die Resultate der Kontrollen bezüglich Entflammbarkeit sind positiv. «Wir haben in diesem Punkt bei keiner Stichprobe etwas zu beanstanden», sagt Arpagaus. Dies war in den letzten Jahren nicht immer der Fall – es kam im Kanton Luzern zum Beispiel im Jahr 2017 zu Rückruf-Aktionen.

Zu konkreten Vorkommnissen an der Fasnacht kam es jedoch in den letzten Jahren nicht. «Der Luzerner Polizei sind keine Unfälle mit brennenden Kostümen oder Verbrennungen während der Fasnachtszeit bekannt», bestätigt Mediensprecher Simon Kopp auf Anfrage.

Ältere Kostüme fielen durch

Die aktuellste Rückruf-Aktion anfangs Februar betraf die World of Party AG mit einem Sitz in Dierikon (LU). Produkte dieser Tochtergesellschaft des Importeurs Fortura AG wurden vom Kanton Baselland kontrolliert.

Geschäftsführer Stefano Papini sagt dazu: «Die Stichproben treffen manchmal auch Ladenhüter, die schon vor längerer Zeit importiert wurden. Die Sicherheitsansprüche sind seit einigen Jahren schärfer und so fielen einige Kostüme bei der Kontrolle durch.»

Die Fasnachtskostüme sind während der Fasnacht vielen äusseren Einflüssen ausgesetzt. (Bild: Boris Bürgisser, 11. Februar 2018)

Die Fasnachtskostüme sind während der Fasnacht vielen äusseren Einflüssen ausgesetzt. (Bild: Boris Bürgisser, 11. Februar 2018)

Der Luzerner Kantonschemiker Arpagaus sagt: «Jedes vertriebene Produkt muss sicher sein und darf die Gesundheit der Kinder nicht gefährden. Deshalb ist es auch egal ob neue oder schon ältere Produkte kontrolliert werden.»

Vertrauen in die Partner

Die Luzerner Fasnachtsläden vertrauen auf die Kontrollen und Sicherheitsstandards ihrer Partner. Damian Surber, Geschäftsführer des Fasnachtsbazars, sagt: «Wir sind in engem Kontakt mit unseren Herstellern, welche jährlich viel Geld in die Kontrolle investieren. Die Bestimmungen sind sehr scharf.»

Urs Aeschlimann, Geschäftsführer des gleichnamigen Ladens in der Stadt Luzern: «Wir haben hier vor Ort keine Möglichkeiten, die Produkte zu testen oder kontrollieren. Zudem kennen wir die spezifischen Anforderungen gar nicht.» Seine Produkte seien für den EU-Markt zugelassen und er gehe davon aus, dass sie somit auch den Anforderungen in der Schweiz entsprechen.

Sicherheits-Zertifikate fehlen

Verbesserungsbedarf sieht der Kanton bei den Konformitätserklärungen. «Bereits in den letzten Jahren haben wir festgestellt, dass sich die Fasnachtsläden dieser Verantwortung meist nicht bewusst sind. Die nötigen Zertifikate waren teilweise nicht vorhanden», sagt Arpagaus.

Die neusten Stichproben bestätigen dies: «Bei rund einem Drittel aller Fälle war die Konformitätserklärung nicht vorhanden.» Diese Betriebe wurden beanstandet und müssen dem Kanton mitteilen, wie sie diesen Mangel beheben und künftig sicherstellen, dass die Erklärungen vorliegen.

Trotz dieser bürokratischen Undiszipliniertheit eines Teils der Fasnachtsläden: Wer sich noch ein Kostüm besorgen will, kann dies in Luzern ohne Sicherheitsbedenken tun.

Steam Punk bleibt im Trend

Wie schon seit einigen Jahren sind gemäss den Luzerner Kostümhändlern Verkleidungen im Stil des Steam-Punk der Renner. Auch Piraten sowie die 20er und 80er Jahre sind bei Fasnächtlern ebenfalls beliebt. Plüschtier-Einteiler gehen weiterhin über den Ladentisch, die Nachfrage ist allerdings rückläufig.

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