Die Krienser SVP will mit Marco Frauenknecht in den Stadtrat zurück

Die SVP hat Nachwuchskraft Marco Frauenknecht (31) für die Krienser Stadtratswahlen 2020 nominiert. Sein Fachgebiet ist der Verkehr.

Stefan Dähler
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Marco Frauenknecht. (Bild: PD)

Marco Frauenknecht. (Bild: PD)

Eigentlich wollte die Krienser SVP bei den Stadtratswahlen 2020 mit einem Zweierticket angreifen. Nach dem überraschenden Rückzug von Nationalrätin Yvette Estermann hat die Partei am Montagabend mit Marco Frauenknecht (31) folglich nur eine Person nominiert. Der Entscheid fiel einstimmig, rund 30 Personen waren anwesend. Vorgeschlagen wurde Frauenknecht von einer Wahlkommission. Er soll den 2015 verloren gegangenen Exekutiv-Sitz für die SVP zurückerobern.

Frauenknecht ist im Berner Seeland aufgewachsen und 2013 nach Kriens gezogen. Parteiintern hat er einen steilen Aufstieg realisiert. Er ist Finanzchef der Ortspartei sowie Wahlkampfleiter und Vizepräsident der Kantonalpartei. In der Lokalpolitik konnte Frauenknecht nun auch bereits erste Erfahrungen sammeln. Er rutschte Anfang Monat durch den Rücktritt von Yvette Estermann in den Krienser Einwohnerrat nach, für den er 2020 auch kandidieren wird. Die Stadtratskandidatur diene aber nicht dazu, ihn für spätere Wahlen aufzubauen. «Ich will ganz klar in den Stadtrat, dort anpacken und mithelfen, Kriens in die Zukunft zu führen», sagt Frauenknecht.

Baudepartement würde ihn reizen

Beruflich ist Frauenknecht als Teamleiter Verkehrsmassnahmen des Kanton Luzerns tätig. Daher würde ihn das Baudepartement, zu dem der Verkehr gehört, besonders reizen. «Ich bin aber offen für die anderen Departemente», sagt er. Für das Stadtpräsidium tritt Frauenknecht nicht an. «Das soll ein Bisheriger übernehmen.» Von diesen kandidiert nur Matthias Senn (FDP) für das Präsidium – der aktuelle Bauvorsteher. Die SVP unterstützt ihn aber nicht, die Versammlung beschloss eine Stimmfreigabe für das Stadtpräsidium. Allerdings darf der Vorstand Verhandlungen aufnehmen mit anderen Parteien für eine allfällige Listenverbindung bei den Einwohnerratswahlen.

Wichtige Themen sind für Frauenknecht die Finanzen, die Stärkung von Kriens als Wohn- und Arbeitsort und natürlich die Verkehrspolitik. «Das aktuelle Gesamtverkehrskonzept benachteiligt die Autofahrer, das kann nicht sein.» Auch für das Gewerbe sei dies nicht gut. «Es braucht ein Miteinander aller Verkehrsteilnehmer.» Wie soll das umgesetzt werden? «Es gäbe da Lösungen und Ideen, aber alles zu seiner Zeit», sagt Frauenknecht mit einem Augenzwinkern. Finanzpolitisch fordert er, dass mittels einer intensiven Analyse Alternativen zu einer Steuererhöhung gesucht werden müssen.

Nicht mehr Druck ohne Estermann

Durch den Rückzug Estermanns steht Frauenknecht nun stärker im Fokus, als es bei einem Zweierticket der Fall gewesen wäre. Mehr Druck verspürt er aber nicht, wie er sagt. «Ihr Bekanntheitsgrad ist sicher höher, doch das kann man sich auch erarbeiten, indem man anpackt.» So habe er sich auch parteiintern hochgearbeitet. «Ich bin motiviert, ehrlich, fröhlich und habe die Menschen gern – das kommt auch zurück.»

So will er auch die Krienser Bevölkerung für sich gewinnen. Dass die SVP zuletzt nicht reüssieren konnte, will er nicht überbewerten. «Bei Kommunalwahlen sollte die Parteizugehörigkeit nicht an erster Stelle stehen. Man muss die richtige Person am richtigen Ort einsetzen.» Als Stadtrat würde Frauenknecht «nicht von oben herab regieren». Es sei wichtig, Interessengruppen einzubeziehen, sofern dies möglich ist – also bei längerfristigen Projekten.

Alle Parteien haben nominiert

Damit haben alle grösseren Krienser Parteien ihre Kandidaten nominiert: Die CVP tritt mit den beiden Bisherigen Franco Faé und Lothar Sidler für den Stadtrat an, die FDP will mit dem Bisherigen Matthias Senn das Stadtpräsidium erobern und mit Roger Erni einen zweiten Sitz. Die SP hat Cla Büchi für das Präsidium und die Bisherige Judith Luthiger für den Stadtrat nominiert, die Grünen schicken Maurus Frey ins Rennen um das Stadtpräsidium.

Krienser FDP greift mit Roger Erni und Matthias Senn an

Nun steht auch die Strategie der FDP für die Krienser Stadtratswahlen 2020 fest: Der bisherige Bauvorsteher Matthias Senn kandidiert fürs Präsidium – und Roger Erni soll einen zweiten Stadtratssitz erobern.
Robert Knobel