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Lehrerausbildung boomt: Hunderte wollen ins Schulzimmer

Die Pädagogische Hochschule Luzern verzeichnet einen Anmelde-Rekord für das neue Studienjahr. Auffallend: Immer mehr Personen ohne gymnasiale Matur wollen Lehrer werden.
Yasmin Kunz
Unterrichten ist so beliebt wie nie: Das zeigen die neusten Zahlen der Pädagogischen Hochschulen. Symbolbild: Boris Bürgisser (27. März 2018)

Unterrichten ist so beliebt wie nie: Das zeigen die neusten Zahlen der Pädagogischen Hochschulen. Symbolbild: Boris Bürgisser (27. März 2018)

272 junge Männer und Frauen haben sich für den Studiengang Primarstufe und 74 für den Studiengang Kindergarten/Unterstufe an der Pädagogischen Hochschule Luzern angemeldet. Auf der Sekundarstufe I sind es 122 und für den Studiengang Schulische Heilpädagogik 108. Die Zahlen beziehen sich auf das kommende Studienjahr, welches im Herbst beginnt. Zusätzlich bietet die PH Luzern einen Studiengang Sekundarstufe II an. Dieser berechtigt unter anderem zum Unterrichten an Mittelschulen und den oberen Klassen der Kantonsschulen. Neu kann man an der PH Luzern auch einen Masterstudiengang Fachdidaktik absolvieren. Insgesamt zählt die PH Luzern fürs Schuljahr 2018/19 fast 670 Anmeldungen – ein Rekord. Im Vorjahr waren es ohne die Studiengänge Sekundarstufe II und Fachdidaktik 485. Die Hälfte der angehenden Lehrpersonen stammt aus dem Kanton Luzern, ein Viertel aus den umliegenden Zentralschweizer Kantonen. Die restlichen Studenten kommen vorwiegend aus der Nordwestschweiz, insbesondere aus dem Kanton Aargau. Erfahrungsgemäss dürften zwischen 20 und 30 Prozent Quereinsteiger dabei sein. Also Personen, die bereits über einen Hochschulabschluss verfügen oder eine Berufsausbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis EFZ und zwei Jahre Berufserfahrung vorweisen können. Letztere Gruppe absolviert in der Regel einen Vorbereitungskurs (siehe Box).

Angehende Lehrer an den PH der Zentralschweiz

Jahr 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19*
Anmeldungen PH Luzern 513 538 516 485 576
Anmeldungen PH Zug 103 119 145 125 128
Anmeldungen PH Schwyz 138 130 113 112 112

Immer mehr steigen quer in den Lehrerberuf ein

Auch die Zahl der Quereinsteiger steigt gemäss Kathrin Krammer, Prorektorin der Pädagogischen Hochschule Luzern, «in der Tendenz an, auch wenn die Zahl jährlichen Schwankungen unterliegt». Für das kommenden Jahr haben sich bis dato 130 Personen ohne gymnasiale Matur für den Vorbereitungskurs angemeldet. Im letzten Jahr waren es deren 163. Anmeldeschluss ist allerdings erst Ende Juni. Auch die Anzahl Quereinsteiger mit Hochschulabschluss im Studiengang Sek I nimmt tendenziell zu. An der PH Schwyz ist gemäss Rektor Silvio Herzog die Anzahl der Quereinsteiger mit etwa 40 Prozent «konstant hoch». Das sei bemerkenswert, zumal die Ansprüche «sehr hoch» sind, so Herzog. In Zug sind aktuell 67 von 128 Anmeldungen von Quereinsteigern. Das ist mehr als die Hälfte. Im letzten Jahr waren es 69 von 125. Anmeldungen von Quereinsteigern mit einem Hochschulabschluss sind an der PH Zug in der Tendenz steigend. (kuy)

Neue Angebote steigern Nachfrage

Gerade neue Angebote, wie etwa das Lehrdiplom für die Sekundarstufe II, der Master Fachdidaktik oder der Studiengang Sekundarstufe I mit Profil Heilpädagogik führen zu einer Zunahme von Anmeldungen, ist die Prorektorin Kathrin Krammer überzeugt. «Die Möglichkeiten, die wir an der PH bieten können, sind interessant und werden auch entsprechend genutzt.» Krammer freut sich insbesondere über den Zuwachs beim Studiengang Heilpädagogik. «Erstmals verzeichnen wir in diesem Bereich über 100 Studierende. Das ist sehr erfreulich, da hier ein grosser Mangel an Fachpersonen besteht.»

«In Zukunft haben wir eindeutig zusätzlichen Platzbedarf. »


Kathrin Krammer, Prorektorin PH Luzern

So froh man über die hohe Anmeldezahl ist, sie hat auch eine Kehrseite. Der Koordinationsaufwand für die Organisation des Studienbetriebs hat deutlich zugenommen, hält Krammer fest. Zudem sind die Platzverhältnisse an den zehn Standorten - unter anderem im Unigebäude am Luzerner Bahnhof - heute schon beengend. Noch würden die Räumlichkeiten für diese Anzahl von Studenten ausreichen, «doch in Zukunft haben wir eindeutig zusätzlichen Platzbedarf», sagt Krammer. Deshalb hoffe man sehr auf die Realisierung des neuen PH-Gebäudes auf dem Campus in Horw. Die Luzerner Regierung will den Hochschulstandort in Horw für 333 Millionen Franken massiv ausbauen. Auch die PH soll Platz erhalten. Das letzte Wort über den Hochschulstandort in Horw hat das Volk (Ausgabe vom 6. Juli 2017). Eine weitere Herausforderung sei die Sicherstellung von Praktikumsplätzen. Bis auf die angehenden Heilpädagogen, brauchen alle Studenten eine Schule, wo sie den praktischen Teil der Ausbildung absolvieren können. «Dank der guten Vernetzung mit den Schulen sind wir zuversichtlich, für angehende Lehrerinnen und Lehrer einen Platz zu finden.»

An der Pädagogischen Hochschule in Schwyz hat sich der grosse Ansturm bei den Bachelorstudiengängen zwischen den Jahren 2012 und 2015 ereignet, wie Silvio Herzog, Rektor der PH Schwyz sagt. Das Hauptgebäude in Goldau wurde 2006 für 240 Studenten konzipiert, doch seit 2014 pendelt sich die Studentenzahl bei 320 bis 350 ein. «Ein 2017 auf dem Gelände errichteter, sehr gut ausgerüsteter Pavillon hat zur spürbaren Entlastung geführt.» Auch der Fachdidaktik-Master Medien und Informatik, der im Sommer 2018 erstmals startet, lässt sich in der bestehenden Infrastruktur durchführen.

Suche nach Praxislehrern schwierig

Eine Herausforderung sei in der starken Wachstumsphase insbesondere die Rekrutierung von genügend qualifizierten Praxislehrpersonen, welche die Studenten unterstützen, gewesen. «Da wir aber einen guten Draht zu den Schulen in den Kantonen Schwyz und Uri haben, hat das letztlich prima funktioniert und wir konnten eine hohe Qualität der Praxisausbildung jederzeit garantieren.» Rund zwei Drittel der Studenten kommen aus dem Kanton Schwyz, etwa 20 Prozent aus dem benachbarten Kanton Uri und einige aus weiteren Zentralschweizer Kantonen.

Heuer sind bis dato 112 Anmeldungen eingegangen. Davon 27 für den Studiengang Kindergarten/Unterstufe, 85 für Studiengang Primarstufe und über 30 für den Masterstudiengang Medien und Informatik. Die offizielle Anmeldefrist ist zwar abgelaufen, es werden aber weiterhin Anmeldungen entgegengenommen, so Herzog. Rund 40 Prozent der insgesamt 112 Personen sind Quereinsteiger. «Das ist ein relativ hoher Wert», kommentiert Herzog die Zahl. Diese Personen müssen allerdings vorerst noch die Prüfung absolvieren, bevor sie zum Studium zugelassen sind. «Erfahrungsgemäss wird eine Handvoll diese nicht bestehen.»

PH Zug: Jeder zweite Student ist Quereinsteiger

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch an der Pädagogischen Hochschule in Zug. Bis jetzt sind 128 Anmeldungen eingegangen. 35 für den Studiengang Kindergarten/Unterstufe und 93 für den Studiengang Primarstufe. Fast identisch wie im Vorjahr, wo insgesamt 125 Personen das Studium starteten. Das Anmeldeverfahren läuft noch bis Ende Mai anstatt nur bis Ende April, wie PH-Sprecher Luc Ulmer, sagt. «Die PH Zug will ihren Beitrag dazu leisten, dass genügend neue Lehrpersonen ausgebildet werden», begründet er die Verlängerung. Ulmer geht davon aus, dass sich die aktuellen Anmeldezahlen «noch ganz leicht erhöhen werden». Rund die Hälfte der Anmeldungen sind von Quereinsteigern.

Dass es Lehrer braucht, bestätigt auch ein Blick in die Szenarien des Bundesamtes, wonach die Schülerbestände ab 2017 für mindestens zehn Jahre ansteigen werden, da die geburtenstarken Jahrgänge aktuell die obligatorische Schule starten.

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