Die Luga wird digital – wegen Corona ein Jahr früher als geplant

Die Zentralschweizer Frühlingsmesse lanciert einen Online-Marktplatz. Die Dienstleistung und das Profil auf Luga Digital sind heuer kostenlos.

Simon Mathis
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Das Coronavirus kurbelt die Digitalisierung an, auch die der Luga.

Das Coronavirus kurbelt die Digitalisierung an, auch die der Luga.

Bild: PD

Ohne Coronavirus würde es jetzt auf der Luzerner Allmend ganz anders aussehen: Die Vorbereitungen für die diesjährige Luga liefen auf Hochtouren. In genau einer Woche, am 24. April, hätte die Zentralschweizer Frühlingsmesse ihre Pforten geöffnet. Die Coronakrise jedoch zwang die Veranstalter, die Luga abzusagen. Trotzdem will die Publikumsmesse bei Besuchern und Ausstellern präsent bleiben; die neue Website «Luga Digital» soll dabei helfen.

«Die Plattform ist ein digitaler Marktplatz und Treffpunkt», erläutert die Messeleiterin Luzia Roos-Bättig. Dabei verfolge man dasselbe Ziel wie mit der analogen Messe: «Wir wollen die Verbraucher und das Angebot miteinander verbinden.» Luga Digital sei allerdings weder ein Onlineshop noch eine Suchmaschine – und schon gar nicht ein digitales Abbild der echten Luga. Inhaltlich sei die Plattform am ehesten mit einem Blog vergleichbar, in dem Zentralschweizer Unternehmen ihre Produkte, Neuigkeiten und Hintergrundgeschichten teilen. Dies in Form von Text, Bild und Video.

Krise sorgt für Motivationsschub

Ursprünglich hätte Luga Digital erst an der Frühlingsmesse 2021 starten sollen. Die Coronakrise hat diesen Zeitplan durcheinandergewirbelt. «Einerseits deshalb, weil wir im Moment mehr Kapazitäten haben», erzählt Roos. Ausserdem habe die Krise für einen Motivationsschub gesorgt: «Während uns bis anhin Detailfragen zögern liessen, hat uns Corona nun einen gedanklichen Kick gegeben», so Roos.

«Wir fühlten uns ermutigt, die Sache jetzt anzupacken: Denn wir konnten nichts verlieren, nur gewinnen.»

Innerhalb von drei Wochen haben rund zwölf Mitarbeiter Luga Digital funktionstüchtig gemacht. Technisch verantwortlich ist die Marketingfirma Conteo, ein Spin-off der ETH Zürich.

2020 ist der Auftritt gratis

Ein Schnellschuss sei Luga Digital keineswegs: «Das technische Gerüst ist voll ausgereift.» Hingegen werde es durchaus eine Herausforderung sein, die Luga-­Aussteller vom neuen Format zu überzeugen. «Die Aussteller wissen seit gut einer Woche Bescheid, bis jetzt hat rund ein Viertel von ihnen ein Profil erstellt und Beiträge veröffentlicht.» Die Rückmeldungen seien erfreulich, auch wenn es vereinzelt Unternehmen gebe, die der digitalen Kommunikation wenig abgewinnen können. Roos glaubt aber auch, dass die Coronakrise die Bereitschaft der Aussteller, sich dem digitalen Raum zu öffnen, erhöhen wird.

Die Luga-Organisatoren der Messe Luzern greifen nicht redaktionell in die Beiträge der Unternehmen ein. «Auf Wunsch unterstützen wir die Aussteller aber dabei, attraktive Inhalte zu bieten.» Wichtig sei unter an­derem, den Produkten durch Hintergrundgeschichten einen emotionalen und persönlichen Wert zu geben. Die Dienstleistung und das Profil auf Luga Digital sind heuer kostenlos. «Wir sehen dies als unseren Beitrag, die Zentralschweizer Wirtschaft anzukurbeln und am Leben zu erhalten», so Roos.

Ausfall bleibt ein harter Schlag

Der Vorteil für die Aussteller liege vor allem in der Reichweite, die weit grösser sei als etwa die eines Firmen-Newsletters. «Entscheidend ist dabei, dass wir 365 Tage im Jahr aktuell bleiben und stets neue, spannende Geschichten bieten können.» Deshalb sei es jetzt nötig, möglichst viele Unternehmen ins Boot zu holen und für das Projekt zu begeistern. Die Luga selbst profitiere, indem ihr Name weiterhin präsent bleibe.

Dass die Frühlingsmesse heuer ins Wasser fällt, bleibt ein harter Schlag: Der finanzielle Schaden sei für die Messe Luzern unglaublich gross. Roos:

«Wenn wir ab Sommer wieder Veranstaltungen anbieten können, kommen wir mit einem blauen Auge davon. Sollte sich das Verbot aber bis Ende Herbst hin­ziehen, müssen wir uns existenzielle Fragen stellen.»

Auf die Luga 2021 blickt Roos allerdings mit Optimismus: «Ich bin zuversichtlich, dass solche Messen nach der Krise nur an Beliebtheit gewinnen werden. Wir alle sehnen uns nach sozialen Erfahrungen.» Geplant ist die nächste Luga vom 30. April bis 9. Mai 2021.