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Die Luzerner City soll einen Manager erhalten

Fast schon wie ein Shoppingcenter: Ein «City-Manager» soll als Schaltstelle zwischen Stadt und Gewerbe walten. Der Stadtrat steht dieser Idee offen gegenüber.
Sandra Monika Ziegler
Blick vom Luzerner Rathausturm auf die Altstadt. (Bild: Pius Amrein, 14. September 2018)

Blick vom Luzerner Rathausturm auf die Altstadt. (Bild: Pius Amrein, 14. September 2018)

Die Innenstadt braucht einen Manager, der die Attraktivität der Stadt erhält und nach aussen trägt. Er oder sie soll die Schaltstelle zwischen Stadt und Gewerbe sein. Das ist eine Forderung diverser Wirtschaftskreise, Tourismusbetreiber und Quartiervereine.

Mit dem Postulat «Luzern braucht ein City-Management», das CVP und SP im vergangenen Sommer gemeinsam einreichten, wollten die Parteien die Kräfte bündeln. Sie forderten den Stadtrat dazu auf, ein Anforderungsprofil mitsamt Finanzierungsmodell für eine City-Management-Stelle auszuarbeiten. Der Luzerner Stadtrat nimmt das Postulat nun entgegen, wie er gestern mitteilte.

Stadt ist kein Shoppingcenter

Dass ein Stadt-Manager analog wie etwa ein Shoppingcenter-Manager agieren könnte, ist jedoch rein schon aus eigentumsrechtlichen Gründen unmöglich. Denn anders als bei einem Center bestehen in der Stadt keine verbindlichen Verträge punkto Nutzung mit den Geschäftsbetreibern oder den Hauseigentümern.

Der Luzerner Stadtrat erkennt bei den diversen Initiativen, die zur Attraktivierung der Innenstadt lanciert wurden und werden, nicht nur «Koordinationsbedarf, sondern auch Synergiepotenzial» und auch deshalb sei eine nähere Prüfung nötig. Der Koordinationsbedarf sei zum Beispiel beim Car-Regime, den Ladenöffnungszeiten, den Zufahrtsrechten in die Innenstadt oder auch bei der Nutzung von öffentlichem Grund angezeigt.

Die Zusammenarbeit soll jedoch die bisherigen einzelnen Akteure wie etwa Vereine, Vereinigungen oder Luzern Tourismus in ihrem Handlungsspielraum und ihrer Kreativität nicht beeinträchtigen, hält der Stadtrat in seiner Stellungnahme fest. Stadtintern soll bei der Ausarbeitung die Fachstelle Wirtschaftsfragen die Federführung übernehmen.

Zuerst das Budget, dann das Konzept

Skizziert werden in der Stellungnahme die drei ersten Schritte:

  • Eine Situationsanalyse
  • Eine Auslegeordnung der Bedürfnisse
  • Varianten der Organisation prüfen

Luzerns Finanzdirektorin und CVP-Stadträtin Franziska Bitzi stellt klar: «Abgesehen von der Detailhandelsstudie im Jahr 2016 haben wir bis jetzt noch nichts selber erarbeitet. Wir sind noch nicht einmal in der Konzeptphase. Diese startet erst, wenn der Grosse Stadtrat das Postulat überweist und wir ein rechtskräftiges Budget haben. So ist auch nicht definiert, wo diese Person angestellt sein wird und von wem sie bezahlt wird.»

Dass die Stadt St. Gallen punkto City-Management ungleich weiter ist, weiss Bitzi: «Wir sind auch mit St. Gallen in regelmässigem Kontakt.» Zur Finanzierung schlägt das Postulat Mittel aus dem ALI-Fonds vor. Die Stadt äufnet diesen Fonds jährlich mit maximal 250 000 Franken aus Parkgeldern. Zur Lohnfrage des City-Managers sagt Bitzi: «Klar ist wohl einzig, dass kein CEO-Lohn bezahlt wird, sondern eher das Honorar eines qualifizierten Fachbearbeiters.».

Dass die heute siebenköpfige ALI-Kommission durch einen politischen Beirat ersetzt werden soll, wäre auch für die Stadt Luzern eine Option. Sie betont jedoch, dass auch andere Modelle denkbar wären. «Ein Verein, eine Stiftung oder auch eine Aktiengesellschaft wären sicher Organisationsformen, die in der Öffentlichkeit eine grosse Akzeptanz haben und auch die Basis verbreitern würden», sagt Bitzi.

Externe Besetzung könnte eine Chance sein

Der Mitunterzeichner Albert Schwarzenbach (CVP) sagte letzten Sommer gegenüber unserer Zeitung «Die Stelle kann als externes Mandat vergeben oder innerhalb der Stadtverwaltung geschaffen werden.» Gegen eine Integration in die Stadtverwaltung hatte sich ebenfalls im Sommer die City Vereinigung gewehrt. Sie sieht die Aufgabe des City-Managers nicht als eine Verwaltungsaufgabe.

Und Finanzdirektorin Bitzi sagt dazu: «Eine externe Besetzung könnte eine Chance und ein Vorteil sein.» Der Ball liegt jetzt bei der Stadt. Sie wird nun ein Konzept in enger Zusammenarbeit mit stadtinternen Stellen, der City-Vereinigung, ALI-Fonds und anderen Akteuren erarbeiten und dann dem Grossen Stadtrat vorlegen.

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