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Kommentar

Die Luzerner CVP ergreift bei den Nationalratswahlen jeden Strohhalm

Die Luzerner CVP tritt mit acht Listen zu den Nationalratswahlen an. Das ist eine Taktik, welche die Parteistrategen wagen müssen, findet Politreporter Lukas Nussbaumer.
Lukas Nussbaumer
Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer.

Die CVP des Kantons Luzern reicht für die Nationalratswahlen vom 20. Oktober eine Haupt- und sieben Unterlisten ein. Das sind so viele, wie nie zuvor eine andere Luzerner Partei kreiert hat. Im Aargau kämpft die CVP gar mit neun Listen um die Gunst der Wähler. Ist diese Listenflut ein Ausdruck von Verzweiflung? Setzt die grösste Luzerner Partei neuerdings auf Masse statt Klasse?

Sicher ist: Die CVP muss um ihren dritten Nationalratssitz bangen, und zwar stark. Erstens deshalb, weil Luzern künftig nur noch neun Sitze zustehen, zweitens darum, weil sich Links-Grün im Aufwind befindet und BDP sowie EVP für eine Listenverbindung heuer nicht zur Verfügung stehen. Verlieren die Christdemokraten ihr drittes Mandat, wäre das ein genauso tiefer Sturz wie 2003, als die Partei ihr viertes Nationalratsmandat an die SVP verlor. Es ist deshalb verständlich, wenn die CVP-Strategen alle taktischen Mittel ausschöpfen, um den dritten Sitz zu retten.

Im Gegensatz zu anderen Parteien kann die CVP den Vorwurf, sie flute das Wahlvolk mit Dutzenden von Alibikandidaten, gut kontern. Auf der Hauptliste treten ausschliesslich Frauen und Männer an, die das Zeug haben für Bundesbern. Und auch auf den Unterlisten kandidieren viele Politiker, die sich im Nationalrat bewähren würden. Ob sich die gewählte Taktik im Herbst auszahlt, muss sich zwar erst noch weisen. Aber es wäre unverzeihlich, wenn die in den letzten Jahren fast Wahltag für Wahltag gebeutelte Partei den Strohhalm mit den Unterlisten nicht ergreifen würde.

Einfach zu entkräften ist auch die Befürchtung, derart viele Listen würden die Unübersichtlichkeit in der sowieso schon grossen Menge von Kandidaten noch erhöhen. Zu den Nationalratswahlen treten nämlich rund vier Mal weniger Männer und Frauen an als zu den Wahlen in den Kantonsrat, wo 800 Kandidaten gemeldet waren. Die Luzerner werden also problemlos in der Lage zu sein, das Kandidatenfeld zu überblicken. Ja, sie werden sich sogar glücklich schätzen, eine echte Auswahl treffen zu können.

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