Mister Määs tritt ab: «Die Määs muss sich nicht gross verändern, sie ist gut»

Aerny Bucher legt nach 17 Jahren das Amt des Präsidenten der Interessengemeinschaft Luzerner Herbstmesse und Märkte nieder.

Natalie Ehrenzweig
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Aerny Bucher auf dem Inseli Luzern. (Bild: Philipp Schmidli, 20. Juni 2019)

Aerny Bucher auf dem Inseli Luzern. (Bild: Philipp Schmidli, 20. Juni 2019)

Seit 2002 hat Aerny Bucher als Präsident der Interessengemeinschaft Luzerner Herbstmesse und Märkte dafür gesorgt, dass sowohl die Määs wie auch der Monatsmarkt und später der Weihnachtsmarkt gedeihen. Nun ist er zurückgetreten. Als er gewählt wurde, war er längst kein Neuling mehr auf seinem Fachgebiet.

Eigentlich hat Aerny Bucher, der in Kerns aufgewachsen ist, Bäcker gelernt. «Doch damals gab es noch keine obligatorische Pensionskasse. Ausserdem waren die Zukunftsaussichten nicht so rosig, wenn die Familie nicht eine eigene Bäckerei besass. Ich wollte deshalb in einen Beruf wechseln, in dem ich bessere Zukunftsaussichten hatte. So bewarb ich mich 1961 auf ein Inserat der Stadtpolizei und rückte ein Jahr später in die Rekrutenschule ein», erinnert sich der 80-Jährige. Als Polizist war er nicht nur breit interessiert, sondern auch flexibel einsetzbar. «Ich sagte einfach immer ja, wenn ich gefragt wurde, ob ich irgendwo einspringen will. Es ergaben sich immer wieder neue Möglichkeiten», sagt Bucher. Bei der Zivilabteilung der Gewerbe- und Gesundheitspolizei wurde er 1985 Sachbearbeiter für die Herbstmesse und amtete von 1994 bis zu seiner Pensionierung 2001 als Abteilungsleiter der Gewerbe- und Gesundheitspolizei.

Grosses Herz für
 Määs mit Lunapark

«Mir gefiel an dieser Arbeit immer die vielen Begegnungen mit Menschen. Ich konnte Konsense für Konflikte finden. Das hat mir immer grosse Genugtuung verschafft», sagt der Luzerner. Er habe die Markthändler immer als Unternehmer gesehen, und Verständnis für ihre Anliegen gehabt. Als Gegenüber des Sachbearbeiters und später des Abteilungsleiters fungierte die Interessengemeinschaft Luzerner Herbstmesse und Märkte, die zum Zweck hat, das Marktwesen in der Stadt Luzern zu fördern und für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen den Behörden, den Teilnehmern und den Interessenverbänden zu sorgen. Als die IG 2002 aufgrund interner, schwerer Fehler ins Strudeln geriet, wurde Aerny Bucher gebeten, das Präsidium zu übernehmen. «Ich sagte bis zur nächsten GV zu. Und daraus wurden 17 Jahre», sagt er lachend. Er habe sich neben der Leitung des Vorstands vor allem um Werbung und PR gekümmert.

Besonders am Herzen liegt Bucher die Määs mit Lunapark und Warenmarkt. «Als ich noch Platzmeister war, traf man mich natürlich jeden Tag vor Ort. Ich habe immer gern mit den Leuten geredet. 2005 haben wir von der IG aus eine Befragung der Besucher durchführen lassen. Dabei kam raus, dass einige schon in der dritten Generation an die Määs kamen», erzählt Bucher. Im Jahr darauf liess die IG die Besucher auch zählen: «Ich wurde immer gefragt, wie viele Leute denn an die Määs kommen. Ich wusste es nicht, weil wir ja keinen Eintritt verlangten. Ich schätzte immer so 100 000. Es waren laut Zählung zirka 350 000!». Und: «Die Määs muss sich nicht gross verändern, sie ist gut», betont Bucher.

Eine noch nicht abgeschlossene Herausforderung der IG sei vor allem der Standort der Määs, der immer wieder zur Diskussion stehe, sowie die Neugestaltung des Seeufers. «Ich habe stets positive Signale von der Stadt bekommen, wir haben immer partnerschaftlich zusammengearbeitet», sagt er. Auch wenn da viele unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen. «Wir von der IG haben immer sofort reagiert, wenn der Standort in Frage gestellt wurde, gerade während der Salle-Modulable-Diskussion.» Auch mit dem KKL habe man ein gutes Einvernehmen und mit dem Standort Franziskanerplatz für den Weihnachtsmarkt sei die IG sehr zufrieden.

Beruhigt dank Nachfolger 
Rico de Bona

Vor Langeweile nach dem Rücktritt fürchtet sich Bucher nicht. Ist er doch in einigen Vereinen Ehrenmitglied oder -präsident – etwa im Marktverband Zentralschweiz oder im kantonalen Tierschutzverein. Nachdem vor eineinhalb Jahren seine Frau verstarb, ist er in eine kleinere Wohnung gezogen. Im neuen Zuhause fühlt er sich wohl. Da er gesundheitlich etwas angeschlagen sei, fiele ihm der Abschied von seinem Präsidium nicht schwer. «Auch zu wissen, dass Rico de Bona übernimmt und alles gut funktioniert, lässt mich eher erleichtert als traurig sein», so Bucher.