Kolumne

«Landauf, landab»: Die Mauer muss her

Eigentlich wollte unser Reporter Roger Rüegger bis Fronleichnam Steinmauern in seinem Garten errichten. Ganz so einfach wie gedacht war das aber leider nicht.

Roger Rüegger
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Roger Rüegger

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Wenn kein Gasthaus geöffnet, sportliche Betätigung mit gleichgesinnten verboten, ein Ausflug mit dem Motorrad verpönt und geselliges Bierchen trinken mit Nachbarn und Freunden nicht angesagt sind, dann ist guter Rat teuer. Was soll man anstellen mit der vielen Freizeit?

Eine Inspektion im Garten inspirierte mich. Der kleinen Grünfläche an der Nordseite des Hauses täte ein Lifting ganz gut, fand ich. Die Mauer ist längst keine mehr – und die Parzelle, die einst ein schmucker Rasenplatz war, ähnelt heute einer Steppe. Entschlossen griff ich nach Spaten und Pickel und zog quer durch den Blätz ein paar Gräben. Entstehen werden dereinst wieder Steinmauern. Wahnsinnig motiviert, machte ich mich oft nach dem Feierabend in meinem heimeligen Büro an die Arbeit im Garten.

Gleichzeitig galt es, Steine für die Mauern zu besorgen. Ich erkundigte mich in einem Fachbetrieb im Wahlkreis Willisau, wie ein Steinkauf in der Praxis vor sich geht. Konkret wollte ich wissen, ob ich die Ware gleich abholen kann oder ob die bereitgestellt werden muss.

Die Expertin am Telefon klärte mich auf, dass gefühlt alle Leute im Land, die einen Garten besitzen, diesen gerade jetzt neu gestalten. Wenn ich Steine bestellen wolle, würden die in zwei Wochen geliefert.

Das war vor drei Wochen. Steine liegen noch keine in meinem Garten. Ich wollte aber an Fronleichnam die Mauern fertig stellen. Nun habe ich an meinem freien Tag keine Aufgabe. Was also tun? Eine Kolumne darüber schreiben? So weit ists gekommen.