Metro-Gegner: «Die Metro Luzern hat mit ÖV nichts zu tun»

Die Gegner der Stadtluzerner Metro-Initiative setzen auf Tiefbahnhof und Busspuren statt auf eine unterirdische Schnellbahn zum Schwanenplatz.

Robert Knobel
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Am 9. Februar stimmt die Stadt Luzern über die «Metro-Initiative» ab. Diese verlangt, dass der Stadtrat die Vision einer unterirdischen Schnellbahn zwischen Reussegg und Schwanenplatz ernsthaft prüft und zusammen mit den Initianten vorantreibt. Für einen Metrobahnhof sowie die zugehörige Park&Ride-Station in der Reussegg soll die Stadt bereits vorsorglich Land erwerben.

Gleichzeitig soll der Stadtrat aufzeigen, wie diese Schwanenplatz-Metro längerfristig zu einem umfassenden Stadtbahn-System in der Region Luzern ausgebaut werden kann. Genau dies ist aus Sicht der Initiativ-Gegner aber unrealistisch, wie sie an einer gemeinsamen Medienkonferenz von CVP, SP, Grünen und VCS darlegten. «Wir sind schon für Visionen. Aber sie müssen auch zahlbar sein», sagte CVP-Grossstadtrat Peter Gmür. Die von den Initianten angegebene Investitionssumme von 400 Millionen Franken «grenzt an Fake News», so Gmür, der etwa die doppelte Summe als realistisch ansieht.

Bloss ein Shuttle für Cartouristen?

Dass sich die Metro dereinst ins Luzerner ÖV-Netz einbinden lässt, glauben die Gegner nicht – tatsächlich tauchte die Idee bisher weder auf kantonaler noch auf nationaler Ebene in der langfristigen ÖV-Planung auf. Nicht eine Metro, sondern der Durchgangsbahnhof bringe den lang ersehnten Quantensprung für den öffentlichen Verkehr in der Region Luzern. Aus Sicht der Gegner ist die Metro daher gar kein ÖV-Projekt, sondern bloss ein Shuttle-Zug, um Cartouristen und Autofahrer schnell zum Schwanenplatz zu bringen. «Der vorgesehene Stummel Reussegg-Schwanenplatz hat mit öffentlichem Verkehr gar nichts zu tun», so Grünen-Nationalrat und Luzerner VCS-Präsident Michael Töngi. Damit eine unterirdische Schnellbahn mitsamt Gross-Parking bei der Autobahn eine Entlastungswirkung für die Innenstadt erziele, müsste man gleichzeitig der Zugang für Autos in die Stadt massiv beschränken, betont der städtische Grünen-Präsident Martin Abele. Doch eine solche Massnahme sei wohl kaum mehrheitsfähig.

Befürchtung: Metro verdrängt andere Projekte

SP-Grossstadtrat Yannick Gauch befürchtet, dass ein Ja zur Metro-Initiative negative Folgen für andere wichtige Projekte hätte. «Durch die Metro-Planungen würden grosse Ressourcen in der Stadtverwaltung gebunden – möglicherweise auf Kosten von anderen, dringenderen Projekten.» In Sachen ÖV-Verbesserung setzen die Initiativ-Gegner ganz auf den bisher eingeschlagenen Weg, wie Michael Töngi skizziert: Zusätzliche Busspuren, Busbevorzugungen, und dank dem Durchgangsbahnhof häufigere S-Bahnen und neue Bahnhaltestellen. Das sei vielleicht nicht so spektakulär wie ein Metro-Projekt, dafür realistisch.

Unterstützung fand die Metro-Initiative bisher immer bei den Parteien SVP und GLP. Etwas überraschend haben Anfang Januar nun auch die Mitglieder der FDP Stadt Luzern die Ja-Parole zur Initiative beschlossen. Damit steht die Parteibasis im Widerspruch zur FDP-Fraktion im Grossen Stadtrat, die der Initiative ablehnend gegenüber steht.

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