Kommentar

Die Metro-Vision ist eine Nummer zu gross für Luzern

Die möglichen Kosten dürften eine wichtige Rolle gespielt haben, wieso die Stadtluzerner Nein sagten zur Metro-Initiative. Wichtig ist, dass es nun nicht erneut zu einer Blockade kommt.

Roman Hodel
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Roman Hodel.

Roman Hodel.

(Bild: Dominik Wunderli)

Die Stadtluzerner geben der Metro keine Chance – sie haben die Initiative, die zwar «nur» eine Prüfung des Projekts und Grundstücksicherungen verlangt hatte, mit 59 Prozent Nein abgelehnt. Das ist ein deutliches Verdikt.

Eine wichtige Rolle dürfte das Geld gespielt haben. Eine unterirdische Bahn ist so oder so teuer. Dafür fehlt Luzern schlicht das Geld, selbst wenn sich Private daran beteiligen würden und auch wenn die effektiven Kosten zum jetzigen Zeitpunkt weder klar sind noch konkret errechnet wurden. Zudem bliebe die Metro im schlechtesten Fall eine Shuttle-Verbindung ohne Einbindung ins restliche ÖV-Netz.

Trotz des Neins gilt die Metro zwar weiterhin als Option in Sachen Carparkierung, doch sind ihre Chancen mit dem Entscheid alles andere als gestiegen. Die Initianten sollten deshalb ihre Hoffnungen nicht allzu hoch schrauben.

Wichtig ist, dass nun nicht erneut eine Blockade droht, sondern dass alle Beteiligten vorwärtsschauen. Der Strategieprozess Carparkierung läuft und das Ziel ist klar: Luzern braucht möglichst bald eine mehrheitsfähige Lösung. Dies gilt auch für die Weiterentwicklung des ÖV. Noch ist beim Milliardenprojekt Durchgangsbahnhof kein Baukredit gesprochen. Entsprechend wichtig ist ein geeinigtes Auftreten und keine Verzettelung in andere ÖV-Projekte als Signal in Richtung Bern. Sonst wird Luzern seine Verkehrsprobleme noch viel länger nicht in den Griff bekommen.

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